Ermutigungswort

Das Größte, was ein Mensch für einen anderen tun kann, ist, dass er für ihn betet. (Corrie ten Boom)


Fronleichnam: Gott zu den Menschen in die Welt tragen  © Nocole Cronauge, Bistum Essen, pfarrbriefservice.de

Fronleichnam: Gott zu den Menschen in die Welt tragen © Nocole Cronauge, Bistum Essen, pfarrbriefservice.de

Jesus, lebendiges Brot

Ich bin das lebendige Brot: Jesus war brillant, als er das Brot ausgewählt hat als Metapher. Brot ist eine heilige Realität, es beinhaltet alles, was wir zum Leben brauchen. Und dass der Mensch gut lebt, ist das erste Gesetz Gottes. Bereits die ersten Christen verglichen den zerbrochenen Leib Christi mit Weizen, der zu Mehl gemahlen wurde, um Brot zu werden, nachdem er mit dem Wasser des Lebens vermischt und in das Feuer des Geistes übergegangen war.

Was feiern wir am Fronleichnamstag? Beten wir den Leib und das Blut des Herrn an? Nein. Fronleichnam ist nicht das Fest des offenen Tabernakels oder der goldenen Monstranz.

Wir feiern Christus, der sich selbst gibt, seinen gebrochenen Körper und sein vergossenes Blut. Aber was für ein Geschenk ist das, wenn er mir etwas anbietet und ich es nicht mag und es in die Ecke stelle?

Heute ist das Fest des „Nehmet und esset, nehmet und trinket“, das Geschenk des Brotes. Das geht aus dem Evangelium des Festtages hervor. Es dreht sich ausschließlich um ein einfaches und konkretes Verb „essen“, das wird sieben Mal und zusammen mit „trinken“ noch dreimal wiederholt. Jesus spricht nicht über das Sakrament der Eucharistie, sondern über das Sakrament seiner Existenz, die lebendiges Brot wird, als Maß, Energie, Samen, Sauerteig der Menschlichkeit. Jesus möchte, dass sein Mut in unseren Herzen Wurzeln schlägt, damit wir die menschliche Existenz so leben können, wie er sie gelebt hat.

Das Leben und Trinken des Lebens Christi beschränkt sich nicht nur auf liturgische Feiern, sondern wird auf dem großen Altar unseres Planeten in der „Messe über die Welt“ (Theilard de Chardin). Ich esse und trinke das Leben Christi, wenn ich versuche, den lebendigen und leidenschaftlichen Kern seiner Existenz zu assimilieren, wenn ich mich um die Zärtlichkeit zu den Mitmenschen, der Schöpfung und auch mir selbst gegenüber kümmere. Ich mache mir das Geheimnis Christi zu „eigen“ und finde daduch das Geheimnis des Lebens.

„Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm“. Die kleine Präposition: „in“ ist entscheidend. Das schafft Bindung, Intimität, Vereinigung, Transplantation, enthält „den ganzen Reichtum des Geheimnisses: Christus in dir“ (Kol 1,27). Der Reichtum des Glaubens ist von schillernder Einfachheit: Christus, der in mir lebt, ich, der in ihm lebe. Das Wort, das Fleisch in Marias Leib genommen hat, geht weiter, hartnäckig, inkarniert in uns, macht uns alle zu Trägern des Evangeliums und des Lichtes Christi.

Nimm, iss! Worte, die mich jedes Mal überraschen, wie eine Liebeserklärung: „Ich möchte in deinen Händen Geschenk sein. Ich atme, denke an dich - Dein Leben.“ Hier ist das Wunder, das Herzklopfen, das Erstaunen: Gott in mir, mein Herz hat ihn aufgenommen.

Wir, jeder einzelne, aber zusammen werden ein einziger Leib mit derselben Berufung sein. Bitte „Verlasse diese Welt nicht, ohne ein Stück Brot zu werden für jemanden.“

Pater Casimir OCD,
Kooperator


Leibhaftig

Dich leibhaftig aufnehmen in mir und vereint den Weg beschreiten, den du mir bestimmt hast, noch bevor ich das Göttliche in dir erkannt habe.

Dich leibhaftig aufnehmen in mir und gestärkt die Tage leben, die hellen und die dunklen und dich – das Ziel niemals aus den Augen verlieren.

Dich leibhaftig aufnehmen in mir und beglückt in Gelassenheit hoffen, keine Angst haben vor dem Endlichen und Sehnsucht haben nach dem Unendlichen.

(Frank Greubel, in www.pfarrbriefservice.de)


Fronleichnamsaltar 2017 im Innenhof von Sankt Josef (Archiv-Foto: Brehm)

Fronleichnamsaltar 2017 im Innenhof von Sankt Josef (Archiv-Foto: Brehm)

Fronleichnam

Ein Fest voller Traditionen, Festgottesdienst, Prozession, Schmücken verschiedenster Altäre, Blaskapelle, Gemeindefest und dieses Jahr? Ausschließlich ein Gottesdienst mit Abstand und Schutzmaske. Grund genug zu fragen: Was ist der innere Kern des Festes, was will es für den Alltag sagen?

Fronleichnam leitet sich von mittelhochdeutsch „vrone licham“ (des Herren Leib) ab, In der Liturgie heißt das Fest Hochfest des Leibes und Blutes Christi.

Der zentrale Teil des Fronleichnamsfestes ist die Heilige Messe, deren liturgische Texte (Gen 14,18-20, 1 Kor 11,23-26 und Lk 9,11-17) sich unmittelbar auf das Mahl mit Jesus und die Einsetzung der Eucharistie und des Priestertums beziehen. Oft wird der Gottesdienst zu Fronleichnam im Freien gefeiert.

An die heilige Messe schließt sich normalerweise die Prozession an, bei der die Gläubigen die Monstranz mit der geweihten Hostie in einem Festzug unter Gebet und Gesang durch die teilweise geschmückten Straßen begleiten. Ein wichtiger Aspekt: Gott zu den Menschen bringen, nicht warten, bis die Menschen sich zu Gott aufmachen.

Die Monstranz wird dabei von einem „Himmel“ genannten Stoffbaldachin beschirmt. An bis zu vier Außenaltären wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen, es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen über den Ort und die Flur erteilt. Die Prozession schließt meist in der Pfarrkirche mit einem festlichen Segen und von Orgel und Bläsern begleiteten Liedern.

Warum das alles?

Christen sind nicht Fels, sondern wanderndes Volk Gottes. Menschen sind nicht statisch, sondern allen Veränderungen ausgeliefert. Deshalb möchte die Kirche flexibel immer wieder neu Himmel und Erde zusammenbringen. Die Mitte dabei ist Christus, „das Brot des Lebens“. Gerade in einer zerfaserten, hektischen Zeit ist es wichtig, einen Bezugspunkt zu haben, von dem alles ausgeht und zu dem alles zurückfließt. Christen haben diesen Bezugspunkt in Jesus. Er ist es, der durchs Leben begleitet, interessiert an allem, was den Menschen begegnet, der bei Entscheidungen hilft, der Freude schenkt, in Sorgen nicht alleine lässt und der Zukunftsangst der Menschen mit seinem Vertrauen in die wegweisende Liebe des väterlichen „Gott des Lebens“ begegnet.

Wie kann ich Fronleichnam mitfeiern?

  • Ich kann meine Wohnung, das Kreuz, meine Haustüre mit Blumen schmücken und Jesus einladen, bei mir vorbeizukommen und mich anzuhören. Was tut er lieber als das?
  • Ich kann die oben genannten liturgischen Texte in der Bibel nachlesen. Ich kann für meine Angehörigen, für unsere Gemeinde (besonders für die Priester und alle anderen, die Verantwortung tragen), für die Welt beten.
  • Ich kann jemanden anrufen, ihr oder ihm einen schönen Feiertag wünschen und mich bei ihr oder ihm erkundigen, wie es geht.

Zum Schmunzeln

Besuch im Zoo.
Tim: „Mama, was sind das für Tiere?“
Mutter: „Das sind Rhesusaffen.“
Tim sehr erstaunt: „Ach, Jesus hatte Affen?“


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