Ermutigung für die Woche

„Denkt daran, wo immer ihr euch niederlasst: Gott ist schon da! Der euch in Ungeahntes, Neues führt: Er ist schon dort! Geht - ihr seid niemals verlassen.  (Bernhard von Clairvaux)


Allerheiligen – Die Würde, zu Gott DU zu sagen (Bild: geralt, pixabay.com)

Allerheiligen – Die Würde, zu Gott DU zu sagen

Impuls zu ALLERHEILIGEN - 31. Sonntag im Jahreskreis - 1. November 2020, Lesejahr A: Mt 5,1-12a

von: Joachim Fey, Pfarrverwalter

Ein griechischer Tempel, jeder kann sich darunter etwas vorstellen: Akropolis, Sizilien, Säulengang und Giebel, Römerfilme … Hinter dem Säulengang gibt es im Inneren eine kleine Kammer, zu der nur der Priester Zugang hat, das Allerheiligste.

Während sich drum herum und davor das öffentliche Leben abspielt, gibt es den reservierten, abgesperrten Bereich, das Fanum, Wohnstätte der Götter, außerhalb, draußen: für alle erreichbar, das Profane. Wir kennen das Wort „profan“:  weltlich, öffentlich.

Als sich das Christentum von der verbotenen, verfolgten Religion von wenigen, zur öffentlichen staatlich verordneten Volksreligion entwickelte, ergab sich ein Problem. Wohin mit den vielen Menschen? In den alten Religionen hat einzig der Priester oder die Priesterin das Recht, das Allerheiligste zu betreten, und dies auch nur an bestimmten Festtagen. Im Christentum haben alle Anteil am Heiligen, seitdem Jesus den Himmel geerdet und das allzu Menschliche „gehimmelt“ hat.

Wo sind wir hingekommen, wenn plötzlich alle in das Allerheiligste eintreten dürfen? Darüber denken wir heute gar nicht mehr nach, wenn wir eine Kirche betreten.

Plötzlich musste man etwas Neues erfinden: religiöse Räume für Menschenmassen. Man erinnerte sich an eine sehr praktische römische Bauform, die Markthalle, die Versammlungshalle: die Basilika, heute ein frommer, kirchlicher Begriff, früher ein Wort für große Mehrzweckhallen der Römer.

Sie merken die entscheidende Veränderung: Im Christentum haben alle die Würde und das Recht ins Heiligtum einzutreten. Nicht nur ein paar Auserwählte, Reine oder Superfromme. Das meint heilig: du hast die Erlaubnis, das Recht und die Würde mit Gott im Kontakt zu sein, direkt, von Angesicht zu Angesicht, und du darfst Du sagen. Heilig sind wir als Kirche und als einzelne Christen, nicht weil wir so toll wären, sondern weil wir zu Gott gehören und von seiner Heiligkeit zehren.

Zehren, das hat was von verzehren, von Wegzehrung, das heißt: wir erhalten etwas als Nahrung, als Energie, als Atem von Gott, gefeiert in Taufe und Firmung, in der Messe, in jedem Gebet.

Heiligkeit ist also zuerst ein Geschenk und dann auch eine innere Haltung oder Aufgabe. „Unser täglich Brot gib uns heute“, beten wir ja immer, aber wir brauchen auch eine tägliche Portion Heiligkeit von Gott. Das ist sozusagen die „Wurst auf dem Brot“.

Wenn wir Heiligkeit nicht als den Endzustand moralischer Hundertprozentigkeit verstehen, sondern als eine bewegliche Größe, also etwas Dynamisches, dann dürfen wir danach streben, ja sie erbitten, sie auch erleben und erahnen darin etwas von der Lebensfülle, die Gott ganz am Anfang für uns erträumt hat.

In Coronazeiten, wo viele nicht zur Kirche kommen können, dürfen wir dieses Allerheiligste auch in uns wahrnehmen, denn Gott hat in unserem Herzen seine Wohnung genommen.

Bleiben Sie zuversichtlich und gesund.


Impuls-Karte


Zum Schmunzeln

Mama fragt: „Was ist grün, glücklich und hüpft über´s Gras?“
Charlotte überlegt kurz und ruft dann freudig: „Eine Freuschrecke!“


Impulskarte: Jeder ist zur Heiligkeit berufen


Impulskarte: Heilige sind Menschen, durch die  die Sonne scheint

Bistum Trier Logo

Pfarreiengemeinschaft

Vallendar - Urbar - Niederwerth

Pfarrbüro
Beuelsweg 4
56179 Vallendar

Telefon: 0261 963190
buero@pfarrei-vallendar.de

DATENSCHUTZERKLÄRUNG

IMPRESSUM

Copyright