Impuls zum 4. Fastensonntag

Pater Casimir (Foto: Brehm)

Pater Casimir (Foto: Brehm)

Im heutigen 4. Fastensonntagsevangelium werden wir mit einem Blinden konfrontiert. In dieser Szene gibt es drei Hauptakteure: Jesus, der den Blinden heilt; der Bettler, der von Jesus geheilt wird; und die Pharisäer, die dieses Geschehen genau beobachten, die wissen wollen, wer da was gemacht hat und wann es gemacht wurde. Geschah es wirklich an einem Sabbat! Unerhört!!

Sie legen ihre alten theologischen Maßstäbe an. Und das führt unausweichlich zur Verurteilung des Heilers und auch des Geheilten. In ihrer Hilflosigkeit nennen sie den Geheilten sogar einen Sünder. Der Geheilte versucht das Geschehene zu erklären, ergreift Partei für seinen Heiler Jesus. Er will vermitteln, weil er auch die Pharisäer versteht. Aber - er findet bei ihnen kein Verständnis.

Der kleine Prinz bei Antoine de Saint-Exupéry könnte da vielleicht helfen: Bei ihm sieht man nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Gott sieht mit dem Herzen. Gott schaut nicht auf die Verbote unserer Zeit, sondern er zeigt seine Heilkraft - jenseits der Gesetze einer konkreten Zeit. Und im heutigen Evangelium durch eine persönliche aktive Art und Weise:  Jesus macht einen Teig mit Speichel und streicht ihn den Blinden auf die Augen: als Zeichen der Berührung, als Zeichen der Liebe!

Können wir - und kann die Welt - die Theologie, Gott aus diesem Blickwinkel sehen? Oder geben wir unseren altgedienten und liebgewordenen Sichtweisen zu viel Gewicht, sodass wir mit dem Augen Gottes nicht sehen können, und Gott in unserer Kirche und in unserer Gesellschaft nichts bewirken kann? Wer ist da der wirklich Blinde?

Sehen wir mit Jesu Augen, dann sehen wir hinter die Dinge, dann sehen wir den Menschen und dann blicken wir – vielleicht - durch.

In dieser Zeit voller Angst und Vorsicht dürfen wir zusammenhalten und intensiv beten, Gott möge uns sein Heil schenken. Und: bleiben wir füreinander da, hilfsbereit um einander zu unterstützen.

Amen.

Pater Casimir, Kooperator

 


 

 

Fastenhirtenbrief zur Österlichen Bußzeit 2020

Diakonisch Kirche sein

Liebe Schwestern und Brüder im Bistum Trier,

wie Sie wissen, hat am 21. November des letzten Jahres die Kleruskongregation in Rom die geplante Errichtung der ersten 15 Pfarreien der Zukunft ausgesetzt, um eine sorgfältige Überprüfung des Errichtungsgesetzes vornehmen zu können. Das war eine ebenso überraschende wie einschneidende Maßnahme.

Mit der römischen Intervention ist aber weder die Synode insgesamt infrage gestellt, noch sind wir dazu verurteilt, die Hände in den Schoß zu legen. Im Gegenteil: Da wir nun zunächst die neuen Pfarreien nicht errichten, haben wir die Gelegenheit, uns verstärkt einem anderen wesentlichen Anliegen der Synode zuzuwenden: Das ist die „diakonische Kirchenentwicklung“. Diesem Anliegen will auch die geplante Pfarreienreform dienen.

Diakonische Kirchenentwicklung

Was bedeutet das eigentlich: diakonische Kirchenentwicklung? Zunächst geht es schlicht darum, bewusster und mehr als bisher den diakonischen Auftrag, den wir als Kirche haben, zu leben. Die Synode sagt: „Eine Kirche, die Jesus Christus folgt, weiß sich an die Ränder und Grenzen gesandt, ist empfindsam und solidarisch, wo Menschen in Gefahr sind, ihre Würde zu verlieren oder ihrer Würde beraubt zu werden.“ Und: Eine diakonische Kirche „begibt sich dabei in das ihr selbst Fremde. Sie sucht Begegnung mit Anderem und mit Anderen und lässt sich davon irritieren, betreffen, inspirieren: sie lässt sich evangelisieren.“ (Nr. 1)

Diakonische Kirchenentwicklung heißt also auch: Wir werden selbst mehr und wahrhaftiger Kirche Jesu Christi, wenn wir uns als eine Gemeinschaft verstehen, die den Menschen dient, anstatt ängstlich um uns selbst zu kreisen und nach Wegen zu suchen, wie wir uns selbst erhalten können. „Wer sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es gewinnen“, sagt Jesus (Mt 16,25). Das gilt nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Kirche: Wer von sich weg auf den Anderen zugeht, der wird sich finden. Das ist das Geheimnis unseres Glaubens.

Nun ist es nicht so, als ob wir beim diakonischen Engagement der Kirche ganz von vorne anfangen müssten. Was gibt es in der Kirche und in unserem Bistum nicht alles an diakonischem und sozialem Einsatz, ehrenamtlich wie hauptamtlich! Wie viel Segen geht von den caritativen Einrichtungen in unserem Bistum aus! Wie viele Menschen engagieren sich ganz selbstverständlich für andere, ohne dass es ihnen besonders gedankt würde oder sie damit ein großes Vermögen verdienen könnten, etwa in der Pflege oder Betreuung von Menschen, die diese Unterstützung brauchen. Immer wieder beeindrucken mich bei meinen Besuchen im Bistum die Hingabe und die Kreativität, mit der in unseren Gemeinden, Verbänden und Einrichtungen Hilfe geleistet wird.

Und dennoch oder gerade deshalb besteht die Gefahr, dass wir das helfende Engagement bestimmten Akteuren überlassen, weil sie in unseren Augen dafür zuständig oder darauf spezialisiert sind. Dabei ist unbestritten, dass es in vielen Bereichen eine entsprechende Qualifikation braucht, um anderen Menschen wirksam zu helfen. Andererseits wissen wir, wie unverzichtbar für uns Menschen über alle fachliche Qualifikation hinaus die persönlich-spontane Zuwendung des Anderen ist. Was für ein schönes Gefühl, wenn jemand anderes sich ehrlich für mich interessiert.

Diakonische Haltung konkret

Hier setzt die Synode an: Denn sie versteht das Diakonische nicht bloß als einen bestimmten Teilbereich der Kirche, sondern als eine Grundhaltung, die alle Getauften in ihrem Handeln prägen soll. Wie können wir diese diakonische Grundhaltung pflegen und mehr ausprägen?

Die Synode sagt: „Die Ortskirche von Trier entwickelt sich zu einer diakonischen Kirche, die Menschen in Armut, Bedrängnis und Not wahrnimmt. Sie lässt sich von ihnen berühren, handelt mit ihnen solidarisch und lässt sich von ihnen evangelisieren.“ (Synodenabschlussdokument Anlage 1.1) Die Synode schlägt also ganz konkret drei Schritte vor: Sich-berühren-Lassen, Solidarität zeigen, Sich-evangelisieren-Lassen.

Sich-berühren-Lassen: Das klingt irgendwie selbstverständlich, ist es aber im Alltag nicht. Denn angesichts der vielen Probleme und Nöte in unserer Welt stehen wir in der Gefahr abzustumpfen, nicht mehr genau hinzusehen und hinzuhören. Wir müssen achtgeben, dass wir nicht kaltherzig oder gar zynisch werden. Auch wenn wir die Grenze unserer Leistungs- und unserer Leidensfähigkeit spüren, ist die Bereitschaft, sich vom Geschick eines Anderen berühren zu lassen, der Ausgangspunkt christlicher Nächstenliebe. Christinnen und Christen zeichnen sich dadurch aus, dass sie dem Leiden der Anderen nicht ausweichen. Denn in der Ohnmacht des Leidens begegnen wir Gott.

Solidarität zeigen: Wirksame Nächstenliebe lebt davon, dass sie nicht bloß eine innere Bewegung und ein Gefühl bleibt, sondern zu konkretem Handeln wird. Der Samariter im Evangelium hat sich von der Not des Ausgeraubten berühren lassen, aber er ist nicht einfach mit einem dumpfen Gefühl des Mitleids weitergeritten, sondern er ist von seinem Reittier abgestiegen und hat sich um den Verletzten gekümmert (Lk 10, 30-35). Wenn wir dem Nächsten in seiner Not helfen, sagen wir mit Gott „Ja zu allem, was dem Leben dient und […] Nein zu allem, was das Leben zerstört.“ (Synodenschlussdokument Nr. 1)

Der dritte Schritt, den die Synode vorschlägt, mag für uns in diesem Zusammenhang am überraschendsten klingen: Sich-evangelisieren-Lassen. Die Synode ist davon überzeugt, dass wir in der dienenden und helfenden Zuwendung zum anderen Menschen nicht nur die Gebenden sind, sondern auch empfangen. Nicht diejenigen, die gescheit über die Liebe philosophieren, verstehen das Evangelium am besten, sondern diejenigen, die es tun (vgl. 1 Joh 4,8). Papst Franziskus wird noch deutlicher, wenn er schreibt: „Die Armen retten uns, weil sie uns ermöglichen, dem Antlitz Jesu Christi zu begegnen.“ (Botschaft zum Welttag der Armen 2019, Nr. 9).

Die Begegnung mit dem Anderen lässt uns Jesus Christus tiefer verstehen, der aus Liebe zu uns Menschen arm geworden ist, der um unsere Liebe wirbt und der sich uns zu erkennen gibt im Gesicht der Anderen, besonders der Armen, Schwachen und Hilfsbedürftigen. „Was ihr einem der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan“, sagt Jesus (Mt 25,40).

Der „Dreiklang“ der Fastenzeit

Liebe Schwestern und Brüder! Die vierzigtägige Vorbereitungszeit auf Ostern ist geprägt durch den Dreiklang von Fasten, Gebet und Werken der Liebe. In der landläufigen Wahrnehmung der Fastenzeit treten nicht selten die Elemente des Gebets und der Werke der Nächstenliebe in den Hintergrund. Dabei gehören sie unverzichtbar mit dazu. Denn so wichtig und hilfreich Vorsätze zum Fasten sind, so sehr stehen sie für sich allein genommen in der Gefahr, dass die Person, die fastet, dabei doch um sich selbst kreist, weil sie die Konzentration vor allem auf sich selbst richtet. Das ist Fasten als Selbstoptimierung. Damit wird aber der eigentliche Sinn des Fastens ins Gegenteil verkehrt. Denn der freiwillige Verzicht soll dazu helfen, freier zu werden von sich selbst und sensibler für die Anderen, d.h. für Gott und die Menschen.

In diesem Sinn möchte ich Sie anregen, in der diesjährigen Fastenzeit neben dem traditionellen Verzicht auf Nahrung und Genussmittel Ihre Aufmerksamkeit besonders auf die „Werke der Liebe“ zu richten. Wenn wir uns im Sinne unserer Diözesansynode um Erneuerung bemühen wollen, dann könnten wir als einzelne und als Gemeinden in der diesjährigen Fastenzeit unsere diakonische Sensibilität und unser diakonisches Engagement stärken.

Das kann etwa konkret dadurch geschehen,

  • dass ich mich, vom Beispiel Jesu inspiriert, einem Menschen mit Interesse zuwende, der mich ansonsten nicht interessieren würde;
  • dass ich mich in die Überzeugung einübe, dass ein Mensch, der von mir Hilfe erwartet, nicht nur ein Hilfsbedürftiger ist, sondern eine Person mit eigenen Fähigkeiten und Ideen, die auch etwas beizutragen hat;
  • dass ich mich am Ende eines Tages frage, welchem Menschen außerhalb meines Familien- und Freundeskreises ich heute zu leben geholfen habe;
  • dass eine Gruppe der Gemeinde eine Einrichtung der Caritas oder der Zivilgemeinde besucht, in der Menschen sind, die besondere Schwierigkeiten zu bewältigen haben oder im „toten Winkel“ unserer Gesellschaft leben.

Liebe Mitchristen, das sind nur ein paar beispielhafte Anregungen, die dazu dienen können, uns im Bistum Trier stärker zu einer diakonischen Kirche zu entwickeln. Weitere konkrete Informationen und Materialien finden Sie auf der Bistumshomepage und am Schriftenstand. Ich empfehle sie Ihnen als Fastenbegleiter (klicken Sie auf den Link).

Ich würde mich freuen, wenn Sie die Fastenzeit nicht bloß als eine Zeit der Buße und der Selbstüberwindung erleben, sondern vor allem als eine Zeit, die uns hilft, den Auftrag und das Glück der christlichen Botschaft bewusster zu entdecken. Dazu segne Sie alle der dreifaltige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

Ihr Bischof
+ Stephan

 

Zum Ausdrucken...

(c) Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V.

(c) Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V.

 

Herzliche Einladung zum Weltgebetstag der Frauen am 06.03.2020 um 17.00 Uhr

Der Weltgebetstag wurde in diesem Jahr von Frauen aus dem südafrikanischen Land Simbabwe unter dem Thema „Steh auf und geh“ vorbereitet und viele Frauen Welt weit feiern am 6. März diesen Gottesdienst. Wir feiern diesen ökumenischen Gottesdienst in unserer Pfarreiengemeinschaft am Freitag, den 6. März um 17.00 Uhr in der Kreuzkirche und laden alle Frauen, aller Religionen, recht herzlich dazu ein.

Steh auf und geh!

„Ich würde ja gerne, aber…“ Wer kennt diesen oder ähnliche Sätze nicht? Doch damit ist es bald vorbei, denn Frauen aus Simbabwe laden ein, über solche Ausreden nachzudenken: beim Weltgebetstag am 06. März 2020. Frauen aus Simbabwe haben für den Weltgebetstag 2020 den Bibeltext aus Johannes 5 zur Heilung eines Kranken ausgelegt: „Steh auf! Nimm deine Matte und geh!“, sagt Jesus darin zu einem Kranken. In ihrem Weltgebetstags-Gottesdienst lassen uns die Simbabwerinnen erfahren: Diese Aufforderung gilt allen. Gott öffnet damit Wege zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung.

Die Autorinnen des Weltgebetstags 2020 wissen wovon sie schreiben, denn ihre Situation in dem krisengeplagten Land im südlichen Afrika ist alles andere als gut. Überteuerte Lebensmittel, Benzinpreise in unermesslichen Höhen und steigende Inflation sind für sie Alltag und nur einige der Schwierigkeiten, die sie zu bewältigen haben. Die Gründe für den Zusammenbruch der Wirtschaft sind jahrelange Korruption und Misswirtschaft und vom Internationalen Währungsfonds auferlegte aber verfehlte Reformen. Bodenschätze könnten Simbabwe reich machen, doch davon profitieren andere.

Dass Menschen in Simbabwe aufstehen und für ihre Rechte kämpfen, ist nicht neu: Viele Jahre kämpfte die Bevölkerung für die Unabhängigkeit von Großbritannien, bis sie das Ziel 1980 erreichten. Doch der erste schwarze Präsident, Robert Mugabe, regierte das Land 37 Jahre und zunehmend autoritär. Noch heute sind Frauen benachteiligt. Oft werden sie nach dem Tod ihres Mannes von dessen Familie vertrieben, weil sie nach traditionellem Recht keinen Anspruch auf das Erbe haben, auch wenn die staatlichen Gesetze das mittlerweile vorsehen. Die Frauen aus Simbabwe haben verstanden, dass Jesu Aufforderung allen gilt und nehmen jeden Tag ihre Matte und gehen.

Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit in ihrem Engagement: Zum Beispiel in Simbabwe, wo Mädchen und Frauen den Umgang mit sozialen Medien einüben, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen; mit einer Kampagne in Mali, die für den Schulbesuch von Mädchen wirbt. Oder mit der Organisation von Wasserschutzgebieten in El Salvador, verbunden mit Lobbyarbeit zum Menschenrecht auf Wasser.

Zusätzlich möchte der Weltgebetstag das hochverschuldete Simbabwe durch eine teilweise Entschuldung entlasten. Deshalb richtet sich der Weltgebetstag, zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen, dem Bündnis erlassjahr.de und anderen mit einer Unterschriftenaktion an die Bundesregierung. Das Geld soll Simbabwe stattdessen in Gesundheitsprogramme investieren, die der Bevölkerung zugutekommen. Unterschriften sind auf einer Unterschriftenliste am Weltgebetstag oder online (www.weltgebetstag.de/aktionen) möglich. Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit über 100 Jahren für den Weltgebetstag und machen sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Alleine in Deutschland besuchen am 06. März 2020 hunderttausende Menschen die Gottesdienste und Veranstaltungen.

Mehr Informationen zum Weltgebetstag 2020: www.weltgebetstag.de

 


 

Vallerer Kolping Magazinchen

Vallerer Kolpingmagazinchen Ausgabe 6 / Februar 2020 jetzt auch online zum Download

Mit der 6. Ausgabe des "Vallerer Kolping Magazinchen" gibt die Kolpingfamilie Vallendar wieder Einblicke in ihr vielfältiges Engagement in den vergangenen Monaten. Außerdem enthält die Ausgabe eine Übersicht über die in den kommenden Monaten geplanten Aktivitäten, zu denen nicht nur Mitglieder der Kolpingfamilie Vallendar eingeladen sind.

DOWNLOAD: hier klicken (pdf)

 


 

Werbebanner Sternsingeraktion

Sternsinger waren fleißig

In den letzten Tagen waren unsere Sternsinger fleißig in unserer Pfarreiengemeinschaft unterwegs und sammelten den Betrag von € 10.584,42 für die Sternsingeraktion.

Wir danken allen Kindern, Begleitpersonen und den Spendern für Ihre Hilfe.

 


 

 Werbebanner Sternsingeraktion

Sternsinger waren fleißig

In den letzten Tagen waren unsere Sternsinger fleißig in unserer Pfarreiengemeinschaft unterwegs und sammelten den Betrag von € 10.584,42 für die Sternsingeraktion.

Wir danken allen Kindern, Begleitpersonen und den Spendern für Ihre Hilfe.

 


 

Pastoralreferent Olzem, Pfarrer Fey, Dechant Hüsch, Pater Casimir (Foto: Brehm)

Pastoralreferent Matthias Olzem, Pfarrer Joachim Fey, Dekan Thomas Hüsch, Pater Casimir Kumar Amalraj OCD (Foto: Brehm)

Infoabend zur Vakanzsituation der Pfarreiengemeinschaft

Der Infoabend der Pfarreiengemeinschaft Vallendar, Urbar, Niederwerth zur Vankanzsituation in der vergangenen Woche fand unter den Gemeindemitgliedern reges Interesse. Über 150 Personen sind zu diesem Anlass in den großen Saal der Humboldhöhe gekommen, insbesondere auch, um die in der Vakanzzeit zuständigen hauptamtlichen Mitarbeiter kennen zu lernen.

Hüsch: „eine besonders drastische Situation“

Dechant Thomas Hüsch, zuständig für das Dekanat Koblenz, betonte bei der Begrüßung, dass durch die von Rom erwirkte Verschiebung der Einführung der Pfarrei der Zukunft und den gleichzeitigen Weggang aller bisherigen hauptamtlichen pastoralen Kräfte (Pfarrer Pater Rüdiger Kiefer SAC, Gemeindereferentin Doris Faig, Pater Eugen Stephan SAC und Frater Sebastian Wagner SAC) in der Pfarreiengemeinschaft eine besonders drastische Situation entstanden sei, für die es nun in der Vakanzzeit bis zum Start der neuen Großpfarrei Koblenz gute Lösungen zu finden gelte. Er sei daher froh, zusammen mit Pfarrer Joachim Fey, Bendorf, der mit der Pfarrverwaltung beauftragt sei und Herrn Pastoralreferent Matthias Olzen vom Dekanat Koblenz, dem die Koordination der Seelsorge anvertraut sei, gleichzeitig auch Pater Casimir Kumar OCD vorstellen zu können, der in der Pfarreiengemeinschaft wohnen und als Kooperator schwerpunktmäßig für die Feier der Gottesdienste und die Spendung der Sakramente zuständig sein werde.

 Pfarrer Joachim Fey, Bendorf, ist Pfarrverwalter der Pfarreiengemeinschaft Vallendar (Foto: Brehm)

Pfarrer Joachim Fey, Bendorf, ist Pfarrverwalter der Pfarreiengemeinschaft Vallendar (Foto: Brehm)

Pfarrverwalter: Pfarrer Joachim Fey

„Wir wollen Sie in ihrer besonderen Situation als Gemeinde nicht allein lassen“ sagte Pfarrer Joachim Fey bei seiner Vorstellung. Der 57jährige, seit 11 Jahren Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Bendorf, hat die Aufgabe des Pfarrverwalters zum Start der Pfarrei der Zukunft übernommen, in der hoffnungsvollen Erwartung, dass es zu einer guten Zusammenarbeit mit den bisher schon engagierten Räten, Gremien und Gruppierungen komme. „Keiner der neuen Hauptamtlichen hat bisher zu wenig zu tun. Die neue Situation können wir nur gemeinsam schultern“, so Fey. Er selbst werde vornehmlich die Arbeit der Verwaltungsräte begleiten und habe formaljuristisch auch bezüglich der Angestellten „den Hut auf“.

Pastoralreferent Matthias Olzem, Dekanat Koblenz, ist zuständig für die Koordination der Seelsorge

Pastoralreferent Matthias Olzem, Dekanat Koblenz, ist zuständig für die Koordination der Seelsorge

Seelsorge-Koordinator: Pastoralreferent Matthias Olzem

Pastoralreferent Matthias Olzem, verheiratet und Vater von drei Kindern, arbeitet seit 2008 beim Dekanat Koblenz, überwiegend in der Begleitung von Erzieherinnen der katholischen Kindertagesstätten. Er zeigte sich erfreut über die große Anzahl engagierter Gemeindemitglieder und sieht seine koordinierende Aufgabe nicht darin, etwas von dem zu übernehmen, was in Eigenverantwortung und Selbständigkeit bereits laufe. „Ich bin ihr Ansprechpartner in Fragen der Seelsorge dort, wo Sie Unterstützung brauchen“, so Olzem.

Pater Casimir Kumar Amalraj OCD ist als Kooperator zuständig für die Gottesdienste und Spendung der Sakramente (Foto: Brehm)

Pater Casimir Kumar Amalraj OCD ist als Kooperator zuständig für die Gottesdienste und Spendung der Sakramente (Foto: Brehm)

Kooperator: Pater Casimir Kumar Amalraj OCD

Auch wenn er an diesem Abend mit Schuhen ausgestattet sei, so gehöre er doch zum Orden der unbeschuhten Karmeliten, sagte Pater Casmirrathis Kumar Amalraj OCD bei seiner Vorstellung. Er ist 1974 in Madurai, Tamil Nadu geboren, einem Bundesstaat im Süd-Osten Indiens. 1993 erfolgte seine erste Profess im Orden der Unbeschuhten Karmeliten. Von 1994 bis 1997 studierte er in Indien Philosophie, von 1998 bis 2000 Soziologie. 2000 erwarb er einen Master in Soziologie. Von 2000 bis 2003 studierte er weiter Theologie am Teresianum, Rom. 2004 erfolgte die Priester Weihe in Tamil Nadu. Von 2005 bis 2008 schlossen sich weitere Studien in Rom an. Von 2008 bis 2015 war er Kooperator in Quarna Sotto/Sopra, Piemont, Italien. 2016 kam er aus Piemont nach Deutschland, wo er seither im Rahmen eines Aushilfe-Programms zwischen seiner Ordensgemeinschaft und dem Bistum Trier als Kaplan in Dillingen (Saar) tätig war. Dass er nun nach Vallendar gekommen sei, habe damit zu tun, dass er eigentlich als Kooperator für die Pfarrei der Zukunft Koblenz vorgesehen gewesen sei. Nun freue er sich auf die Zusammenarbeit mit den Christen in der Pfarreiengemeinschaft.

Eigenverantwortung und Kreativität ist gefordert

Über 150 Personen hatten Interesse an der Infoveranstaltung zur Vakanz der Pfarreiengemeinschaft Vallendar (Foto: Brehm)

Über 150 Personen hatten Interesse an der Infoveranstaltung zur Vakanz der Pfarreiengemeinschaft Vallendar (Foto: Brehm)

Nach der Vorstellung der neuen Hauptamtlichen gab es Gelegenheit alle Fragen und Anliegen hinsichtlich der Vakanzzeit auf Zetteln zu notieren und an Pinwände zu heften. Gleichzeitig gab es die Möglichkeit zur Begegnung und zu einem ersten Kennenlernen. Einige der Fragen, wie z. B. die Frage nach einem regelmäßigen Werktagsgottesdienstangebot in der Seniorenresidenz Humboldthöhe, konnte das neue Team sofort beantworten. Andere Themen wurden zur Kenntnis genommen. Zum Ausdruck kam der feste Wille, mit den vorhandenen Räten und Gremien zu einer guten Zusammenarbeit zu kommen, gleichzeitig aber auch auf die Eigenverantwortung und Kreativität der Christen der Pfarreiengemeinschaft zu bauen. „Wir sind ungewollt sozusagen in Teilen zum Prototyp der Pfarrei der Zukunft geworden. Was wir hier nun leben und ausprobieren wird für die kommenden Großpfarreien beispielhaft sein“, so Pfr. Fey zum Abschluss, bevor er die Infoveranstaltung mit einem Gebet beendete.

 


 

DER, dessen Kommen wir feiern, setzt einzig und allein auf Gottes Zuwendung, auf neues Leben, neue Entfaltungsmöglichkeiten, auch und gerade durch uns

Respektlosigkeit, Gewaltbereitschaft, rechtes Gedankengut, Antisemitismus, Falschmeldungen, anonyme Beschimpfungen und Beleidigungen im Internet, uam…. sind erschreckend angestiegen. Viele bleiben anonym. Offenbar sind immer mehr Menschen bereit, andere nieder zu machen, zu beschimpfen, zu verleumden und ihnen Gewalt anzutun. Rettungsgassen werden nicht frei gemacht, Helfer müssen im schlimmsten Fall um ihr Leben fürchten uvm… Ja wo sind wir denn? Tickt es bei einigen noch richtig, fragen mit Recht etliche. Sehen verschiedene nur sich selbst, ihren eigenen Vorteil, um deren willen sie sich gewaltsam Freiraum verschaffen.

Soziales Verhalten, Mitgefühl, Rücksichtnahme, Empathie, Wohlwollen, Wert, Würde, Respekt… sind für einige Fremdworte.

Und da feiern wir Weihnachten? Jesu Geburt, Jesu Menschwerdung, ein neuer Impuls, ein neues Denken, das in die Welt kommen soll. Es drängt sich unweigerlich der Eindruck auf, wenn wir unsere Zeitgeschehnisse betrachten, wir würden wieder ins Mittelalter zurück fallen. Wir singen von Frieden- und führen Krieg (im großen und im Kleinen), wir preisen die Menschlichkeit und gehen hartherzig und stellenweise unmenschlich miteinander um, wir loben den Gott in der Höhe, der sich uns in Jesus zugeneigt hat und handeln und leben so, als gäbe es Gott nicht.

Was feiern wir denn da? Ein paar Tage frei? Gutes Essen und Trinken.
Einige machen über die Feiertage einen auf Friede Freude Eierkuchen und leben nach Weihnachten so, als hätte es dieses Fest nicht gegeben.

Weihnachten ist kein heimeliges, süßliches Fest, so sehr auch Gottes Kindschaft im Mittelpunkt steht. Weihnachten ist eine Herausforderung, ein Weckruf Gottes an uns, unsere Verantwortlichkeiten füreinander, für ein friedliches Miteinander der Menschen, ein Klima und eine Verantwortung für die Schöpfung zu leben und wahrzunehmen. Weihnachten ist nichts für Faule, Desinteressierte oder solche, denen alles egal ist. Weihnachten ist das Fest der Maßgaben Gottes.

Gott wird in Jesus Mensch und fordert unsere ganze Menschlichkeit ein, das, was uns zu Menschen und nicht zu Unmenschen macht. Was uns nachdenken lässt, uns reflektieren, also unterscheiden lässt, was uns verantwortlich entscheiden lässt, was uns als soziale Wesen ausweist und uns Rücksicht lehrt, Respekt voreinander, Achtung und Würde. Soziale Wesen, die immer wieder lernen einander gerecht zu begegnen, friedlich miteinander umzugehen und im Angesicht des Nächsten, ganz gleich wie das aussieht, ob braun, schwarz, weiß, rot oder gelb, Gottes Ebenbild zu erkennen.

Gottes Menschwerdung in Jesus ist kein Zuckerschlecken, keine sentimentale Gabe, sondern eine Aufgabe an uns, unsere Menschlichkeit unsere Menschwerdung immer neu lebendig werden zu lassen. Das heißt nicht, dass wir alles schon erreicht hätten, nein. Aber wir sind herausgefordert  auf dem Weg zu bleiben und lassen uns immer wieder herausrufen Gottes Maßgaben umzusetzen.

Leonhard Cohen singt in einem seiner Lieder: „Alles hat irgendwo einen Riss, aber genau das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt.“  Unser Leben ist nicht vollkommen, ganz und gar nicht. Aber wir als Christen sind aufgefordert unsere Risse und Brüche fruchtbar und lichtvoll einzubauen, in die Herausforderungen unseres Lebens.

Dann kann selbst in dem, was uns nicht gelingt, etwas von dem durchscheinen, was wir wollten bzw. wie es sein sollte.

Wir müssen uns ins Gedächtnis rufen:
Gott wurde in Jesus von etlichen Menschen damals abgelehnt.
Er kam abseits zur Welt, in ärmlichsten Verhältnissen.
Er musste fliehen und konnte erst später in seine Heimat zurückkehren.
Alles andere als ein glänzender Start vielmehr von Anfang an ein Leben mit vielen negativen Herausforderungen.
Und das zog sich durch sein ganzes Leben! Vorwürfe, Beleidigungen, Ablehnung, Steine, die aufgehoben wurden, Verrat, Hinrichtung, Tod.
Das klingt ganz aktuell, als wäre es heute erst geschrieben, auch wenn es schon 2000 Jahre alt ist.

Und wie viele Menschen teilen aktuell das gleiche Schicksal?
Da ist es gut den „Immanuel“, den Gott mit uns, zu kennen, der die Menschen versteht, weil er dies am eigenen Leib erfahren hat. Das soll aber für uns keine Entschuldigung oder Entlastung sein, denn wir sind als Christen gerufen Gottes Wirklichkeit in unserer Zeit erfahrbar zu machen.

Gottes Handeln, Christi Geburt hat uns nicht bloß ein niedliches Kindlein gebracht, sondern einen zu äußerster Gottes- und Nächstenliebe entschlossenen Menschen. Christi Geburt hat uns nicht nur ein kuscheliges Familienfest gebracht, sondern Gottes entschiedenes und streitbares Ja zum Menschsein, zur Menschenwürde und zu Lebenschancen für alle. Christi Geburt  hat uns nicht einen tollen Geschenketag gebracht, so sehr Gaben auch Wertschätzung unterstreichen. Christi Geburt macht uns auf das Wichtigste im Menschenleben  aufmerksam: auf das Geschenk der Liebe. Christi Geburt feiern wir nicht für die Kirche, die in diesen Tagen auch nicht strotzt vor Glanz, sondern eher verschmutzt ist, gezeichnet von Missbrauch in allen Schattierungen. Christi Geburt feiern wir für die Menschen, deren Würde bisher in den Dreck gezogen wurde. Christi Geburt feiern wir in diesen Tagen als klares Ausrufezeichen, als Anspruch und Kennzeichen von uns Christen, besonders aufmerksam zu sein für Gottes Zuwendung zu allen Menschen.

Zugegeben, so ein Weihnachtsfest ist anstrengender als ein heimeliges Fest. Denn DER, dessen Kommen wir feiern, setzt einzig und allein auf Gottes Zuwendung, auf neues Leben, neue Entfaltungsmöglichkeiten, auch und gerade durch uns.

Wenn das alles zu Christi Geburt gehört, müssen wir ernsthaft fragen: hat das Fest Folgewirkungen? Ziehen wir daraus Konsequenzen? Oder ist Weihnachten nur ein Randthema, das kurz gestreift wird?

Was bringt uns Weihnachten? Das erste Weihnachten hat uns ein Kind gebracht: mit Namen Jesus = Gott rettet! Und Jesus hat diesem Namen alle Ehre gemacht. Er hat die Menschen eingeladen, diese Nachricht vom rettenden Gott, von seiner Zuwendung, seinem Frieden, seiner Sicht und Bedeutung jedes Menschen, seiner Gerechtigkeit allen zu vermitteln. Ob er auf uns zählen kann? Ob unser Leben auch etwas widerspiegelt von dem Gott, der rettet?

Lothar Zenetti hat in einem längeren Gedicht über ungewöhnliche Weihnachtsgedanken folgende Passage geschrieben:
„… Wo glaubt ihr, hat Jesus geholfen?
Wohin hat er sich denn gestellt?
Seht her auf die Straßen da draußen,
zu Menschen, ums Leben geprellt,
da wo man die Rechtlosen bindet,
die Hilflosen in dieser Welt.
Nein, nicht vor die Institutionen,
er hat sich vor Menschen gestellt! …“

„Wo Menschen einander in Würde begegnen, im Gesicht des anderen Gottes Ebenbild erkennen, wo Menschen sich um Frieden bemühen, im eigenen Herzen und mit anderen, wo Menschen einander Wohlwollen schenken, Liebe und Achtung, wo Menschen einander zu Menschen werden, dort nimmt Christus Gestalt an, wird er geboren, dort ist Weihnachten.“ (RK)

Ihnen allen ein von Gottes Sicht und der Bedeutung jedes Menschen geprägtes Weihnachtsfest.

Amen

(Predigt in der Christmette 2019 von Pfarrer Pater Rüdiger Kiefer SAC)

 

 


 

Informationen zur Vakanz in der Pfarreiengemeinschaft Vallendar, Urbar, Niederwerth

Mit dem 31. Dezember 2019 endet die Amtszeit von Pater Rüdiger Kiefer als verantwortlicher Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Vallendar, Urbar und Niederwerth. Aufgrund der Verschiebung der Errichtung der Pfarrei der Zukunft Koblenz, deren Teil die bisherigen Pfarreien St. Marzellinus und Petrus, St. Georg und St. Peter und Paul werden sollten, und voraussichtlich bis zu deren Errichtung, entsteht nun eine Vakanzzeit, in der die Pfarreiengemeinschaft Vallendar, Urbar, Niederwerth keinen eigenen Pfarrer haben wird.

Pfarrverwalter und Seelsorge

Für die Zeit der Vakanz ab 1. Januar 2020 wird als Pfarrverwalter Pfr. Joachim Fey, von Bendorf zuständig sein. Ihm zur Seite steht Pastoralreferent Herr Matthias Olzem, der die Seelsorge für Vallendar, Niederwerth und Urbar, d.h Taufen, Trauungen, die Sondergottesdienste, die seelsorg. Herausforderungen uvm. koordinieren wird.

Gottesdienste in der Zeit der Vakanz

Fest steht, dass in der Zeit der Vakanz in der Pfarreiengemeinschaft an jedem Wochenende zwei Gottesdienste stattfinden werden: am Samstags um 18.00 Uhr und Sonntags um 11.30 Uhr.
Wie folgt sind diese jeweils verteilt:

Samstags 18 Uhr

  • 1. und 3. Samstag eines Monates: St. Georg, Niederwerth
  • 2. und 4. (evtl 5.) Samstag eines Monates: Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus, Vallendar

Sonntags 11.30 Uhr

  • 1. und 3. (und evtl 5.) Sonntag eines Monates: Kreuzkirche, Vallendar
  • 2. und 4. Sonntag eines Monates: St. Peter und Paul, Urbar

Die Werktagsgottesdienste als Eucharistiefeiern entfallen.
Dafür können alle anderen Gottesdienstformen gepflegt werden.

Die Zuständigkeiten für Beerdigungen sind geregelt. Das Pfarrbüro weiß darüber Bescheid.

Das Pfarrbüro bleibt als Ansprechpartner erhalten. Die Gremien, also Pfarreienrat, Kirchengemeindeverband und Verwaltungsräte arbeiten selbständig, unter Vorsitz der jetzigen Stellvertreter. Damit ist eine Form gefunden, die zwar nicht alle Wünsche erfüllt, die aber einigermaßen gerecht alle Kirchorte der Pfarreiengemeinschaft berücksichtigt.

Pfr. Rüdiger Kiefer SAC

 

Adventsimpuls von Bischof Dr. Stephan Ackermann


 Marzellinus-Musik im Advent 2019

„Ein adventlicher Abend mit Max Reger“ – Orgelkonzert im Kerzenschein

Marzellinus-Musik am ersten Adventssonntag, 01. Dezember 2019

Die bald anbrechende Adventszeit ist die Zeit der Vorbereitung auf die Ankunft des Erlösers. Auch wenn das im Trubel der kommerzialisierten Adventsmärkte und in der Hektik der Festvorbereitungen unterzugehen droht, geht es im Advent vor allem um Kontemplation und Besinnung. Die Adventsveranstaltung im Rahmen der regelmäßigen Konzertreihe Marzellinus-Musik, die am Ersten Adventssonntag, 01. Dezember 2019 um 18.00 Uhr stattfinden wird, will genau dabei helfen: Im durch Kerzenschein erhellten Raum der Pfarrkirche Vallendar wird Kantor und Organist Johann Schmelzer Orgelwerke des spätromantischen, deutschen Komponisten Max Reger zu Gehör bringen, die einen guten musikalischen Start in die Adventszeit erleichtern.

Im Anschluss an das Konzert sind alle Konzertbesuchenden in der Pfarrkirche zu Glühwein und Plätzchen eingeladen. Der Eintritt zum Konzert ist frei, um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.

Reger komponierte für die Orgel ein gewaltiges Repertoire und sorgte so für eine Neubelebung der deutschen Orgelszene zur Jahrhundertwende des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Dabei gründet sein Schaffen auf der Auseinandersetzung mit dem Bach´schen Erbe und der Konfrontation mit der deutschromantischen und neudeutschen Schule. Es lag ihm am Herzen, für die symphonische Orgel seiner Zeit so zu komponieren, dass die klangtechnischen und dynamischen Fähigkeiten der Instrumente entsprechend ausgeschöpft werden konnten. Dem Organisten verlangte er einen „seelisch bewegten Vortrag“ ab. Beide Aspekte stehen am Ende für einen sehr expressiven musikalischen Duktus, der die Tradition in Form und Tonalität an ihre Grenzen führte und enorm vorantrieb.

Das erste Werk des Konzertabends, die 2. Sonate in d-moll Op. 60, stammt aus dem Jahre 1901 und zeigt Reger bereits in der Hochblüte seines Orgelschaffens. Lichtvolle und dunkle Facetten stellen die Spannung dieses Werkes her. Der erste Satz lässt mehrere Themen und Affekte miteinander kontrastieren. Das Stilmerkmal stets fluktuierender Dynamik und Entwicklungen ist hier exemplarisch verwirklicht.

Der zweite Satz „Invocation“  verkörpert ein sehnsüchtiges, elegisches Nachsinnen, aus dem heraus sich mit einer großen eruptiven Entwicklung eine Art Anrufung oder Aufschrei erhebt, auf die der Choral „Vom Himmel hoch“ quasi eine Antwort „von oben“ her gibt.

 Organist: Johann Schmelzer

Organist: Johann Schmelzer

Der dritte Satz ist quasi als Scherzo gedacht und fällt durch kurze und charakterlich sehr unterschiedliche Episoden auf, die die folgende Schlussfuge einleiten.

Bei Regers Opus 59, den zweiten Werk des Abends, handelt es sich vermutlich wohl um die populärste Sammlung seiner Orgelmusik. Dies mag daran liegen, dass sich hierbei überschaubare äußere Dimensionen mit überaus geglückten musikalischen Einfällen in guter Balance befinden. Die „Pastorale“ aus Op. 59 ist eine wiegende Hirtenmusik in Trio-Form mit durchweg lyrischem Charakter.

Das „Benedictus“ aus Op. 59 ist ein Charakterstück, dessen Name Programm ist: Hier scheint Reger vom gleichnamigen Ordinariumsteil der katholischen Liturgie inspiriert zu sein. Einem sehr lyrisch expressiven Rahmenteil, der sphärisch verklärt das Kommen des Gottessohnes meditiert folgt ein fugierter Mittelteil in Form einer großen Steigerung. Diese Episode könnte dem „Hosanna-Ruf“ entsprechen. Am Ende beruhigt sich der Satz und endet in der Stimmung des Beginns.

Ein weiterer Glanzpunkt des Konzertes wird die Fantasie über den Choral „Wie schön leucht‘ uns der Morgenstern“ Op. 40/1 sein, die aus Regers erster großen Schaffensperiode in Weiden stammt und den gleichnamigen evangelischen Choral in unterschiedlichen Affekten und Satztechniken unter Einsatz stets wechselnder Dynamik, variierten Tempi vertont und dabei der Form „Introduktion, Variation und Fuge“ folgt.

 

 


Bistum Trier Logo

Pfarreiengemeinschaft

Vallendar - Urbar - Niederwerth

Pfarrbüro
Beuelsweg 4
56179 Vallendar

Telefon: 0261 963190
buero@pfarrei-vallendar.de

DATENSCHUTZERKLÄRUNG

IMPRESSUM

Copyright