Viele Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft sind zur Verabschiedung der Pallottiner gekommen

Viele Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft sind zur Verabschiedung der Pallottiner gekommen

Verabschiedung der Pallottiner aus der Pfarreiengemeinschaft Vallendar, Urbar, Niederwerth

Mit der Einladung an alle anwesenden Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft Vallendar, Urbar, Niederwerth, sowie die Mitglieder der evangelischen Gemeinde, eine GmbH zu bilden, „eine Gemeinschaft mit begründeter Hoffnung, die immer mehr zusammenwächst im Glauben, in begründeter Hoffnung und in großer Herzlichkeit (Liebe)“, verabschiedete sich Pater Rüdiger Kiefer SAC im Rahmen eines Vesper-Gebetes am 29. Dezember 2019 von den Gemeinden, die er in den vergangenen 11 Jahren als Pfarrer geleitet hatte.

Pater Rüdiger Kiefer SAC, war 11 Jahre Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Vallendar, Niederwerth und Urbar

Pater Rüdiger Kiefer SAC, war 11 Jahre Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Vallendar, Niederwerth und Urbar

Frater Sebastian Wagner SAC (l.) und Pater Eugen Stephan SAC

Frater Sebastian Wagner SAC (l.) und Pater Eugen Stephan SAC

Mit Kiefer verabschiedeten sich auch P. Eugen Stephan SAC, der in Vallendar mehrere Jahre vornehmlich als Seelsorger in den beiden Vallendarer Altenheimen und der BDH-Klinik gewirkt hat und Frater Sebastian Wagner SAC, der zunächst als Pastoralpraktikant und dann als Diakon in der Pfarreiengemeinschaft mitgearbeitet hat. Der Vesper-Gottesdienst wurde vom Kirchenchor Vallendar, der Schola Urbar, Mitgliedern des Kinder- und Jugendchores Vallendar und Mitgliedern des Chores Cantate unter Leitung von Organist und Kirchenmusiker Johann Schmelzer sowie einer Bläsergruppe festlich gestaltet.

„Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch!“ (Kol 3,16)

Kiefer erinnerte in seiner Ansprache daran, dass sich die Pfarrkirche seit seiner Priesterweihe im Jahr 1983 sehr verändert habe. „Damals waren hinten, rechts und links, die Türen, die Orgel stand hier im Seitenschiff, der Chorraum sah noch anders aus.“ Vieles sei anders geworden, was auch symptomatisch sei für die Veränderungen in der Kirche. „Wo früher Zugänge waren, sind jetzt Mauern, die Türen sind woanders“. Verschiebungen hätten stattgefunden, etliches habe sich getan. Aber der, um den es gehe, nämlich Christus, sei der Gleiche geblieben, jedoch heute anders zu vermitteln als früher. „Es braucht heute andere Zugänge zu ihm als früher“, so Pater Kiefer.

 „Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch!“ Dieses Wort aus dem Kolosserbrief, das ihn bereits seit seiner Priesterweihe begleite, sei eine Anregung für den Zukunftsweg der Pfarreiengemeinschaft. Es gehe darum „den ganzen Reichtum Christi zu erschließen und zu vermitteln. Füße, Mund, Hände und Herz für die Botschaft Christi zu sein und damit für die Menschen da zu sein.“

Chöre aus der Pfarreiengemeinschaft gestalteten den festlichen Vesper-Gottesdienst musikalisch mit

Chöre aus der Pfarreiengemeinschaft gestalteten den festlichen Vesper-Gottesdienst musikalisch mit.

Auch eine Bläsergruppe hatte Organist und Chorleiter Schmelzer mit einbezogen

Auch eine Bläsergruppe hatte Organist und Chorleiter Schmelzer mit einbezogen

Anker, Fernglas und Herz

Es wäre nicht Pater Kiefer gewesen, wenn er nicht auch in dieser seine Tätigkeit in Vallendar abschließenden Predigt mit Symbolen deutlich gemacht hätte, was er den Zuhörern sagen wollte: Der Anker sei wichtig, auch wenn er nur gelegentlich zum Einsatz käme. In allen Veränderungen der aktuellen kirchlichen Situation brauche es so einen Anker, der festen Halt gäbe. Er wünsche der Pfarreiengemeinschaft und dem starken ökumenischen Miteinander, das hier in Vallendar gelebt werde, „dass sie sich immer wieder festmachen an dem, der uns das Beispiel gelingenden Lebens gebracht hat: Christus!“

Ein anderes Symbol sei das Fernglas. Sein Bestreben sei es immer gewesen, „das Wort, den Anspruch Christi näher ran zu holen, die Maßgabe für heute zu entdecken, neue Denkwege und Erfahrungen aufzunehmen und mit Weitblick zu handeln.“ Ein Fernglas lehre, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden. Wesentlich bleibe die Orientierung an Christus. Unwesentlich seien die Formen und Zugänge. „Diese können sich ändern, je nachdem, was Menschen prägt und ihr Leben gestaltet. Dazu muss man genau hinschauen und analysieren.“

Dass die Kirche nur eine Zukunftschance habe, wenn sie für die Menschen da sei, verband Kiefer mit dem dritten Symbol. Einem Herz. Er habe sich gemüht, nah bei den Menschen zu sein, sie zu verstehen, Trost zu spenden und Mut zu machen. Dabei habe er manches riskiert, auf seine Kappe genommen, sich außerhalb des Mainstreams gesetzt. Allerdings heiße mit Herz zu handeln ja nicht ohne Gebote und Grundsätze zu handeln. „Aber das Beispiel und Handeln Jesu belegt, dass er den Menschen mit Herz begegnet ist und nicht mit eingeforderten Vorleistungen, Ansprüchen oder Bedingungen“, so Kiefer. Er glaube, dass es sich in der Pfarreiengemeinschaft und im ökumenischen Miteinander herumgesprochen habe, dass eine herzliche Zuwendung viele Türen öffne. Durch diese Türen sei ein reger Austausch entstanden und er hege die Gewissheit, dass diese Türen der herzlichen Zuwendung nicht mehr zugeschlagen werden können. „Fahren sie in dieser Herzlichkeit und diesem Miteinander fort“, so Pater Kiefer eindringlich, „dann sehe ich, bei allen äußeren Formen, die sich ändern mögen, den Kern, die Botschaft Christi gewährleistet und auf einem guten Weg. Dann wird wahr, was im Kolosserbrief steht: ‚Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch‘.“

Pater Markus Hau SAC

Pater Markus Hau SAC

Berufen zur Mitverantwortung

Bevor sich alle Anwesenden im hinteren Teil der Kirche zu einem Abschieds-Empfang versammeln konnten, gab es noch einige Redebeiträge zur Verabschiedung der Pallottiner aus der Pfarreiengemeinschaft Vallendar. Pater Markus Hau SAC, Mitglied der Provinzleitung der Pallottiner in Deutschland, dankte den drei Mitbrüdern im Namen des Provinzials P. Helmut Scharler SAC für ihren Einsatz in Vallendar. Die Pallottiner seien weiterhin in Vallendar tätig in der Wasserburg und in der Hochschule. Traurig sei nach 60 Jahren Mitverantwortung nun der Abschied aus der Pfarreiengemeinschaft. Er hoffe, dass das Wirken der Pallottiner, ganz im Sinne ihres Gründers, des Heiligen Vinzenz Pallotti, in der Gemeinde ein Bewusstsein mit bewirkt habe, „Hirte“ und damit mitverantwortlich zu sein: „Jede und jeder ist dazu berufen!“

Bürgermeister Fred Pretz

Bürgermeister Fred Pretz

Dank für langen Atem

Fred Pretz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar dankte dem scheidenden Team für alles Engagement in der Stadt und Verbandsgemeinde. Dass es in manchen Fragen, wie z. B. in der Frage des Neubaus des Kindergartens auf dem Gelände der Wildburg zu langen Verzögerungen in der Entscheidungsfindung gekommen sei, sei politischen Ungereimtheiten geschuldet, die die Pfarrei habe mittragen müssen. „Ich möchte danke sagen, dass Sie das Projekt nicht aufgegeben, sondern für die Erziehung unserer Kinder nicht locker gelassen haben“, so Pretz an Pater Kiefer gerichtet.

Dr. Winfried Scholz

Dr. Winfried Scholz

Sensibler Seelsorger und tatkräftiger Verwalter

Dr. Winfried Scholz, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Pfarrei St. Marzellinus und Petrus, Vallendar und Vertreter im Kirchengemeindeverband betonte, dass die große Mehrheit der Gemeinde den Weggang der Pallottiner aus der Pfarreiengemeinschaft sehr bedauere. Pater Kiefer habe er bei der Zusammenarbeit als einen Pfarrer erlebt, „der zu schätzen weiß, wenn sich Frauen und Männer auch im kirchlichen Ehrenamt engagieren.“ Das gelte nicht nur für den Verwaltungsrat, sondern auch für andere Gruppierungen in der Gemeinde, besonders auch für die Kirchenmusik. Scholz wies darauf hin, dass die Ökumene für Pater Kiefer ein besonderes Anliegen gewesen sei. „Sie hatten das Glück, mit Ihrem evangelischen Amtsbruder Gerd Götz hier einen Partner und ich glaube auch Freund im gleichen Geist zu haben“, so Scholz. Die Sanierung des Dachs der Vallendarer Pfarrkirche, die Diskussionen um das Soziale Quartier, wo ein Schwerpunkt der Neubau des Seniorenheim St. Josef mit einem integrierten Pfarrheim sei, der Abriss der Urbarer Pfarrkirche St. Peter und Paul sowie der Neubau der Kapelle in der Urbarer Mitte oder die Anschaffung einer neuen Orgel für die Kirche in Niederwerth, seien nur einige große Projekte, die Pater Kiefer mit den Gremien zusammen durchgefochten habe. Neben all diesen Verwaltungsaufgaben sei Pater Kiefer aber vor allem ein sensibler Seelsorger gewesen, „der sich - ganz im Sinne von Papst Franziskus – vor allem den Bedürftigen und Kranken zuwandte“, so Scholz.

Pfarrer Gerd Götz

Pfarrer Gerd Götz

Die besten Protestanten innerhalb der katholischen Kirche

Pfarrer Gerd Götz, Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Vallendar, zeigte sich dankbar für die ökumenische Zusammenarbeit. Er verabschiede sich nicht nur von Kollegen, sondern von Freunden. „Wir durften miteinander viel bewegen“. Die Pallottiner seien seiner Meinung nach, „die besten Protestanten innerhalb der katholischen Kirche“. Theologisch-historisch wolle er das so einordnen: „Wenn Vinzenz Pallotti gesagt hat, wir sind alle Hirten, dann hat er etwas verstanden von dem, was Martin Luther meinte mit dem Priestertum aller Gläubigen.“ Götz dankte Pater Kiefer, dass es möglich war, vieles einfach zu machen. Dankbar sei er, dass die Gemeinden diese Wege mitgegangen seien.

Pfarrer Stephan Wolff, Koblenz, in Vertretung des Dekans

Pfarrer Stephan Wolff, Koblenz, in Vertretung des Dekans

Timo Krämer

Timo Krämer

Pater Kiefer, ein Mann des ausgefeilten Wortes

Pfarrer Stephan Wolff, Vertreter des Dechanten Pfarrer Thomas Hüsch, dankte den drei scheidenden Pallottinern für verlässliche Kollegenschaft, tatkräftige Seelsorge und die Freude am durchdachten Wort, mit dem sie dem Wort Christi „eine eigene Färbung“ gegeben hätten. Timo Krämer dankte im Auftrag des Pfarreienrates für viele schöne Gottesdienste, gute Gespräche, lange Sitzungen und eine gute Streitkultur mit offenem Ohr und Humor: „Ich persönlich bewunderte deine Standfestigkeit. Man konnte mit dir herrlich streiten“, so Krämer an Pater Kiefer gerichtet. Er überreichte den drei Pallottinern je ein Fotobuch, in dem alle Gruppierungen, die sie begleitet haben, jeweils ihren Dank ausdrücken. Zum Abschluss der Reden wurde das Lied „Fluch und Segen“ angestimmt, für das Pater Kiefer vor Jahren zusammen mit Jörg Gattwinkel SAC den Text verfasst hatte.

Fotos und Text: H. Brehm

Pater Kiefer und seine beiden Mitbrüder erhalten zum Abschied ein Fotobuch Zum Abschluss der Feier wird das Lied

Pater Kiefer und seine beiden Mitbrüder erhalten zum Abschied ein Fotobuch | Zum Abschluss der Feier wird das Lied "Fluch und Segen" gesungen

Die Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus war gut gefüllt

Die Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus war gut gefüllt

 


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