Oberlinger Orgel in St. Marzellinus und Petrus, Vallendar: Die Orgelreinigung ist im Gang (Foto: Brehm)

Oberlinger Orgel in St. Marzellinus und Petrus, Vallendar: Die Orgelreinigung ist im Gang (Foto: Brehm)

Orgelreinigung in der Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus

Besuchern der Vallendarer Pfarrkirche bietet sich derzeit beim Blick auf die Empore ein ungewohntes Bild: Die Oberlinger Orgel ist umfangreich eingerüstet und folglich kaum zu sehen.

Bedingt durch einen massiven Baustaubeintrag im Rahmen von Umbauarbeiten an der Sendeanlage der deutschen Funkturm Gmbh im Kirchturm sind abrasiv und korrosiv wirkende kalkhaltige Substanzen in das Innere der empfindlichen Orgelanlage gelangt, die nun mit beträchtlichem Arbeitsaufwand wieder entfernt werden müssen. Im Unterschied zu gewöhnlichem Hausstaub, der zwar ab einem gewissen Aufkommen vor allem den Klang kleiner Pfeifen beeinträchtigen kann, ansonsten aber keine dramatischen Konsequenzen für das Instrument nach sich zieht, ist Baustaub gerade in Verbindung mit Luftfeuchtigkeit im Stande, Mechanik, Elektrik und das Pfeifenwerk der Orgel in beträchtlichem Maße zu schädigen. Zudem führt er überwiegend bei kleineren Pfeifen auch zu einer deutlichen Abstumpfung des Klangbildes. Daher bestand dringender Handlungsbedarf, um das große Instrument vor kapitalen Schäden zu bewahren.

So wurden mehrere Gutachten erstellt, die den Schadensumfang und seine Qualität dokumentieren. Es gab mehrere Ortstermine mit Vertretern der gegnerischen Seite, Juristen, Sachverständigen, Gemeindevertretern und Orgelbauern. Schließlich wurden Angebote von drei Orgelbaufirmen zur Reinigung der Orgel eingeholt. Mit der deutschen Funkturm GmbH ist derzeit ein Rechtsstreit anhängig, bei dem die Kirchengemeinde ihren Anspruch auf Schadensersatz geltend macht.

Da der Ausgang des Verfahrens im zeitlichen Verlauf und im Ergebnis offen ist, gleichzeitig jedoch akuter Handlungsbedarf besteht, entschloss sich die Gemeinde, den Auftrag zur Reinigung an die Firma Raab&Plenz zu vergeben, die nun seit 15. Juni 2020 an der Orgel tätig ist. Im Verlauf von etwa drei Monaten werden alle Pfeifen und reinigungsbedürftigen Teile der Orgel ausgebaut, gesäubert, gerichtet und schließlich wieder eingebaut.

Dabei arbeiten die Orgelbauer sukzessive „von oben nach unten“. Derzeit laufen die Arbeiten am Schwellwerk, dem höchstliegenden Teilwerk der Orgel. Es folgen im weiteren Verlauf das Hauptwerk, Positiv und schließlich das Pedalwerk. Nach Vollzug der Reinigung und des Wiedereinbaus aller Komponenten werden schließlich die Orgelpfeifen nachintoniert und gestimmt, bevor das Instrument wieder voll einsatzfähig sein wird.

Bedingt durch die Arbeiten ist die Orgel nur eingeschränkt und phasenweise teils gar nicht spielbar.

Glücklicher Weise konnte die Durchführung dieser Maßnahme mit ihrem Schwerpunkt im Bereich der Sommerferien terminiert werden, so dass Liturgie und Konzerte möglichst gering beeinträchtigt werden.

Johann Schmelzer

 


 

Synodenumsetzung - Pfarreienreform nicht wie geplant möglich

Bischof berät mit Gremien und Gruppen über die weitere Synodenumsetzung

„Die Synode mit ihren Beschlüssen steht nicht in Frage. Es geht um einen bestimmten Teil ihrer Umsetzung, nämlich die Pfarreienreform.“ Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann bei den Beratungen zum weiteren Weg der Synodenumsetzung (17.-19. Juni 2020) betont. Er und die Bistumsleitung waren mit den diözesanen Räten (Pastoral-, Katholiken-, Priester- und Kirchensteuerrat), den Dekanatsleitungen, den Führungskräfte in Generalvikariat und Caritasverband, den designierten Leitungsteams und der Gesamtmitarbeitervertretung zusammengekommen, um über die Ergebnisse eines Gesprächs in Rom zu berichten und die nächsten Schritte zu diskutieren. Zur Information der beteiligten Personen gaben Bischof Dr. Stephan Ackermann und Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg Statements ab, die nachfolgend als Video und als PDF-Dateien dokumentiert sind.

Videostatement von Bischof und Generalvikar zur Eröffnung der Beratungen

Ausführlicher Bericht auf der Internetseite des Bistums


Dämmerschoppen beim Johannisfest 2018 an der Kreuzkirche (Foto: Ohlig)

Dämmerschoppen beim Johannisfest 2018 an der Kreuzkirche (Foto: Ohlig)

Johannisfest 2020 fällt wegen Covid-19 Pandemie aus

Seit 1977 feiern wir, die katholische Pfarrgemeinde der Kreuzkirche um dem 24. Juni, dem Johannistag, das Johannisfest auf dem Mallendarer Berg. Seit 1988 feiern wir gemeinsam mit unseren evangelischen Geschwistern abwechselt am Evangelischen Gemeindezentrum und der Kreuzkirche. In diesem Jahr wollten wir am 20. und 21. Juni, unter dem zeitgemäßen Motto „Da muss mal Luft dran“ zur aktuellen Situation unserer Kirchen wieder gemeinsam an der Kreuzkirche feiern. Leider ist dies aufgrund der Covid-19 Pandemie und den sich daraus ergebenen Einschränkungen nicht möglich. Wir hoffen aber, dass wir im nächsten Jahr wieder mit einander klönen, singen, beten, spielen und …. können. Dann am evangelischen Gemeindezentrum, das 2021 seinen 40sten Geburtstag feiert.    


 Gemeindebrief Aktuell - Teaser

 

Gemeindebrief Aktuell

Der Gemeindebrief "Aktuell" ist in einer neuen Aufmachung erschienen. Er wurde und wird den Senioren der Pfarreiengemeinschaft durch Mitglieder der Gemeinde in den Briefkasten zugestellt. Solange keine Veranstaltungen in der Pfarreiengemeinschaft möglich sind, soll auf diesem Weg die Verbindung miteinander aufrecht erhalten werden. Alle die kein Internet haben und sich nicht über die Homepage der Gemeinde informieren können, erhalten auf diesem Weg Impulse und Informationen.

Neben den aktuellen Informationen enthält der 4 Seiten umfassende Gemeindebrief einen Impuls zum Sonntagsevangelium von Pfarrer Fey oder Pater Casimir und weitere geistliche Impulse, ein Ermutigungswort und etwas zum Schmunzeln. Außerdem weden die Namen der Verstorbenen der Pfarreiengemeinschaft benannt.

Wer Personen kennt, die an dieser Form des Gemeindebriefes Freude hätten, kann sich melden bei: Claudia Schäfer (Tel.: 0151 17675971, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

DOWNLOADLINK

Darüber hinaus steht die Publikation hier als PDF zum Download zur Verfügung.

 


 

Kolping Logo

„Leben ist das, was passiert, während Du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“

Die Kolpingsfamilie Vallendar muss einige weitere Veranstaltungen absagen – Auch das beliebte A-cappella-Festival muss auf 2021 verschoben werden

„Leben ist das, was passiert, während Du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ Dieses Bonmot beschreibt gut die momentane Situation, in der wir uns alle befinden. In diesen Corona-Zeiten sind die vielen Pläne und Ideen leider allzu schnell obsolet. Davon ist nicht nur jedeR Einzelne persönlich betroffen, sondern auch Vereine und Verbände. Nicht nur im Hinblick auf die Verordnungen des Bistums, sondern vor allem als Beitrag zum Gesundheitsschutz aller muss auch die Kolpingsfamilie Vallendar ihre Pläne ändern und einige weitere Veranstaltungen absagen. Nach der Absage des Spielenachmittages und der Kreuzwegandacht im März, der regelmäßig am zweiten Donnerstag im Monat stattfindenden Treffen der Kolping-Wandergruppe sowie der Jahreshauptversammlung mit Vorstandsneuwahlen im April müssen nun auch der für den 3. Mai geplante Besuch des Kolping-Theaters Kärlich, der für den 17. Mai geplante Ruanda-Tag und das Johannesfest abgesagt werden. Bezüglich des Sommerferienabschlussgrillens, das für den 16. August 2020 geplant ist, erfolgen noch gesonderte Mitteilung, wenn die Lage besser zu beurteilen ist.

Wir werden versuchen, sobald es die Situation ermöglichst, die Jahreshauptversammlung mit Vorstandsneuwahlen sowie den Ruanda-Tag im zweiten Programmhalbjahr nachzuholen und werden die Termine entsprechend frühzeitig bekannt geben. Zudem werden wir mitteilen, wenn die regelmäßigen Wanderungen wieder starten können. Da die Kärlicher Theatergruppe das von ihnen für dieses Jahr eingeprobte Stück „Drei Männer im Schnee“ erst im kommenden Jahr aufführen wird, geht uns keine der sehenswerten Inszenierungen dieser tollen Gruppe verloren.

Aufgrund der momentanen Unabwägbarkeiten für die Veranstalter, aber auch die Künstler hat sich der Vorstand der Kolpingsfamilie zudem schweren Herzens dafür entschieden, das für den 24. Oktober 2020 geplante A-Cappella-Festival auf das kommende Jahr zu verschieben. Auch hier steht noch kein genauer Termin fest; sobald er vereinbart ist, wird er entsprechend kommuniziert.

Da die Kosten des Kolpingwerkes Deutschland, an die wir unsere Mitgliedsbeiträge vollumfänglich abführen, auch in dieser Situation weiterlaufen, werden wir turnusgemäß die Beiträge für das laufende Jahr im Mai 2020 einziehen.

Zu den Aktionen des Kolping-Bundes- und -Diözesanverbandes finden sich aktuelle Informationen unter www.kolping.de bzw. www.kolping-trier.de; dort werden auch regelmäßig Impulse eingestellt. Neben diesen Angeboten gibt es natürlich auch Angebote auf der Homepage der Pfarrei www.pfarrei-vallendar.de. Einen interessanten Zwischenruf des jungen Pallottiners Markus Grabisch SAC von Haus Wasserburg zur aktuellen Diskussion findet Ihr hier.

Das Bistum Trier macht in ihrer letzten Verlautbarungen zur Corona-Krise zudem darauf aufmerksam, dass „der Bedarf an einfachen Masken für Mund- und Naseschutz größer werden wird". Alle nähfreudigen Personen in unseren Gemeinden sind aufgerufen, sich an der Herstellung solcher Masken zu beteiligen (Näh-Anleitung).

„Leben ist das, was passiert, während Du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ Selten war dieser Spruch so aktuell wie heute. Gleichwohl dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, wer und was uns anvertraut ist und das der Schutz des Lebens vor allen anderen Feiern, Formen und Vollzügen höchste Priorität haben muss. In diesem Sinne heißt es, für sich selbst und andere Verantwortung zu übernehmen, nicht egoistisch und nur auf seine Bedürfnisse bedacht zu sein und das Wohl aller Menschen im Blick zu behalten – so wie es Adolf Kolping vorgelebt hat.

 


 

Aktion WJT@home am Samstag 4. April 2020, 19 Uhr (Foto: afj)

Aktion WJT@home am Samstag 4. April 2020, 19 Uhr (Foto: afj)

Hbre. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation, die die gesamte Welt betrifft, können die diözesanen Weltjugendtage, zu denen der Papst immer am Palmsonntag eingeladen hat und die ihr eigentliches Datum an diesem Tag haben, nirgends stattfinden. Gemeinsam mit den WJT-Nationalverantwortlichen aus Österreich und der Schweiz haben die Verantwortlichen der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, afj, sich spontan - daher kommt diese Nachricht auch so kurzfristig - eine kurze, digitale Aktion zum 35. Weltjugendtag 2020 überlegt: WYD@home.

„Diese Aktion am Vorabend des Palmsonntages ist zwar kein Ersatz“, schreibt Sylvia Buhl von der afj, „vereint aber dennoch alle WJT-Freunde zumindest ein wenig miteinander, bringt ins Gebet und möchte wenigstens per Social Media Hoffnung weiterschenken. Denn Gott ist unsere Zuversicht, auch und gerade in schweren Zeiten!“ Die Freude darüber solle nicht nur bei den großen Weltjugendtagen spürbar werden.

Aktion WJT@home (Foto: afj) Aktion WJT@home (Foto: afj) Aktion WJT@home (Foto: afj) Aktion WJT@home (Foto: afj)

Aktion WJT@home

Junger Mensch, ich sage dir: Steh auf! (vgl. Lk 7,14)

Die Verantwortlichen der Aktion laden auch dazu ein, die Botschaft von Papst Franziskus zum 35. WJT, die er extra für dieses Wochenende geschrieben hat, zu lesen. Der Papst bezieht sich auf die biblische Geschichte des Jünglings von Naim und erschließt in seinem Schreiben einige Gesten und Worte, die schließlich zur Auferweckung des jungen Verstorbenen führen.

Leid und Tod sehen

Es käme darauf an, Leid und Tod zu sehen. Um uns herum, aber manchmal auch in uns selbst, begegnen wir der Wirklichkeit des Todes: physisch, spirituell, emotional, sozial“, so der Papst. Es gäbe viele Situationen, in denen Apathie herrsche, in denen man sich im Abgrund von Ängsten und Schuldgefühlen verliere. Aber es gäbe auch viele, die an der Oberfläche leben, sich für lebendig hielten, während sie im Inneren tot seien. Negative Grundeinstellungen könnten auch durch persönliches Versagen hervorgerufen werden oder durch das Zerplatzen von Träumen. Weitere Situationen eines physischen oder moralischen Todes könnten Sucht, Kriminalität, Elend, eine schwere Krankheit sein. „Ich überlasse es euch, persönlich darüber nachzudenken und euch bewusst zu machen, was den ‚Tod‘ in euch oder in jemandem, der euch nahesteht, in der Gegenwart oder in der Vergangenheit verursacht hat. Denkt aber gleichzeitig auch daran, dass dieser junge Mann aus dem Evangelium, der wirklich gestorben war, wieder ins Leben zurückkehrte, weil er von jemandem angeschaut wurde, der wollte, dass er lebt. Dies kann auch heute jeden Tag geschehen“, so Papst Franziskus.

Erbarmen haben

Leid und Tod zu sehen sei das eine, Erbarmen zu haben ein weiteres – so wie Jesus den Schmerz dieser Mutter zu seinem Schmerz mache. „Bei vielen Gelegenheiten zeigt ihr jungen Leute, dass ihr mit-leiden könnt“, so Papst Franziskus. „Man sieht das schon daran, dass viele von euch sich großzügig und hingebungsvoll einsetzen, wenn die Umstände es erfordern. Es gibt keine Katastrophe, kein Erdbeben, keine Überschwemmung, bei der nicht viele junge Freiwillige bereit sind, mitzuhelfen. Auch die große Mobilisierung junger Menschen, die Willens sind für die Schöpfung einzutreten, zeugt von eurer Fähigkeit, den Schrei der Erde zu hören.

Nähe und „Berührung“

Der dritte Punkt sei Nähe und Berührung. Berührung durchbreche die Situation der Entmutigung und Verzweiflung. „Es ist die Berührung durch das Göttliche, die auch durch echte menschliche Liebe vermittelt wird und unvorstellbare Räume der Freiheit, der Würde, der Hoffnung und eines neuen Lebens in Fülle eröffnet.“

»Junger Mensch, ich sage dir: Steh auf!«

Der Name des jungen Mannes, den Jesus in Nain von den Toten auferweckt hat, werde im Evangelium nicht genannt, so schreibt der Papst. Dies sei eine Einladung an den Leser, sich mit ihm zu identifizieren. „Jesus spricht zu euch, zu mir, zu jedem von uns und sagt: »Steh auf!«.“ Und Franziskus zitiert aus seinem nachsynodalen Schreiben CHRISTUS VIVIT an die jungen Menschen und an das ganze Volk Gottes: »Wenn du die innere Kraft, die Träume, den Enthusiasmus, die Hoffnung und die Großmut verloren hast, tritt Jesus vor dich, wie er vor dem toten Sohn der Witwe erschien, und fordert dich mit all seiner Auferstehungsmacht auf: Junger Mensch, „ich sage dir: Steh auf!“« (Nr. 20, CV).

„Steh auf!“ in der virtuellen Vernetzung

Mit seiner Botschaft wolle er ausgehend vom Jesus-Wort „Steh auf!“ gemeinsam mit den jungen Menschen „auch die Herausforderung eines kulturellen Wandels anregen.“ Obwohl es heute eine vielfache Vernetzung gäbe, gäbe es oft keine Kommunikation. „Die Verwendung elektronischer Geräte kann, wenn sie nicht in rechtem Maße geschieht, dazu führen, dass wir ständig am Bildschirm kleben“, so der Papst. Das Wort „Steh auf!“ sei eine Einladung, sich einer Realität zu öffnen, die weit über das Virtuelle hinausgeht. „Das bedeutet nicht, die Technik zu verachten, sie jedoch als Mittel und nicht als Zweck zu benutzen.“ „Steh auf“ bedeute auch „träume“, „riskiere etwas“, „strebe danach, die Welt zu verändern“, entfache neu deine Sehnsüchte, betrachte den Himmel, die Sterne, die Welt um dich herum. „Steh auf und werde, was du bist!“

Aktion am Samstagvorabend des Palmsonntag

Glockengeläut in der Corona-Krise

An jedem Abend läuten um 19.30 Uhr die Glocken in der Pfarreiengemeinschaft, zusammen mit vielen Glocken der Kirchen in unserem Land. Die Menschen sind aufgerufen eine Kerze ins Fenster zu stellen und ein Vater Unser zu beten.

Wir denken an die Toten, an die schwer Erkrankten, an die Ärzte, Forscher und das Pflegepersonal, die bis zum Umfallen arbeiten. Wir denken an jene, die unser Land noch am Laufen halten und die Vielen, die wirtschaftlich an ihre Grenzen kommen. Wir denken an jene, die keine Einkommen mehr haben, solche, die die als Selbständige ihr Geschäft schließen müssen und bangen um ihre Existenz und die ihrer Mitarbeiter.

Und wir wissen uns untereinander verbunden, auch wenn wir uns bei den Gottesdiensten derzeit nicht versammeln können.

 


 

 

Fastenhirtenbrief zur Österlichen Bußzeit 2020

Diakonisch Kirche sein

Liebe Schwestern und Brüder im Bistum Trier,

wie Sie wissen, hat am 21. November des letzten Jahres die Kleruskongregation in Rom die geplante Errichtung der ersten 15 Pfarreien der Zukunft ausgesetzt, um eine sorgfältige Überprüfung des Errichtungsgesetzes vornehmen zu können. Das war eine ebenso überraschende wie einschneidende Maßnahme.

Mit der römischen Intervention ist aber weder die Synode insgesamt infrage gestellt, noch sind wir dazu verurteilt, die Hände in den Schoß zu legen. Im Gegenteil: Da wir nun zunächst die neuen Pfarreien nicht errichten, haben wir die Gelegenheit, uns verstärkt einem anderen wesentlichen Anliegen der Synode zuzuwenden: Das ist die „diakonische Kirchenentwicklung“. Diesem Anliegen will auch die geplante Pfarreienreform dienen.

Diakonische Kirchenentwicklung

Was bedeutet das eigentlich: diakonische Kirchenentwicklung? Zunächst geht es schlicht darum, bewusster und mehr als bisher den diakonischen Auftrag, den wir als Kirche haben, zu leben. Die Synode sagt: „Eine Kirche, die Jesus Christus folgt, weiß sich an die Ränder und Grenzen gesandt, ist empfindsam und solidarisch, wo Menschen in Gefahr sind, ihre Würde zu verlieren oder ihrer Würde beraubt zu werden.“ Und: Eine diakonische Kirche „begibt sich dabei in das ihr selbst Fremde. Sie sucht Begegnung mit Anderem und mit Anderen und lässt sich davon irritieren, betreffen, inspirieren: sie lässt sich evangelisieren.“ (Nr. 1)

Diakonische Kirchenentwicklung heißt also auch: Wir werden selbst mehr und wahrhaftiger Kirche Jesu Christi, wenn wir uns als eine Gemeinschaft verstehen, die den Menschen dient, anstatt ängstlich um uns selbst zu kreisen und nach Wegen zu suchen, wie wir uns selbst erhalten können. „Wer sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es gewinnen“, sagt Jesus (Mt 16,25). Das gilt nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Kirche: Wer von sich weg auf den Anderen zugeht, der wird sich finden. Das ist das Geheimnis unseres Glaubens.

Nun ist es nicht so, als ob wir beim diakonischen Engagement der Kirche ganz von vorne anfangen müssten. Was gibt es in der Kirche und in unserem Bistum nicht alles an diakonischem und sozialem Einsatz, ehrenamtlich wie hauptamtlich! Wie viel Segen geht von den caritativen Einrichtungen in unserem Bistum aus! Wie viele Menschen engagieren sich ganz selbstverständlich für andere, ohne dass es ihnen besonders gedankt würde oder sie damit ein großes Vermögen verdienen könnten, etwa in der Pflege oder Betreuung von Menschen, die diese Unterstützung brauchen. Immer wieder beeindrucken mich bei meinen Besuchen im Bistum die Hingabe und die Kreativität, mit der in unseren Gemeinden, Verbänden und Einrichtungen Hilfe geleistet wird.

Und dennoch oder gerade deshalb besteht die Gefahr, dass wir das helfende Engagement bestimmten Akteuren überlassen, weil sie in unseren Augen dafür zuständig oder darauf spezialisiert sind. Dabei ist unbestritten, dass es in vielen Bereichen eine entsprechende Qualifikation braucht, um anderen Menschen wirksam zu helfen. Andererseits wissen wir, wie unverzichtbar für uns Menschen über alle fachliche Qualifikation hinaus die persönlich-spontane Zuwendung des Anderen ist. Was für ein schönes Gefühl, wenn jemand anderes sich ehrlich für mich interessiert.

Diakonische Haltung konkret

Hier setzt die Synode an: Denn sie versteht das Diakonische nicht bloß als einen bestimmten Teilbereich der Kirche, sondern als eine Grundhaltung, die alle Getauften in ihrem Handeln prägen soll. Wie können wir diese diakonische Grundhaltung pflegen und mehr ausprägen?

Die Synode sagt: „Die Ortskirche von Trier entwickelt sich zu einer diakonischen Kirche, die Menschen in Armut, Bedrängnis und Not wahrnimmt. Sie lässt sich von ihnen berühren, handelt mit ihnen solidarisch und lässt sich von ihnen evangelisieren.“ (Synodenabschlussdokument Anlage 1.1) Die Synode schlägt also ganz konkret drei Schritte vor: Sich-berühren-Lassen, Solidarität zeigen, Sich-evangelisieren-Lassen.

Sich-berühren-Lassen: Das klingt irgendwie selbstverständlich, ist es aber im Alltag nicht. Denn angesichts der vielen Probleme und Nöte in unserer Welt stehen wir in der Gefahr abzustumpfen, nicht mehr genau hinzusehen und hinzuhören. Wir müssen achtgeben, dass wir nicht kaltherzig oder gar zynisch werden. Auch wenn wir die Grenze unserer Leistungs- und unserer Leidensfähigkeit spüren, ist die Bereitschaft, sich vom Geschick eines Anderen berühren zu lassen, der Ausgangspunkt christlicher Nächstenliebe. Christinnen und Christen zeichnen sich dadurch aus, dass sie dem Leiden der Anderen nicht ausweichen. Denn in der Ohnmacht des Leidens begegnen wir Gott.

Solidarität zeigen: Wirksame Nächstenliebe lebt davon, dass sie nicht bloß eine innere Bewegung und ein Gefühl bleibt, sondern zu konkretem Handeln wird. Der Samariter im Evangelium hat sich von der Not des Ausgeraubten berühren lassen, aber er ist nicht einfach mit einem dumpfen Gefühl des Mitleids weitergeritten, sondern er ist von seinem Reittier abgestiegen und hat sich um den Verletzten gekümmert (Lk 10, 30-35). Wenn wir dem Nächsten in seiner Not helfen, sagen wir mit Gott „Ja zu allem, was dem Leben dient und […] Nein zu allem, was das Leben zerstört.“ (Synodenschlussdokument Nr. 1)

Der dritte Schritt, den die Synode vorschlägt, mag für uns in diesem Zusammenhang am überraschendsten klingen: Sich-evangelisieren-Lassen. Die Synode ist davon überzeugt, dass wir in der dienenden und helfenden Zuwendung zum anderen Menschen nicht nur die Gebenden sind, sondern auch empfangen. Nicht diejenigen, die gescheit über die Liebe philosophieren, verstehen das Evangelium am besten, sondern diejenigen, die es tun (vgl. 1 Joh 4,8). Papst Franziskus wird noch deutlicher, wenn er schreibt: „Die Armen retten uns, weil sie uns ermöglichen, dem Antlitz Jesu Christi zu begegnen.“ (Botschaft zum Welttag der Armen 2019, Nr. 9).

Die Begegnung mit dem Anderen lässt uns Jesus Christus tiefer verstehen, der aus Liebe zu uns Menschen arm geworden ist, der um unsere Liebe wirbt und der sich uns zu erkennen gibt im Gesicht der Anderen, besonders der Armen, Schwachen und Hilfsbedürftigen. „Was ihr einem der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan“, sagt Jesus (Mt 25,40).

Der „Dreiklang“ der Fastenzeit

Liebe Schwestern und Brüder! Die vierzigtägige Vorbereitungszeit auf Ostern ist geprägt durch den Dreiklang von Fasten, Gebet und Werken der Liebe. In der landläufigen Wahrnehmung der Fastenzeit treten nicht selten die Elemente des Gebets und der Werke der Nächstenliebe in den Hintergrund. Dabei gehören sie unverzichtbar mit dazu. Denn so wichtig und hilfreich Vorsätze zum Fasten sind, so sehr stehen sie für sich allein genommen in der Gefahr, dass die Person, die fastet, dabei doch um sich selbst kreist, weil sie die Konzentration vor allem auf sich selbst richtet. Das ist Fasten als Selbstoptimierung. Damit wird aber der eigentliche Sinn des Fastens ins Gegenteil verkehrt. Denn der freiwillige Verzicht soll dazu helfen, freier zu werden von sich selbst und sensibler für die Anderen, d.h. für Gott und die Menschen.

In diesem Sinn möchte ich Sie anregen, in der diesjährigen Fastenzeit neben dem traditionellen Verzicht auf Nahrung und Genussmittel Ihre Aufmerksamkeit besonders auf die „Werke der Liebe“ zu richten. Wenn wir uns im Sinne unserer Diözesansynode um Erneuerung bemühen wollen, dann könnten wir als einzelne und als Gemeinden in der diesjährigen Fastenzeit unsere diakonische Sensibilität und unser diakonisches Engagement stärken.

Das kann etwa konkret dadurch geschehen,

  • dass ich mich, vom Beispiel Jesu inspiriert, einem Menschen mit Interesse zuwende, der mich ansonsten nicht interessieren würde;
  • dass ich mich in die Überzeugung einübe, dass ein Mensch, der von mir Hilfe erwartet, nicht nur ein Hilfsbedürftiger ist, sondern eine Person mit eigenen Fähigkeiten und Ideen, die auch etwas beizutragen hat;
  • dass ich mich am Ende eines Tages frage, welchem Menschen außerhalb meines Familien- und Freundeskreises ich heute zu leben geholfen habe;
  • dass eine Gruppe der Gemeinde eine Einrichtung der Caritas oder der Zivilgemeinde besucht, in der Menschen sind, die besondere Schwierigkeiten zu bewältigen haben oder im „toten Winkel“ unserer Gesellschaft leben.

Liebe Mitchristen, das sind nur ein paar beispielhafte Anregungen, die dazu dienen können, uns im Bistum Trier stärker zu einer diakonischen Kirche zu entwickeln. Weitere konkrete Informationen und Materialien finden Sie auf der Bistumshomepage und am Schriftenstand. Ich empfehle sie Ihnen als Fastenbegleiter (klicken Sie auf den Link).

Ich würde mich freuen, wenn Sie die Fastenzeit nicht bloß als eine Zeit der Buße und der Selbstüberwindung erleben, sondern vor allem als eine Zeit, die uns hilft, den Auftrag und das Glück der christlichen Botschaft bewusster zu entdecken. Dazu segne Sie alle der dreifaltige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

Ihr Bischof
+ Stephan

 

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