Oberlinger Orgel in St. Marzellinus und Petrus, Vallendar: Die Orgelreinigung ist im Gang (Foto: Brehm)

Oberlinger Orgel in St. Marzellinus und Petrus, Vallendar: Die Orgelreinigung ist im Gang (Foto: Brehm)

Orgelreinigung in der Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus

Besuchern der Vallendarer Pfarrkirche bietet sich derzeit beim Blick auf die Empore ein ungewohntes Bild: Die Oberlinger Orgel ist umfangreich eingerüstet und folglich kaum zu sehen.

Bedingt durch einen massiven Baustaubeintrag im Rahmen von Umbauarbeiten an der Sendeanlage der deutschen Funkturm Gmbh im Kirchturm sind abrasiv und korrosiv wirkende kalkhaltige Substanzen in das Innere der empfindlichen Orgelanlage gelangt, die nun mit beträchtlichem Arbeitsaufwand wieder entfernt werden müssen. Im Unterschied zu gewöhnlichem Hausstaub, der zwar ab einem gewissen Aufkommen vor allem den Klang kleiner Pfeifen beeinträchtigen kann, ansonsten aber keine dramatischen Konsequenzen für das Instrument nach sich zieht, ist Baustaub gerade in Verbindung mit Luftfeuchtigkeit im Stande, Mechanik, Elektrik und das Pfeifenwerk der Orgel in beträchtlichem Maße zu schädigen. Zudem führt er überwiegend bei kleineren Pfeifen auch zu einer deutlichen Abstumpfung des Klangbildes. Daher bestand dringender Handlungsbedarf, um das große Instrument vor kapitalen Schäden zu bewahren.

So wurden mehrere Gutachten erstellt, die den Schadensumfang und seine Qualität dokumentieren. Es gab mehrere Ortstermine mit Vertretern der gegnerischen Seite, Juristen, Sachverständigen, Gemeindevertretern und Orgelbauern. Schließlich wurden Angebote von drei Orgelbaufirmen zur Reinigung der Orgel eingeholt. Mit der deutschen Funkturm GmbH ist derzeit ein Rechtsstreit anhängig, bei dem die Kirchengemeinde ihren Anspruch auf Schadensersatz geltend macht.

Da der Ausgang des Verfahrens im zeitlichen Verlauf und im Ergebnis offen ist, gleichzeitig jedoch akuter Handlungsbedarf besteht, entschloss sich die Gemeinde, den Auftrag zur Reinigung an die Firma Raab&Plenz zu vergeben, die nun seit 15. Juni 2020 an der Orgel tätig ist. Im Verlauf von etwa drei Monaten werden alle Pfeifen und reinigungsbedürftigen Teile der Orgel ausgebaut, gesäubert, gerichtet und schließlich wieder eingebaut.

Dabei arbeiten die Orgelbauer sukzessive „von oben nach unten“. Derzeit laufen die Arbeiten am Schwellwerk, dem höchstliegenden Teilwerk der Orgel. Es folgen im weiteren Verlauf das Hauptwerk, Positiv und schließlich das Pedalwerk. Nach Vollzug der Reinigung und des Wiedereinbaus aller Komponenten werden schließlich die Orgelpfeifen nachintoniert und gestimmt, bevor das Instrument wieder voll einsatzfähig sein wird.

Bedingt durch die Arbeiten ist die Orgel nur eingeschränkt und phasenweise teils gar nicht spielbar.

Glücklicher Weise konnte die Durchführung dieser Maßnahme mit ihrem Schwerpunkt im Bereich der Sommerferien terminiert werden, so dass Liturgie und Konzerte möglichst gering beeinträchtigt werden.

Johann Schmelzer

 


 

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