Ermutigung für die Woche

Gott kann beides. Entweder er beruhigt den Sturm oder er lässt den Sturm toben und beruhigt die, die ihm vertrauen.“ (Otto Schaude)


Gebet von Edith Stein (Grafik: Brehmn)

„Herr, rette mich!“

zum 19. Sonntag im Jahreskreis - 9. Juli 2020,  Lesejahr A: Mt 14,30


Als Petrus aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst. Und als er begann unterzugehen, schrie er: „Herr, rette mich!“ (Mt 14,30) Angst und mangelnder Mut stellen ein bedeutendes Hindernis für ein Leben im Glauben und in der Liebe dar. Ebenso wie die Apostel auf dem Boot können auch wir uns von der Angst lähmen lassen. Sie hindert uns daran zu sehen, wie nahe Christus uns ist.

Er ist Emmanuel, der Gott mit uns, und er ist auch der Gott der Natur, der Stürme, der allen zerstörerischen Kräften befiehlt. Selbst wenn wir auf einem Boot zu sein scheinen, „ein paar Meilen vom Ufer entfernt und ... von den Wellen durch den Gegenwind erschüttert“, ist er nicht weit von jedem von uns entfernt.

Aus dem Boot steigen und auf Jesus zugehen

Wie Petrus dürfen wir bereit sein, unsere Sicherheit und übermäßige Sorge um uns selbst zu riskieren, wenn wir wollen, dass unser Glaube gestärkt wird. Christus sagt zu jedem von uns: „Komm“. Um aus dem Boot zu steigen und auf ihn zu zu gehen, müssen wir manchmal das Wasser des Leidens überqueren. Was passiert dann, wenn wir die Stärke des Windes spüren, anfangen, Angst zu haben und sinken? Um die Angst zu überwinden, muss man dem Beispiel Jesu folgen: „Er ging allein auf den Berg, um zu beten“. Der Glaube wird nur durch regelmäßige Gebetsübungen gestärkt.

Edith Stein – mutige Frau, die aufrecht durch Stürme ging

Am 9. August feiern wir den Gedenktag der Hl. Edith Stein, die durch viele Stürme gehen musste und dafür Gottes Beistand brauchte. Sie fand ihre Kräfte und den Mut im Gebet und in der Stille. Die in Breslau geborene jüdische Frau studierte und promovierte in Philosophie bei Edmund Husserl in Freiburg. Nach langer Suche fand sie zum Glauben an Gott und ließ sich katholisch taufen. In den Jahren von 1919-1933 ging sie zahlreichen Lehrtätigkeiten in Breslau, Speyer und Münster nach, die sie auf Druck der NSDAP einstellen musste. Seit ihrer Konversion verstand sie den Lehrberuf sowie ihr wissenschaftliches Wirken als Gottesdienst. Im Oktober des Jahres 1933 trat sie schließlich nach langem Ringen in das Kölner Karmelitinnen-Kloster ein und nahm den Ordensnamen Teresia Benedicta vom Kreuz an. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft musste Edith Stein nach Echt in die Niederlande fliehen. Am 2. August 1942 wurde sie von den Nationalsozialisten verhaftet und in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort starb sie vermutlich am 9. August in der Gaskammer.

Edith Stein ist Verfasserin zahlreicher philosophisch-theologischer Schriften. Sie wurde durch Papst Johannes Paul II 1998 heiliggesprochen. Zudem erhob er sie zur Schutzheiligen Europas. Einige ihre Gebete (siehe unten) können auch uns in unseren täglichen Stürmen und Ängsten begleiten.

P. Casimir Kumar Amalraj OCD
Kooperator

Ein Gebet von ihr:

„Und wenn die Nacht kommt und der Rückblick zeigt, dass alles Stückwerk war und vieles ungetan geblieben ist, wenn so manches tiefe Beschämung und Reue weckt: dann alles nehmen, wie es ist, in Gottes Hände legen und ihm überlassen. So wird man in ihm ruhen können, wirklich ruhen und den neuen Tag wie ein neues Leben beginnen.“ (Edith Stein)


Der Schmetterling

Eines Tages fand ein Mann einen Kokon, indem ein Schmetterling gerade begonnen hatte, sich zu befreien. Irgendwann geschah gar nichts mehr, der Schmetterling schien ermattet. Der Mann wollte ihm zu Hilfe eilen und versuchte den Kokon abzustreifen, dass der Schmetterling frei käme. Der Schmetterling lag nun frei ohne Kokon da, aber er konnte sich nicht in die Lüfte erheben. Er krabbelte auf dem Boden herum, denn seine Flügel waren klein und schrumpelig. Der Mann hatte nicht beachtet, dass der Kampf aus dem Kokon für den Schmetterling wichtig ist. Durch das Herauskämpfen werden die Flügel stark, so dass sie ihn in die Lüfte erheben können.

Wie oft wünschen wir uns, dass Gott uns durchs Leben gehen lässt, ohne dass wir, unsere Kinder oder Freunde durch irgendwelche Schwierigkeiten hindurchgehen müssen. Er aber sieht weiter und hat schon die lebensrettenden Flügel im Blick, während er uns durch die Schwierigkeiten hindurch begleitet, ohne sie uns abnehmen zu können.


Ins Leben lächeln

Urlaub, frei werden, leicht werden, wie der Schmetterling über den Blüten schweben. Ballast abwerfen, einengende Ketten zerreißen, achtsam im Augenblick bleiben, die Hände in den Schoß legen, einfach die Augen schließen und lauschen, mich anrühren lassen und gewiss sein, dass Gottes bergende Hand mir Schutz und Ruhe bieten wird und dass „Nichts tun“ und „nichts Tun“ Urlaub pur bedeuten.


Zum Schmunzeln

Ein Theologiestudent in der Prüfung, vor ihm eine Handvoll streng dreinblickender Professoren. Nichts fällt ihm ein auf die gestellten Fragen. So sagt er: „In meinem Kopf ist es wie in einer Wüste!“ „Na“, meint ein Professor freundlich, „eine kleine Oase wird doch da sein?“ „Das schon, Herr Professor, nur ob die Kamele sie finden werden?!“