„Mit Bach in den Advent“ – Ein Orgelkonzert im Kerzenschein

Marzellinus-Musik am ersten Adventssonntag, 2. Dezember 2018

Die bald anbrechende Adventszeit ist die Zeit der Vorbereitung auf die Ankunft des Erlösers. Auch wenn das im Trubel der kommerzialisierten Adventsmärkte und in der Hektik der Festvorbereitungen unterzugehen droht, geht es im Advent vor allem um Kontemplation und Besinnung. Die diesjährige Adventsveranstaltung im Rahmen der regelmäßigen Konzertreihe Marzellinus-Musik, die am Ersten Adventssonntag, 02. Dezember 2018 um 18.00 Uhr stattfinden wird, will genau dabei helfen: Im durch Kerzenschein erhellten Raum der Pfarrkirche Vallendar wird Kantor und Organist Johann Schmelzer (*1969) adventliche Klänge des deutschen Orgelgroßmisters Johann Sebastian Bach zu Gehör bringen, die einen guten musikalischen Start in die diesjährige Adventszeit erleichtern.

Im Anschluss an das Konzert sind alle Konzertbesuchenden in der Pfarrkirche zu Glühwein und Plätzchen eingeladen. Der Eintritt zum Konzert ist frei, um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.

Plakat Marzellinusmusik Dezember 2018

Johann Sebastian Bach (1685-1750) ist unbestritten einer der einflussreichsten und größten deutschen Komponisten, der uns mit seiner Musik nicht nur durch das gesamte Kirchenjahr, sondern auch durch das Leben zu begleiten vermag. Kein Wunder also, dass er auch Werke geschaffen hat, die vor allem in den Advent zu verorten sind und die helfen, sich auf das Warten auf den Erlöser einzulassen und das nahende Geheimnis von Weihnachten zu erspüren. Für das Konzert hat Organist Johann Schmelzer ausschließlich Werke von Bach ausgewählt, die diesen Zielen verpflichtet sind.

Zu Gehör gebracht werden drei Choralvorspiele über „Nun komm, der Heiden Heiland“, einem Adventslied Martin Luthers, das auf den altkirchlichen Hymnus „Veni redemptor gentium“ des Ambrosius von Mailand (339–397) zurückgeht. Die drei Werke (BWV 659-661), die aus den „Leipziger Chorälen“ und damit aus der späten Schaffenszeit Bachs in Leipzig stammen, sind je unterschiedlich in der Satzstruktur und führen den Choral teils stark oder mäßig koloriert im Sopran oder in langen Noten im Bass durch.

Die Choralvorspiele zu „Meine Seele erhebt den Herren“ (BWV 648), „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ BWV 645 und „Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter“ stammen ebenfalls aus der späten Schaffensperiode Bachs und sind in der Sammlung der „Schübler-Choräle“ enthalten, die erstmals 1748/49 gedruckt wurden. Dabei handelt es sich um von Bach selbst komponierte und auf die Orgel übertragene originale Orchesterstücke, die verschiedenen Kantaten entnommen sind.

Die Kantatensatzbearbeitung „Der du bist dem Vater gleich" (BWV 36.6) stammt aus der Kantate Nr. 36 „Schwingt freudig euch empor", die Bach in Leipzig für den 1. Advent komponierte und dort am 2. Dezember 1731 erstmals aufführte. Hierbei zitiert der Cantus firmus die Melodie des Chorales „Nun komm, der Heiden Heiland“. Auch nach am Konzerttag genau 287 Jahren werden diese Bach´schen Klänge auch heute noch Herz und Sinne der Gläubigen erreichen.

Als meditatives "Intermezzo" erklingt zudem die „Air“ aus der 3. Orchestersuite in einer Bearbeitung für die Orgel, die den stimmungsmäßigen Mittelpunkt des Programmes bildet.

Neben der „Fuga sopra Magnificat“ (BWV 733) sind zwei größere Cantus-firmus-freie und gleichermaßen prominente Orgelstücke aus früheren Schaffensperiode Bachs zu hören: Die populäre „Toccata in d-moll“ (BWV 565) stammt wohl aus der frühen Arnstädter Zeit zwischen 1703 und 1707 und zeigt einen mitreißend jugendlichen Bach. Dieses Werk gilt wohl als eines der „mit Abstand bekanntesten Orgelwerke europäischer Kunstmusik“.

Ebenso berühmt ist die „Fantasie und Fuge in g-moll“ (BWV 542). Dieses gleichermaßen expressive und auch virtuose Werk hat bis zum heutigen Tag nichts von seiner Aura und Ausstrahlung verloren. Vermutlich stammt es aus dem Jahre 1720 und könnte womöglich durch Bachs Bemühungen um eine Organistenstelle in Hamburg motiviert worden sein, wo sich Bach nach dem Tode seiner ersten Frau Maria Barbara erfolglos um die Stelle an St. Jacobi bewarb.

Die mal sehnsuchtsvoll-verhaltene, mal bewegt-festliche Musik dieses Konzertes und die ruhige Atmosphäre der Vallendarer Pfarrkirche mag dazu beitragen, eine adventliche Stunde zu erleben, die eine gute Vorbereitung auf das Kommen des Erlösers ist und die den Stress der beginnenden Vorweihnachtszeit vergessen lässt.

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