Pater Richard Henkes - Gemälde von Beate Heinen

Pallottinerpater Richard Henkes in Limburg selig gesprochen

Heute, am Sonntag, 15. September 2019, wurde im Limburger Dom P. Richard Henkes selig gesprochen. Er stammt aus Ruppach Goldhausen in der Nähe von Montabaur und ist im Jahr 1900 geboren. Der Pallottinerpater starb am 22. Februar 1945 im KZ Dachau bei der Pflege von Typhuskranken. Aus Anlass der Seligsprechung stand in der Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus Vallendar die Reproduktion eines Gemäldes von Beate Heinen, das Aspekte des Lebens von Pater Henkes darstellt.

„Einer muss ja die Wahrheit sagen“, das sei die Devise Henkes‘ gewesen und habe sein Handeln, gerade im nationalsozialistischen Terror, gekennzeichnet. Henkes hatte in seinen Predigten als Pfarrer in Strandorf, an der deutsch/tschechischen Grenze, kein Blatt vor den Mund genommen, wenn es darum ging, das entwürdigende und menschenverachtende Handeln der damaligen Zeit beim Namen zu nennen. Pater Kiefer: „Er machte aus seinem Herzen keine Mördergrube wenn es galt das Denken, die Sprache, die allgemeine Meinung, die Kurzsichtigkeit, die Provokation und das Handeln der damaligen Zeit zu geißeln und klar zu benennen.“ Den Rädelsführern sei Henkes daher ein Dorn im Auge gewesen, "denn er sprach aus, was Wahrheit war."

Der Pallottinerpater wurde schließlich von den Nationalsozialisten gefangen genommen und ins KZ Dachau deportiert. „Neben vielen entwürdigenden Diensten, die er dort verrichten musste, meldete er sich freiwillig zur Pflege, als in Block 17 unter tschechischen Gefangenen eine Typhusepidemie ausbrach und dieser Block isoliert wurde“, so Kiefer weiter. Hier habe er sich selbst angesteckt und sei am 22. Februar 1945 an Typhus als „Märtyrer der Nächstenliebe“ gestorben. Pater Kiefer: „Wir brauchen Gestalten wie ihn, gerade auch heute, in denen das Denken, die Sprache, die allgemeine Meinung, in geschichtsvergessener Kurzsichtigkeit, das Handeln etlicher Zeitgenossen bestimmt. Denn: ‚wir müssen da sein, die Wahrheit zu sagen.‘“

 

Pater Richard Henkes SAC - Gemälde von Beate Heinen

Pater Richard Henkes SAC - Gemälde von Beate Heinen

 

Ansprache von Pater Rüdiger Kiefer SAC im Gottesdienst am 15. September 2019

Bildbetrachtung und Beschreibung

Das Bild, das sie in Händen halten (siehe Abbildung), wurde 1995 von Beate Heinen gemalt. Es ist ganz in Rot gehalten und signalisiert damit, dass in der Nachfolge Jesu, Menschen, wie P. Richard Henkes, trotz aller widrigen Verhältnisse, die Liebe gelebt haben.

Der einzige, der uns aus der Mitte des Bildes anschaut, ist P. Henkes, friedlich und mit festem Blick, der uns damit die Frage stellt, ob auch wir in unserem Leben und unserer Zeit der Liebe den Vorrang geben.

In seinem Rücken sieht man das Kreuz, mit dem Gekreuzigten. Das Beispiel Jesu hat im gleichsam den Rücken gestärkt und ihn aufrecht gehalten.

Im rechten oberen Teil des Bildes ist Maria abgebildet, die ihren Sohn in Händen hält. Und dieses kleine Kind berührt das Ohr von P. Henkes. Er war Marienverehrer, aber wesentlich angeleitet von dem, was er von Jesus gehört hatte und auf welchen Weg er ihn rief.

Weiter rechts im Bild ist P. Henkes mit dem Kreuz dargestellt, als gradliniger Mensch, der nicht eingeknickt ist vor den daherkommenden gebückten Nationalsozialisten.

Dem geknickten Kreuz der Menschenverachtung hat er das wahre Kreuz entgegen gehalten: getreu seiner Devise: „einer muss da sein es zu sagen!“

Weiter unten im Bild (rechts) ist er als Lehrer dargestellt, der den Jugendlichen im Schuldienst, in der Jugendseelsorge und in Exerzitien den aufrechten Gang und die Orientierung am Evangelium Jesu beigebracht hat.

Gehen wir in die linke untere Hälfte des Bildes. Dort steht der Häftling Richard Henkes und macht seinen Mitgefangenen Mut. Seine ausgestreckten Arme deuten an, dass er alles mit ihnen teilt.

Im oberen linken Teil des Bildes wird deutlich, wie P. Henkes sich liebevoll und ohne Scheu vor Nähe und Ansteckung der Kranken und Pflegebedürftigen annimmt. Der Arm des Gekreuzigten läuft mitten durch diese Szene hindurch und unterstreicht noch einmal sehr deutlich den Liebesdienst.

Ganz unten im Bild ist der tote P. Henkes dargestellt, ausgestreckt wie der Gekreuzigte, denn seine Liebe hat durch ihn Gestalt gewonnen. Zu seinen Füßen ist auch

seine Nummer zu finden, die belegt, dass hier von den Schergen er nicht als Mensch, sondern lediglich als Nummer gesehen wurde.

Immer wieder musste P. Henkes erfahren, dass seine Vorhaben und Pläne durchkreuzt wurden. Stacheldraht durchzieht daher das gesamte Bild. Äußerlich gefangen blieb er dennoch innerlich frei. Sein Vertrauen in Gottes Liebe und Nähe machte ihn fähig, mit allen Konsequenzen dem Ruf Gottes zu folgen und sich selbst in Freiheit zu verschenken.

Aus einem Brief von ihm:

„Man ist der Willkür der Menschen ausgeliefert, und so hat bloß das eine noch Sinn, sich radikal dem Herrgott zu überantworten.“

Und an anderer Stelle schreibt er:

„Ich habe mich der Liebe überlassen – der Liebe Jesu Christi, die stärker ist als alles Dunkel und die selbst den Tod besiegt.“

Und einer seiner Schüler (Georg Reitor) mahnt:

„Was wir zu hüten haben…von Richard Henkes:  Er will uns zeigen, was Liebe ist…Die Liebe, die das eigene Leben hingibt, zeigt eine Welt über der unseren: die Welt Gottes.“

Am Leben und Beispiel von P. Richard Henkes wird deutlich: Der Karfreitag zeigt, wozu der Mensch fähig ist. Ostern zeigt, wozu Gott fähig ist. Gott sei Dank! 

Amen

 


 

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