Die Kirche war mit einer Lichtinstallation atmosphärisch beleuchtet (Foto: Scholz)

Ostern ist nichts für schwache Nerven!

Mit einer ungewöhnlichen Auferstehungsfeier feierte die Pfarreiengemeinschaft Vallendar in der Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus das für Christen wichtigste Fest im Kirchenjahr: die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Eine Botschaft des Lebens, der es Hand und Fuß zu verleihen gelte, wie Ortspfarrer Pater Rüdiger Kiefer SAC es in seiner Predigt zum Ausdruck brachte. „Ostern lässt nicht alles beim Alten, ist nichts für schwache Nerven, konfrontiert uns mit der Botschaft des Lebens und fordert unseren lebendigen Glauben.“

Was die Welt dunkel macht

Die ganze Feier war vom Gedanken geprägt, nicht nur einfach die Oster-Liturgie wie immer zu feiern, sondern, wo immer möglich, zu verheutigen. So stand am Beginn der in der hell erleuchteten Kirche beginnenden Feier die Frage, was die Welt heute dunkel macht. Und nach und nach gingen alle Lampen im Kirchenschiff aus: Streit, Mobbing, Unversöhnlichkeit, Ablehnung und Verachtung, Abschottung, vernichtendes Urteil, Unfriede, Hass, Intrige, Falschmeldungen, Krieg, Terror, Folter, Leid, Hunger, fehlende Schulbildung, mangelnde Zukunft, Misshandlungen, Beleidigungen, Versklavung, Krankheit, Verzweiflung, Angst, Befürchtungen, Ungerechtigkeit, Lieblosigkeit, Entwürdigung, niederdrückende Strukturen, Ausbeutung, Sinnlosigkeit, Klimakatastrophen, Egoismen, kleinkariertes Denken, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Willkür und vieles mehr.

… eine neue Hoffnung

In diese Dunkelheit hinein wurde die am Osterfeuer entzündete neue Osterkerze in die Kirche getragen. Nach dem Exsultet, in dem Christus als das Licht der Welt gepriesen und seine Auferstehung in Verbindung mit dem im Alten Testament offenbarten göttlichen Heilsplan dargestellt wird, zündeten Kommunionkinder Kerzen an, die deutlich machten wie durch Ostern eine neue Hoffnung entsteht: Eine Hoffnung für den Frieden, eine Hoffnung, dass alle satt werden, eine Hoffnung, dass Würde der Menschen anerkannt und durchgesetzt wird, eine Hoffnung auf Zukunft für Kranke und Leidende, eine Hoffnung, dass es doch ein wenig Gerechtigkeit gibt, eine Hoffnung, dass Wertschätzung und Achtsamkeit wieder neu gesehen werden, eine Hoffnung, dass der Glaube nicht ganz verdunstet und schließlich eine Hoffnung, dass die Liebe stärkste Kraft wird. Eindrücklich wurden zusammen mit den Kerzen im Altarraum die Säulen mit bunten Strahlern erleuchtet.

Es braucht lebendigen Glauben, der diesen Namen verdient …

Pater Kiefer betonte in seiner Predigt, dass es gerade angesichts der sich verändernden äußeren Strukturen, mit den größer geplanten Pfarreien, wesentlich auf einen lebendigen Glauben ankommen wird. „Was vor Ort die Menschen aus lebendigem Glauben und investiertem Vertrauen umsetzen und verwirklichen, das wird auf Dauer Bestand haben“, so Kiefer. Nicht die Strukturen seien die Hauptsache. „Hauptsache für die Zukunft ist ein lebendiger Glaube. Ein Glaube, der diesen Namen verdient, der Maß nimmt an der Botschaft Gottes und deshalb aufbaut, was dem Leben dient, Menschen am Rande aufspürt, in allerlei Herausforderungen Hilfe weiß, der Trost und Mut zuspricht, der selbstverständlich zur Stelle ist, sich abgrenzt von allem, was Menschen niederdrückt und knechtet, dem eigenen Vorteil nicht verpflichtet ist, Mitmenschlichkeit, Frieden, Gerechtigkeit und Zuwendung fördert und dankbar ist für die Begabungen des anderen.“

Engagement für eine lebendige Osternachtsfeier

Die Liturgiefeier wurde vom Kirchenchor unter der Leitung von Johann Schmelzer musikalisch mitgestaltet und von der von Benjamin Brehm installierten Lichtinstallation atmosphärisch mitgeprägt. Nachdem der Brauch der Osterspeisensegnung wiederbelebt wurde, standen trotz später Stunde noch zahlreiche Gemeindemitglieder bei einem Glas Wein oder Saft und mit Ostereiern in den Händen zur Begegnung beisammen. Der Einsatz Vieler, z.B. der Kommunionkinder mit ihren Beiträgen, des Mesmers Ignacio Massala-Nonn, der für den stilvollen Blumenschmuck sorgte, Herrn Groß, der für das überdimensionale Osterfeuer zuständig war oder Claudia Schäfer, die den österlichen Umtrunk am Ende der Feier organisierte, führte zu einer gelungenen, lebendigen Auferstehungsfeier.

Osterfeuer 2017 (Foto: Scholz)Einzug der Osterkerze in die Kirche (Foto: Scholz)

Gemeindereferentin Doris Faig singt das Exsultet (Foto: Scholz)Kommunionkinder entzünden Kerzen (Foto: Scholz)

Pater Kiefer verkündet das Evangelium (Foto: Scholz)Die Jugend der Gemeinde um den Altar versammelt (Foto: Scholz)

Misereor Fastenaktion 2017

Spende für Misereor Burkina Faso

Der Erlös aus dem Fastenessen, aus dem ökumenischen Abendlob und aus dem Verkauf des Sole-Brotes ergab einen Betrag von insgesamt € 920,00. Allen Spendern und Helfern ein ganz herzliches Dankeschön! Der Gesamtbetrag konnte inzwischen an Misereor für Projekte in Burkina Faso überwiesen werden.

 


 

Logo Kolpingsfamilie

Jahreshauptversammlung

mit Vorstandsneuwahlen am 21. April 2017

Rückschau auf das Vergangene, Ausblick auf das Kommende, Vorstandsneuwahlen und die Frage nach der Zukunft der Kolpingsfamilie Vallendar werden den Schwerpunkt der Jahreshauptversammlung 2017 bilden, die am Freitag, dem 21. April 2017, um 20:00 Uhr im Gruppenraum der Kreuzkirche auf dem Mallendarer Berg stattfinden wird.

Auf diesem Wege möchte der Vorstand alle Mitglieder der Kolpingsfamilie Vallendar zu diesem wichtigen Termin im Vereinsjahr ganz herzlich einladen, zumal in diesem Jahr auch turnusgemäß Neuwahlen zum Vorstand und somit Personalveränderungen anstehen. Daher ergeht auf diesem Wege auch die herzliche Bitte an alle Mitglieder gewissenhaft zu prüfen, ob eine Mitarbeit im Vorstand nicht eine Bereicherung der eigenen ehrenamtlichen Tätigkeit sein könnte. Wer Interesse an der Vorstandsarbeit, Fragen oder Vorschläge hat, kann sich gerne an jedes Vorstandsmitglied wenden.

Vorgesehene Tagesordnung:

  1. Begrüßung
  2. Lesung
  3. Totengedenken
  4. Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 01. April 2016
  5. Bericht über den Ablauf des Vereinsjahres
  6. Kassenbericht und Bericht über den Mitgliederstand
  7. Bericht der Kassenprüferinnen
  8. Entlastung des Vorstandes für das vergangene Vereinsjahr
  9. Wahl eines Versammlungsleiters
  10. Neuwahl des Vorstands und des Präses
  11. Aussprache über Angelegenheiten der Kolpingsfamilie
  12. Wort unseres Präses
  13. Kolpinglied
  14. Gemütliches Beisammensein bei einem kleinen Imbiss.

Zur besseren Planung und zur eventuellen Ergänzung der Tagesordnung bitten wir, etwaige Anträge an die Jahreshauptversammlung bereits jetzt an den Vorstand heranzutragen. Im Anschluss an den offiziellen Teil der Sitzung wird der Abend bei einem Imbiss ausklingen.

Laut Satzung ist die Mitgliederversammlung das oberste Beschluss fassende Organ einer Kolpingsfamilie. Ihr gehören alle Mitglieder der Kolpingsfamilie, die älter als 14 Jahre sind, mit Vorschlags-, Antrags-, Wahl- und Stimmrecht an.

Der Vorstand würde sich über eine rege Beteiligung der Mitglieder der Kolpingsfamilie Vallendar sehr freuen.

Kontaktadresse:

Josef Pfaffenheuser, Am Stiel 24, 56179 Niederwerth, 0261-9639688, 0171-7077939, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Fastenhirtenbrief 2017 von Bischof Stephan Ackermann

Mut zur Veränderung

Liebe Schwestern und Brüder!

Der Abschluss unserer Bistumssynode liegt nun fast ein Jahr zurück. Seitdem wurden in einer Vielzahl von Veranstaltungen die Ergebnisse der Synode im Bistum vorgestellt und diskutiert. Zugleich laufen die Planungen dafür, wie und in welcher Reihenfolge die Beschlüsse der Synode umgesetzt werden sollen.

Die Pfarreien der Zukunft

Ganz besondere Aufmerksamkeit hat von Anfang an der Beschluss zur Neuordnung der Pfarreien gefunden. Das ist verständlich. Denn der Glaube und das kirchliche Leben spielen sich vor allem konkret vor Ort ab. Dass die Synode künftig nur noch bis zu 60 Pfarreien vorsieht, hat die meisten Reaktionen hervorgerufen. Denn bisher haben wir in unserem Bistum 887 Pfarreien, zusammengeschlossen in 172 Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften. Dabei tun sich viele der Pfarreien – vor allem die kleineren – schwer, das gemeindliche Leben zu gestalten. Die anfallende Arbeit verteilt sich auf immer weniger Schultern. Deshalb sieht die Synode die Notwendigkeit, in größeren Räumen zu denken. Diese Räume sollen aber gerade keine „XXL-Pfarreien“ sein, die die bestehenden Einheiten einfach noch weiter ausdehnen. Vielmehr bieten die Pfarreien der Zukunft vor allem den rechtlichen und organisatorischen Rahmen für ein bestimmtes Gebiet, in dem es verschiedene Gemeinschaften und Orte gläubigen Lebens gibt. Die entscheidenden Dinge des kirchlichen Lebens – Gebet und Gottesdienst, kirchliche Zusammenkünfte und christliches Engagement – werden sich auch in Zukunft im Nahraum vor Ort abspielen.

Die Reduzierung der Zahl der Pfarreien soll auch zur Entlastung von Verwaltungsaufgaben führen. Wie oft schon haben mich Gläubige darum gebeten, die Pfarrer von Verwaltungsaufgaben zu entlasten, damit sie wieder mehr der Seelsorge, ihrer ursprünglichen Aufgabe, nachkommen können. Die große Zahl und die Kleinteiligkeit unserer bisherigen Pfarreienlandschaft bedeuten unter den heutigen Anforderungen einen großen Aufwand an Organisation und Verwaltung. Hiervon soll die Pfarrei der Zukunft entlasten, indem sie diese Aufgaben an einem zentralen Ort innerhalb der Pfarrei bündelt. Wie die Pfarreienlandschaft unseres Bistums künftig aussehen kann, wird im Laufe der Fastenzeit veröffentlicht werden.

Nicht nur den Bestand erhalten, sondern wachsen

Liebe Schwestern und Brüder, wenn unsere Pfarreien Zukunft haben sollen, dann können wir uns nicht damit begnügen, die Strukturen zu verändern oder bloß den bisherigen Bestand zu verwalten. Es reicht nicht, den Status quo halten zu wollen. Zukunft hat nur, wer wachsen will. Das Sprichwort stimmt: Mit der Liebe und dem Glauben ist es wie mit dem Mond: Entweder er wächst oder er nimmt ab. Ein Stillstehen gibt es nicht. Damit aber in unserem Leben etwas wachsen kann, braucht es Kreativität, braucht es den Mut, Neues auszuprobieren und die Geduld, Neues auch wachsen zu lassen.

Viele Menschen fühlen sich in unseren Pfarrgemeinden nicht mehr beheimatet und können mit den traditionellen Formen des Glaubens nur wenig anfangen. Gleichwohl suchen Menschen nach wie vor nach Sinn und Orientierung für ihr Leben, sind dankbar für eine Gemeinschaft, in der sie sich angenommen fühlen können, sind Menschen bereit, sich für Andere zu engagieren. Das darf uns nicht gleichgültig lassen. Zugleich macht es uns deutlich, dass wir in einem epochalen Gestaltwandel des Glaubens stehen. Schon seit Jahrzehnten wird der Glaube nicht mehr wie selbstverständlich von Generation zu Generation weitervererbt. Er hat sich in einer weltanschaulich und religiös vielfältigen Welt zu bewähren.

Deshalb hat unsere Synode in ihren Beratungen nicht nur danach gefragt, „wie wir in Zukunft Kirche sein wollen“. Sie hat auch gefragt: „Wozu sind wir Kirche im Bistum Trier?“ Mit dieser Frage markiert die Synode einen Wechsel der Perspektive und der inneren Haltung: Die Kirche versteht sich nicht aus dem Blick auf sich selbst heraus, sondern von dem Auftrag her, den sie von Christus für diese Welt hat. Vor allem den Älteren unter uns mag dieser Gedanke fremd klingen. Sie fragen sich vielleicht: Muss die Kirche wirklich begründen, wozu sie da ist? Versteht sich das nicht eigentlich von selbst?

Gott ruft zur Veränderung und traut sie uns zu

So sehr wir uns mit diesen Entwicklungen schwertun mögen, so sehr spüren wir, dass wir ihnen nicht ausweichen können. Es gilt, sie vom Glauben her anzunehmen. Die Fastenzeit, die wir vor wenigen Tagen begonnen haben, ist dazu eine gute Zeit. Denn sie lädt uns jedes Jahr persönlich und gemeinschaftlich zu einer kritischen Selbstüberprüfung ein. Wir hören Jesus, der uns zuruft: „Kehrt um!“ Das heißt: „Bleibt nicht in euren alten Gleisen, sondern wechselt die Perspektive. Nehmt Gottes Perspektive ein!“

Liebe Mitchristen! Gott fordert uns nicht nur zu Umkehr und Veränderung auf, sondern er traut uns auch zu, dass wir uns verändern können – nicht nur die Jungen, sondern auch die Älteren. Für Gott spielt das Alter keine Rolle – nicht das Alter eines Menschen und auch nicht das Alter der Kirche! „Ihr könnt euch verändern jederzeit, ja ihr könnt euch regelrecht erneuern“, so sagt uns Gott, „wenn ihr euch von der Botschaft meines Sohnes, Jesus Christus, inspirieren und von seiner Liebe anstecken lasst.“

Am Beginn der Fastenzeit habe ich diese Hoffnung auch für unser altes und so traditionsreiches Bistum Trier: Wir sind nicht auf Traditionspflege festgelegt, sondern haben mit Gottes Hilfe die Chance, zu neuer Lebendigkeit zu kommen. Die Synode war dazu ein erster, wesentlicher Schritt. Sie zeigt uns, wie unsere Antwort auf den Umkehrruf Jesu konkret aussehen kann.

Mit der Bitte um Offenheit und Sympathie

Die allermeisten von Ihnen, die diesen Hirtenbrief hören oder lesen, wissen sich dem Glauben und der Kirche eng verbunden. Durch diese Verbundenheit, durch Ihr Engagement, durch Ihr Gebet und Zeugnis geben gerade Sie dem christlichen Leben in den Gemeinden unseres Bistums ein Gesicht. Sie sind Repräsentantinnen und Repräsentanten der Kirche Jesu Christi vor Ort – zusammen mit den Pfarrern sowie allen haupt- und ehrenamtlich Tätigen. Deshalb möchte ich gerade Sie bitten, die Verwirklichung der Synodenbeschlüsse mit Offenheit und Sympathie zu begleiten und mitzugestalten.

Ich weiß, dass unseren Gemeinden bereits in den letzten Jahren spürbare und zum Teil schmerzliche Veränderungen zugemutet worden sind. Ausdrücklich danke ich allen, die den Weg der Veränderungen aktiv mitgegegangen sind! Diese Veränderungen entspringen nicht dem Mutwillen des Bischofs und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Trier, sondern ergeben sich aus den Veränderungen, in die wir kirchlich und gesellschaftlich hineingestellt sind. Mit der Synode haben wir noch einmal unseren Entschluss bekräftigt, diese Veränderungen nicht passiv geschehen zu lassen, gar zu erleiden, sondern sie aus dem Glauben heraus mitzugestalten.

Wenn wir die Beschlüsse der Synode ernst nehmen, wird es zu Diskussionen und Kontroversen kommen. Das ist nur natürlich und nicht schlimm. Entscheidend wird die Atmosphäre, wird der Geist sein, in dem dies stattfindet: Wird man uns das ehrliche Ringen um eine Erneuerung des Glaubenslebens ansehen oder wird der Eindruck vorherrschen, dass vor allem Besitzstände gewahrt und liebgewonnene Gewohnheiten verteidigt werden sollen? Ich hoffe auf Ersteres.

„Die Welt ist voller guter Ideen. Lass sie wachsen.“

Misereor-Plakat "voller guter Ideen"
Das Misereor-Plakat

Liebe Mitchristen! An diesem Ersten Fastensonntag findet in unserem Dom die bundesweite Eröffnung der diesjährigen Misereor-Aktion statt. In den nächsten Wochen werden wir immer wieder auf das Aktionsplakat stoßen: Es zeigt ein afrikanisches Mädchen mit einer Sonnenbrille. Bei näherem Hinsehen entdeckt man, dass das Mädchen, das Balkissa heißt, die Brille verkehrt herum aufgesetzt hat. Vor kurzem konnte ich Balkissa in ihrem Dorf in Burkina-Faso begegnen. Dabei zeigte sich, dass die Kleine die Brille nicht aus Versehen verkehrt herum aufgesetzt hat. Selbstbewusst setzte sie während unseres Besuchs die Brille einmal so und einmal andersherum auf. Offensichtlich liebt sie das Spiel mit den verschiedenen Perspektiven. Das Misereor-Plakat nimmt dieses Spiel als Symbol. Es will uns anregen, dass auch wir nicht in den immer gleichen Sichtweisen bleiben, sondern unsere Perspektive wechseln, um eine neue Sicht auf die Wirklichkeit einzunehmen. Im Blick auf die Länder, in denen Misereor hilft, heißt das: nicht nur deren Probleme zu sehen, sondern auch die vielen Ideen und Energien, die die Menschen dort haben.

Im Blick auf unser Bistum heißt das für mich: sich auf die neuen Perspektiven der Synode einzulassen, um auch hier bei uns nicht nur die Probleme zu sehen, sondern das vielfältige Engagement und die guten Ideen in den Blick zu bekommen, die es bei uns gibt. Die Fastenzeit ist dazu eine besondere Gelegenheit. Denn sie ist Ermahnung und Gnade, Aufruf und Geschenk zugleich.

In dieser Zeit der heiligen Vierzig Tage segne Sie und unser ganzes Bistum der dreifaltige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

            Ihr Bischof

            †  Stephan

 

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Die Kommunionkinder des Jahres 2017 beim Wochenende im Jugendzentrum Marienberg, Vallendar-Schönstatt
Die Kommunionkinder des Jahres 2017 beim Wochenende im Jugendzentrum Marienberg, Vallendar-Schönstatt

Wochenende mit den Kommunionkinder der Pfarreiengemeinschaft Vallendar

Am vergangenen Wochenende verbrachten 37 Kommunionkinder der Pfarreiengemeinschaft Vallendar ein Wochenende im Jugendzentrum Marienberg. Neben thematischen Einheiten zur Beichtvorbereitung und Eucharistie gab es viel Gelegenheit Gemeinschaft zu erleben. Für die Feier der Erstkommunion wurde bereits ein Thema festgelegt: „Mit Jesus in einem Boot“. Es wurde dazu getöpfert, gebastelt und gesungen. Wie in jedem Jahr gestalteten die Obermessdiener der Pfarreiengemeinschaft den Spieleabend und die Nachtwanderung. Durch viele schöne Erlebnisse rückte die Gruppe wieder ein Stück näher zusammen.

Doris Faig, Gemeindereferentin

 

Impressionen


 


 

kfd-Mitgliederversammlung 2017

Zu Beginn der Mitgliederversammlung 2017 der kfd erinnerte Christel Neumann an den Beschluss, 2016 auf ein reguläres Jahresprogramm zu verzichten, da es kein Leitungsteam für die Planung und Durchführung von Angeboten gab.    

Einzelne Projekte, für die die kfd z.T. schon seit mehr als 20 Jahren verantwortlich zeichnet, würden davon unberührt bleiben, wie z.B. der Eine-Welt-Laden-Verkauf nach den Gottesdiensten, Besuchsdienste in St. Josef und der Treffpunkt Kreuzkirche. Mehrmals wurde ein von Gemeindereferentin Doris Faig geleitetes Morgenlob mit anschl. Frühstück in der Kreuzkirche vorbereitet. Im August wurden Kräutersträuße gebunden und im Advent Mitglieder und interessierte Frauen zur Adventfeier eingeladen.

kfd-Leitungsteam v.re.: Gemeindereferentin Doris Faig (geistliche Begleitung), Ilse Diewald (Teamsprecherin) und Jenny Zengler mit Ingeborg Bersch (Kassenführung)kfd-Leitungsteam v.re.: Gemeindereferentin Doris Faig (geistliche Begleitung), Ilse Diewald (Teamsprecherin) und Jenny Zengler mit Ingeborg Bersch (Kassenführung)

Kassenbericht

Im Anschlus an Ingeborg Berschs Kassenbericht beantragten die Kassenprüferinnen Marie-luise Martini und Irene Bode, die eine einwandfrei geführte Kasse bestätigt hatten, Entlastung der Kassiererin. Die Kassenprüferinnen prüften wie in jedem Jahr auch die Buchführung des Eine-Welt-Ladens und bescheinigten Irmel Bokern ebenfalls tadellose Kassenführung. Agnes Bertram und Ursula Häusler wurden von der Versammlung beauftragt den Abschluss 2017 zu prüfen.

Irmel Bokern berichtete, dass der Umsatz im Eine-Welt-Laden zu 2/3 in der Kreuzkirche und 1/3 in der Pfarrkirche getätigt wird. Die von GEPA kalkulierte (kleine) Gewinnspanne und die gute Tradition, dass Kundinnen und Kunden oft „glatte“ Summen zahlen, ermöglichten erneut 400€ dem Spendenprojekt der kfd im Bistum für ein Frauengesundheitszentrum in Nordsyrien und 400€ den Schwestern vom Herz-Jesu-Haus Kühr für ihre Arbeit mit behinderten Kindern auf den Philippinen zur Verfügung zu stellen. Außerdem wird das Frauenhaus Koblenz 100€ erhalten, die aus Spenden an die kfd resultierten.

Die Teilnehmerinnen des Treffpunkt Kreuzkirche hatten zur Unterstützung der caritativen Arbeit hier in unserer Gemeinde schon vor Weihnachten 400€ an Pater Kiefer SAC übergeben.

Nahezu einstimmig wählte die Versammlung Jenny Zengler, Ilse Diewald (Teamsprecherin) und Doris Faig (geistliche Begleitung) als neues kfd-Leitungsteam. Ingeborg Bersch wird weiterhin die Kasse führen.

Mit einem herzlichen Willkommen an Doris Faig als erste gewählte geistliche Begleiterin und einem ausdrücklichen Dank an Christel Neumann und Ingeborg Bersch, die durch ihr Engagement die kfd in einem schwierigen Jahr „über Wasser“ gehalten hatten, schloss die Versammlung.

kfd-Leitungsteam mit den kfd-Frauen, die für einzelne Angebote verantwortlich zeichnen.
kfd-Leitungsteam mit den kfd-Frauen, die für einzelne Angebote verantwortlich zeichnen.
Monstranz auf dem Altar der Vallendarer Pfarrkirche beim Ewigen Gebet
Monstranz auf dem Altar der Vallendarer Pfarrkirche beim Ewigen Gebet (Foto: Brehm)

Ewig Gebet 2017 und Blasius-Segen in der Pfarreiengemeinschaft Vallendar

Der Sonntag, 5. Februar 2017, war ein Tag, der vom Gebet geprägt war, vom Rufen nach Gottes erfahrbarem Beistand und dem Dank für sein Mitgehen. Vorbereitet und garantiert wurden die Gebetsstunden von verschiedenen in der Pfarrei aktiven Gruppierungen, so zum Beispiel die religiösen Gemeinschaften oder die Frauengemeinschaften. Auch die Kommunionkinder und ihre Eltern waren zu einer „Wegerfahrung“ eingeladen. Den Abschluss bildete eine vom Kirchenchor musikalisch besonders gestaltete feierliche Schlussandacht, bei der die Anwesenden ihre ganz persönlichen Anliegen in Form von Weihrauchkörnern dem barmherzigen Vater-Gott übergeben konnten. Alle waren eingeladen ihre Verehrung Gottes zum Ausdruck zu bringen, aber auch ihre Bereitschaft, Atmosphäre im Sinne Gottes mitzugestalten und zu prägen.

Nach dem feierlichen eucharistischen Segen bestand noch für jeden persönlich die Möglichkeit, den sogenannten Blasius-Segen zu empfangen.

Blasius-Segen

Blasius-Segen

Da er im vergangenen Jahr auf den Sinn dieses Rituals angesprochen worden sei, erklärte Pfarrer Rüdiger Kiefer den Sinn dieses Segens, den manche noch mit einer Geschichte über Bischof Blasius in Verbindung bringen, von dem erzählt wird, dass er ein Kind, das eine Fischgräte im Hals hatte, vor dem Erstickungstod bewahrt habe. „Es geht beim Blasiussegen heute nicht um die Erinnerung an die verschluckte Fischgräte“, sagte Pater Kiefer im Anschluss an Roman Kalter, „sondern auf die Fürbitte des Hl. Bischofs Blasius bitten wir um Heil für Leib und Seele.“ Denn vielen Menschen sitze heute buchstäblich ein Kloß im Hals in Form von Verzweiflung, Orientierungslosigkeit, Situationen mit denen manche nicht zurecht kommen und vieles andere mehr. „Diese Menschen drohen an allem Niederdrückenden und Unaufgearbeiteten zu ersticken. Manchem bleibt das Wort im Hals stecken, sie haben einen Frosch im Hals oder mussten eine bittere Kröte schlucken, wie wir sagen.“ Oftmals müssten Menschen heute die Erfahrung machen, abgelehnt, geringgeschätzt, nicht beachtet oder entwürdigt zu werden. „Solche Erfahrungen, man könnte auch sagen „Schluckbeschwerden“ machen vielen zu schaffen. Der Segen, der uns von Gott her, auf die Fürbitte des Hl. Blasius, zugesprochen wird, umfasst daher das Heil des ganzen Menschen. In ihm kommt das Vertrauen zum Ausdruck, dass wir bei Gott gut aufgehoben sind, dass er alle unsere Wege mitgeht und er uns stark macht, damit wir an den Widrigkeiten des Lebens nicht ersticken.“ Das sei der Hintergrund des Blasiussegens, der deshalb gut in unsere moderne Welt passe.

Sternsinger sammeln über 10.000 €

In den Weihnachtsferien sind mehr als 100 Kinder sowie die Grundschule Vallendar und die kath. Kindergärten in Vallendar und Urbar als Sternsinger unterwegs gewesen und haben insgesamt in der Pfarreiengemeinschaft € 10.834,55 gesammelt. Allen Sternsingern und Spendern ein herzliches Dankeschön.

Die Freiheit der Kinder Gottes

Synode ermöglicht neue Perspektiven und Chancen für ein Leben aus dem Glauben

In der Silvesterpredigt im Trierer Dom sprach Bischof Stephan Ackermann am 31.12.2016 von den "fünf Erlaubnissen", die von der Synode ausgehen - für das Bistum und alle Gläubigen. So benannte er als Erlaubnisse:

  1. Wir dürfen trauern.
  2. Wir dürfen Abschied nehmen.
  3. Wir dürfen Neues entdecken.
  4. Wir dürfen freimütiger als bisher von Jesus und seiner Botschaft sprechen.
  5. Wir dürfen gelassen sein, und wir dürfen noch gelassener werden!

Den vollständigen Wortlaut der Predigt finden Sie hier.

Ein Interview von Bischof Ackermann mit der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) zur Synoden-Umsetzung können Sie hier finden.

Weihnachtswünsche der evangelischen Pfarrei Vallendar

Liebe Geschwister,

es ist - leider mal wieder - ein Weihnachten inmitten von Unfrieden und Erschütterungen der Menschlichkeit. Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass es trotzdem und gerade deswegen ein Weihnachten der Ermutigung und der Stärkung sein möge.

Weil viele sich dafür einsetzen, dürfen unsere Gemeinden hier in Vallendar erleben, wie viel man erreichen kann, wenn man miteinander lebt und arbeitet und nicht gegeneinander. Dafür bin ich dankbar. Und ich hoffe, dass die Botschaft der Heiligen Nacht uns noch mehr ermutigt, daran festzuhalten und vielleicht mit noch mehr Engagement die Botschaft des Friedens für alle Menschen hörbar und erlebbar zu machen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Feiertage voller Segen und freue mich auf ein neues gemeinsames Jahr.

Mit herzlichen Grüßen von allen Protestanten in Vallendar

Ihr Pfarrer Gerd Götz

 

Weihnachten 2016, Pfarrkirche Vallendar
Weihnachten 2016, Pfarrkirche Vallendar

Wir wünschen allen Besuchern der Homepage der Pfarreiengemeinschaft Vallendar frohe, gesegnete und friedvolle Weihnachten.

Liebe Gemeinde,

Paris, Nizza, Istanbul, Würzburg, Berlin, nur einige Städte, die ich nennen möchte, in denen der Terror gewütet hat, Leben zerstört wurde, statt aufgebaut, Wunden geschlagen wurden, statt zu heilen.

Weihnachten ist die Botschaft gegen den Terror, gegen den Unfriede, gegen die Ungerechtigkeit, gegen die Angst.

Weihnachten steht für eine andere Sicht des Menschen, seine Bedeutung, seine Würde, sein Ansehen.

Weihnachten steht für den Blick Gottes auf die Welt und die Menschen, der aufbaut, ermutigt, Freiheit schenkt, Frieden und Versöhnung möglich macht, Zukunft und Heil schenkt und liebt.

Deshalb wird Weihnachten, mit seiner göttlichen Botschaft, nicht den Marktschreiern von rechts oder links überlassen, nicht denen, die Kapital aus dem Unglück ziehen wollen, sondern setzt andere Maßstäbe: Nicht die Verlängerung von Hass, die Spirale der Angst, der Gewalt und des Unfriedens, sondern der Vergebung, des neuen Anfangs, des Friedens, der Perspektive, des Lebens und des Zutrauens sind an der Tagesordnung. Nur über diesen Weg ist die Welt zu retten, alles andere führt nur zur Zerstörung und zum Chaos.

Das Kind in der Krippe –
Der Mann am Kreuz –
Das Brot in der Hand –
(Gott macht sich klein, verwundbar, zerbrechlich und verändert damit die Welt).

Das Kind, nicht die Klugen. –
Der Stall, nicht der Palast. –
Die Hirten, nicht die Herrscher. –
(Gott stellt alle Maßstäbe auf den Kopf und verändert damit die Welt).

Ein Christ unserer Tage bekennt: „Ich glaube nicht mehr an das Gerede, immer stark und unverwundbar sein zu müssen, nicht mehr seit dieser Nacht. Ich glaube an die Liebe, den Frieden, die Würde und Achtung jedes Menschen, durch Gott in die Welt gekommen. Sie schenkt dir und mir einen neuen Anfang.

Diesen neuen Anfang im Guten wünsche ich ihnen allen zum Fest.

Ihr Pater Rüdiger Kiefer

Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Vallendar


 

Weihnachten 2016 - Heilige Nacht - Ansprache

Ist Weihnachten wirklich das Fest des Friedens? Kehren zu diesem Datum termingerecht Harmonie und Verständnis ein? (Das Gegenteil scheint der Fall zu sein). Schweigen die Waffen, werden spitze und scharfe Worte umgebogen, ist das Herz leer von Hass, Ärger, Wut, Streit und Auseinandersetzung? Gehen Menschen wieder aufeinander zu, reichen sich die Hand, hören einander zu, stellen die Menschlichkeit und die Zukunft/Entwicklung der Erde vor ihr Gewinnstreben, achten die Würde jedes Menschen… uvm…. (Das Gegenteil scheint der Fall zu sein).  Hat die Menschlichkeit wieder eine Chance oder dreschen wir mit diesem Fest nur leeres Stroh? Sind wir einmal ehrlich: was bedeutet uns dieses Fest, dieser Impuls Gottes, bedeutet es uns überhaupt noch etwas oder haben wir nur Arbeitsfrei und pflegen Traditionen? Und die zweite  wichtige Frage: welche Nachhaltigkeit hat dieses Fest? Hat es eine Bedeutung, eine Auswirkung auf unser Leben, unsere Einstellung, unsere Werte, unsere Ziele, dass Gott in Jesus Mensch geworden ist, einer von uns, unser Leben mit allen Höhen, Tiefen und Grenzen geteilt und damit belegt hat, dass er bei uns ist und bei uns bleibt? Er nimmt uns an, undzwar alle, ohne Unterschied. Er reicht uns seine Hand und sucht Menschen, die in seinem Sinne handeln.

Weihnachten - eine gewaltige Herausforderung

Weihnachten ist kein süßliches Fest, sondern eine gewaltige Herausforderung, eine Herausforderung unserer Menschlichkeit, eine Vorlage Gottes mit Nachahmungscharakter, keine Eintagsfliege und augenblickliche Laune, sondern ein Anspruch mit Nachhaltigkeit. Die Botschaft dieses Festes, Gottes Menschwerdung in Jesus, soll sich wiederspiegeln in unserer Menschwerdung, unserem Urteilen, unseren Einstellung, unserer Bewertung, unserem Handeln, unserem Reden, unseren Zielen. Gottes Menschwerdung in Jesus soll durch uns erfahrbar werden und weitere Konturen bekommen.

Wenn uns das nicht gelingt, wenn uns das egal ist, wenn das unwichtig wird, dann sollten wir Weihnachten besser abschaffen.

Wenn aber von diesem Fest immer wieder eine Herausforderung ausgeht, ein Impuls, Gottes Menschwerdung in Jesus in unserem Leben abzubilden, uns zu mühen um menschliche Werte, um Chancen, die wir uns und einander einräumen, um Verständnis und Verstehen ringen, um Taten, die unser menschliches Herz zeigen, ..uvm. , dann sollten wir froh den Charakter dieses Festes aufgreifen und ihn verwirklichen! Wir brauchen dieses Fest, wir brauchen dringend die Visionen und Hoffnungsbilder die von ihm ausgehen, gerade auch in unseren Tagen: denn „ohne Visionen verkommen wir Menschen“, heißt es in einem Sprichwort. In der Tat, wenn wir nicht mehr die Sehnsucht, keine Vision, mehr haben nach Frieden, Fairness, Gerechtigkeit, Würde, Respekt, Zuwendung, Ehrlichkeit…jedem Menschen gegenüber, dann verkommen wir, dann dümpelt unser Leben ziellos und orientierungslos vor sich hin, dann greift die Gleichgültigkeit massiv um sich.

Integration - Zeichen von Menschlichkeit 

Ein Schwamm kann uns dabei helfen, die Botschaft  des Kindes in der Krippe besser und tiefer zu verstehen.

In der Bibel kommt der Schwamm wenige Male vor.

„Mich dürstet“ rief Jesus am Kreuz (Mk 15,36; Joh 19,29), und man reichte ihm einen Schwamm mit Essig. Den Durst Jesu haben die Soldaten mit einer galligen Flüssigkeit gestillt.

Viele Menschen in unseren Breiten haben Durst nach Anerkennung, nach Lob, einem guten Wort, nach Sinn und Perspektive in ihrem Leben, weil ihnen dieses Leben wertlos erscheint. Sie sind buchstäblich ausgetrocknet, weil sie zu wenig Zuwendung erfahren haben und sich unerwünscht vorkommen, die Hoffnung verloren haben und kein Vertrauen entwickeln können.

Was reichen wir einander? Oftmals Schwämme mit Essig, Schwämme der Vorurteile, der Ablehnung, das Hasses und des Neids, den Schwamm der Berechnung und Vergleiche, den Schwamm der Lüge und Intrige, des Unfriedens und der Ungerechtigkeit und wie die Schwämme auch immer heißen?

Ist es z.B. richtig, wenn Menschen statt auf Integration auf Abschottung setzen, wenn falsche Rückbesinnungen auf unselige Zeiten unserer Geschichte wieder aufleben und aus den Erfahrungen von damals nichts gelernt wurde, wenn Gefühle bedient, aber der Kopf, die Gabe der Unterscheidung, ausgeschaltet wird, wenn statt differenziertem Blick Generalverdachte ausgesprochen werden, wenn ein Hiesiger, seinen Berechtigungsschein hinwirft und sagt, weil mit ihm einige Fremde in der Schlange bei der Tafel stehen,  „mit diesem Pack will ich nichts zu tun haben“. Ist das ein Zeichen von Menschlichkeit, von Anerkennung und Würde oder doch eher Verrohung, Gefühlskälte und ein Armutszeugnis, ein Zeichen roher Unmenschlichkeit? Ist es richtig, wenn hier eine Neiddebatte geführt und allen Ernstes argumentiert wird, aufgrund der staatlichen Bemühungen um Integration würden andere Leistungen Bedürftiger gekürzt. Ich bin froh um den Luxus unseres Sozialstaates, der alle zumindest grundversorgt. Aber ich suche noch verzweifelt den Harz IV Empfänger oder den Rentner, dem Bezüge gekürzt wurden, weil Integrationsmaßnahmen finanziert wurden. Ich bin gerne bereit mich eines Besseren belehren zu lassen, aber bislang konnte ich nur Fehlanzeigen verbuchen. Diese und andere Beispiele belegen, dass die Schwämme mit Essig keineswegs der Vergangenheit angehören.

Der Schwamm in der Krippe sagt: Kommt zu mir, die ihr Durst habt nach Sinn, nach Erfüllung, nach Leben und Heil. In diesem Kind ist Gott auf diese Erde gekommen, der alle Menschen retten will. Kommt zu dem, der im Kind in der Krippe JA sagt zu jedem Menschen, so wie er ist. Der gekommen ist, damit wir verstehen was es heißt aus Achtung, aus Anerkennung, aus Zuwendung zu leben. Stillt euren Durst an diesem Schwamm und schöpft neue Kraft.

Weihnachten will ermutigen, und Spuren der Verzweiflung wegwischen

Im letzten Buch der Bibel (Offb 7,17) ist davon die Rede „ dass alle Tränen abgewischt werden von unseren Augen“. Gott hat in Jesus also alle Schuld dieser Welt, wie in einem Schwamm, aufgesogen und weggewischt. Alle, denen die Weihnachtstage schwer auf der Seele liegen, weil sie einen lieben Menschen verloren haben, weil ihre Beziehung zerbrochen ist, weil sie fern von ihrer Familie leben, sie vor den Trümmern ihres Lebens stehen, sich wertlos vorkommen und mit einem Riss in der Seele leben müssen.

Alle, deren Leben von Angst geprägt ist, die Schlimmes erfahren haben, deren Leben aus der Bahn geworfen wurde, die nicht mehr weiter wissen, die sich einigeln und das Zutrauen verloren haben: Alle dürfen ein wenig Trost finden in der Zusage: „er will all unsere Tränen abwischen von unseren Augen“.  Damit ist keine Augenwischerei gemeint, sondern Ermutigung, Ermunterung, ein Aufrichten und ein Wegwischen der Spuren der Verzweiflung. Deshalb liegt der Schwamm in der Krippe.

Khaled Omar Harrah, so hieß er, der Held von Aleppo. Knapp 30 Jahre wurde er alt, getroffen von einer Fassbombe. Er hat, wie ein Schwamm, all die Not seiner Mitmenschen aufgesogen und weit über die Grenzen des Möglichen hinaus geholfen. Täglich war er unterwegs, unbewaffnet, ständig im Einsatz, nur um zu helfen, mitten im Krieg, bis er schließlich selbst von einer Bombe getroffen wurde. Der Held von Aleppo, Khaled Omar Harrah, ist ein leuchtendes Beispiel der Liebe zu den Menschen. In einem modernen Ikonenbild wird Jesus als der gute Samariter dargestellt, ein Bild das sicher auf Khaled Omar Harrah zutrifft. Er, der wie ein Schwamm, alle Not der Menschen, soweit es in seiner Macht stand, gewendet hat, sich vom verzweifelten Schicksal anderer anrühren ließ, kannte nur eine Botschaft: die helfenden Hände erfahrbar zu machen. Viele Menschen haben es hier und woanders ihm gleich getan und tun es noch immer. Die Kultur des Helfens ist, Gott sei Dank, ausgeprägter wie das Gegenteil. Ihnen möchte ich an diesem Festtag ganz besonders danken, weil sie Liebe, Annahme, Geborgenheit, Achtung, Würde und Zuwendung erfahrbar gemacht haben und machen. Daran erinnert auch der Schwamm in der Krippe.

Im Kind in der Krippe hat Gottes Barmherzigkeit Gestalt gewonnen 

Jesus kam in die Welt, um zu retten, aufzurichten, trittsicher zu machen, was wankelmütig ist. Alle, die noch ein anderes Gottesbild haben, ihn als zürnenden, richtenden oder strafenden Gott verinnerlicht haben sei gesagt, dass sie aufatmen dürfen, denn im Kind in der Krippe hat Gottes Barmherzigkeit Gestalt gewonnen, der uns immer wieder mit der Botschaft begegnet: „Schwamm drüber!“

Diese Botschaft ist erfahrbar geworden in vielen biblischen Erzählungen: vom verlorenen Sohn und barmherzigen Vater, dem Zöllner Zachäus, der Ehebrecherin, dem Schächer am Kreuz, dem Petrus, dem die Kirche anvertraut wurde, obwohl er den Herrn dreimal verleugnet hat,…uvm. Der Schwamm in der Krippe will sagen: Gott eröffnet auch uns neue Lebenschancen, er spricht zu dir und mir: „Schwamm drüber!“ Du darfst neu anfangen und eine friedlichere Welt möglich machen.

Fangen wir damit an, indem wir wenigstens einmal in den nächsten Tagen sagen: „Schwamm drüber“ und neu anfangen!

In diesem Sinne ihnen allen eine gesegnete Weihnacht.

(Idee: Willi Hoffsümmer 40 Predigten…Weihnachten, S. 113ff)

 


 

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