Pfarreiengemeinschaft Vallendar - Kirchen

Ermutigungswort

Wenn ich die brennende Kerze am Adventskranz betrachte,
sehe ich das liebevolle Licht,
in dem ich mit allem, was mich ausmacht,
bedingungslos bejaht bin. (Quelle unbekannt)

 


 

Advent: Zeit der Erwartung

Advent, Zeit der Erwartung, Zeit der Vorbereitung auf Jesu Kommen, Zeit der Vergewisserung seiner Zusage: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst. Gerade dieses Jahr mit all seinen Ängsten, Enttäuschungen über nicht Stattgefundenes, seinen Kontaktbeschränkungen und der Suche nach neuen Wegen, sind wir auf Gottes ermutigende Zusage besonders angewiesen. (Foto: Myriams-Fotos, pixabay.com)

Impuls von Pastoralreferent Matthias Olzem zum 1. Adventssonntag, 29. November 2020 – Lesejahr B: Mk 13,33-37

Gebt Acht und bleibt wach

Das Tagesevangelium des 1. Adventsonntags beginnt mit dem Satz: „Gebt Acht und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.“ (Mk 13,33)

Gebe ich Acht?

Wenn ich Acht geben soll, muss ich wissen, worauf ich achten soll.

Einerseits erscheint mir auf den ersten Blick das, was ich sehe, oft etwas anders, als es wirklich ist, anderseits ist oft der erste Eindruck der Richtige. Manchmal flutet so viel auf mich ein, dass ich den Wald vor Bäumen nicht sehe. Wie kann ich Acht geben?

Es gibt zum Acht geben so manche Hilfsmittel: Wenn es dunkel ist, ein Nachtsichtgerät. Wenn die Sonne zu hell scheint, eine Sonnenbrille. Wenn ich Dinge nur ganz kurz vor den Augen klar sehe, eine Fernsichtbrille. Wenn ich gerade das ganz Nahe nur noch verschwommen sehe, eine Lesebrille.

Eine Brille, um die Wirklichkeit um mich herum, objektiv zu sehen, gibt es leider nicht zu kaufen. Was ich brauchte, wäre eine Brille, die falsche Meldungen von richtigen Meldungen unterscheidet, Wichtiges von Unwichtigem, Egoistisches von Solidarischem oder Gutes von Schlechtem.

Was ich jedoch kenne, ist die Brille, durch die Jesus die Wirklichkeit anschaut: Wo geschieht Nächstenliebe? Wo ist Solidarität mit Anderen nötig, besonders mit den Schwächsten, den an den Rand Gedrückten? Wo wird ein barmherziger Umgang mit sich selbst und anderen gebraucht, wo wäre es wichtig, Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen? Wo gehen Menschen menschenwürdig und gerecht miteinander um?

Wenn ich durch diese Brille um mich herum schaue, sehe ich, worauf ich achten muss.

Wichtig ist noch dabei, dass ich mich nicht einlullen lasse durch meine Bequemlichkeit: „Sollen doch erstmal die anderen.“, durch das Abschieben von Verantwortung: „Die sind schuld.“, durch Gewohnheit: „Es war schon immer so.“ oder durch Ängste, die bewusst in mir geschürt werden: „Die nehmen dir was weg.“ „Die wollen dir was Schlechtes.“

Da hilft, immer wieder offen und ehrlich die eigene Wahrnehmung und Meinung zu hinterfragen und mit der Brille Jesu zu überprüfen.

Was passieren kann, wenn man dazu nicht mehr fähig ist und nur noch in seiner selbstgebastelten Wirklichkeit denken kann, bekommen wir leider zurzeit in Amerika und hier bei uns sehr deutlich vor Augen geführt: Alles, was nicht in mein Weltbild passt, sind Fake News, ist eine Verschwörung, ist Betrug oder diktatorisch.

Mit der Brille Jesu die Wirklichkeit und mich selbst anschauen. Darauf sollten wir sehr achten und wach bleiben. Dann wird Advent und Weihnachten kann kommen.

Matthias Olzem, Pastoralreferent

 


 

Karte

 


 

 


 

Großmutters Zauberkerze

 


 

Zum Schmunzeln

Die Nachbarin bittet Luca, er solle seiner Mama einige Infos ausrichten.
Auf die Nachfrage: „Kannst du dir das auch alles behalten?“
erwidert er: „Klar doch, ich bin ein guter Behälter“.

 


 

Ermutigungswort

Liebe deine Geschichte! Das ist der Weg, den Gott mit dir gegangen ist. (Leo Tolstoi)

 


 

Die Skulptur befindet sich über dem Portal der ehemaligen Kathedrale St. Trophime in Arles, Südfrankfreich (Foto: Katharina Wagner, in: Pfarrbriefservice.de)

Christus König. Die Skulptur befindet sich über dem Portal der ehemaligen Kathedrale St. Trophime in Arles, Südfrankfreich (Foto: Katharina Wagner, in: Pfarrbriefservice.de)

König Jesus? - Gedanken zum Christkönigssonntag

Während des Kirchenjahres begegnen uns unterschiedliche Christusbilder. Am letzten Sonntag im Kirchenjahr steht Jesus als König vor uns. Das Volk erwartet von seinem König Schutz, Sorge für die Schwachen, Gerechtigkeit und Hilfe.

In der Zeit des Nationalsozialismus war das Bekenntnis zu Christus als König eine klare Demonstration gegen die weltlichen Herrscher. Das Wort „Jesus Christ ist unser König“ galt als politisch subversiv, weil die Mächtigen an dieser Stelle den Führer oder die Partei sehen wollten.

Jesus selbst hat den Titel stets abgelehnt, weil er politisch missverständlich war und die Erwartung wecken könne, er würde die verhassten Römer ins Meer treiben und das alte israelitische Königtum Davids wieder aufrichten. Erst als dieses Missverständnis nicht mehr möglich war, als er nämlich als Todeskandidat vor Pontius Pilatus stand, akzeptierte er den Königstitel und antwortete dem Pilatus: „Du sagst es, ich bin ein König“ (Joh 18, 37).

Dann beschreibt Jesus selbst, wie er den Königstitel versteht: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege“ (Joh 18,37). Seinen Jüngern schreibt er immer wieder ins Stammbuch, Macht anders zu verstehen wie im herkömmlichen Sinne: „Amen, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“ (Mk 10, 15) Und noch deutlicher als die Jünger untereinander um den besten Rang streiten, ruft er sie zusammen und erklärt: „Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“ (Mk 10,42ff)

Quelle:  Magnificat und Bischof Ulrich Neymeyr, Erfurt, in: Pfarrbriefservice.de

  • Wer ist Jesus für mich?
  • Wie „regiere“ ich in meinen Lebensbereichen?
  • Welche „Macht“ strebe ich an? 

 


 

Karte: Gott schaut auf Dich (Layout: HBrehm)

 

Was für ein Gott?

Was bist du für ein Gott,
dass du dich als der Höchste
so tief zu uns Menschen
herabneigst, um uns nahe
zu sein als einer von uns?

Was bist du für ein Gott,
dass du als der Größte
ein kleines Kind wirst,
um uns zu lehren, dass
wir alle deine Kinder sind?

Was bist du für ein Gott,
dass du als der Stärkste
so viel Schwäche zeigst,
damit wir uns der eigenen
Schwächen nicht schämen?

Paul Weismantel (In: Pfarrbriefservice.de)

 


 

Karte: Greife nach meinem ausgestreckten Arm (Layout: HBrehm)

 


 

Was für ein König

Könige kennen Kinder aus Märchen.
Könige haben märchenhafte Macht:
Pracht, Prunk und Reichtum
stehen ihnen zu.

Was für ein König ist Christus?
Ein König ganz eigener Art –
kein König nach Art
der Herren der Welt.

Nicht Herrschen, sondern Dienen,
nicht das Anhäufen von Schätzen,
sondern das Teilen
zeichnen seine Herrschaft aus.

Die Geschwisterlichkeit
der Kinder Gottes
ist seinem Banner
aufgeprägt.

Was ihr für einen meiner
geringsten Brüder getan habt,
das habt ihr mir getan. (Mt 25,40)

Dorothee Sandherr-Klemp (zum Fest Christkönig)
aus: Magnificat. Das Stundenbuch 11/2020, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer;
www.magnificat.de
In: Pfarrbriefservice.de

 


 

Zum Schmunzeln

Jonas isst einen Apfel zum Frühstück.
Vor lauter Umherschauen fällt er ihm auf den Boden.
Sein Kommentar: "Oh, Mann, dass die Mama mir auch immer Fallobst einpacken muss."

 


 

Ermutigungswort

Ehe man anfängt seine Feinde zu lieben, sollte man seine Freunde besser behandeln. (Mark Twain)

 


 

Hoffnung und Unterstützung schenken (Foto: truthseeker08, pixabay.com)

Zusage in Coronazeiten

Die Kraft Gottes ermutige dich. Sie hat dich geschaffen und begabt zum Leben. Die wegweisende Liebe Gottes bewahre dich. Sie zeige dir die Bereiche deines Lebens, in denen es trotz lähmender Krise auf dein Handeln ankommt. Die Weisheit Gottes belebe dich. Sie lasse dich abwenden vom Schwarzsehen und Hinwenden zur Hoffnung und zum Unterstützen hilfesuchender Personen. Die Gegenwart Gottes begleite dich, sie wird dir Kraft, Hoffnung und Dynamik sein.

 


 

Sankt Martin Darstellung in Uetrecht (Foto: Jeyaratnam Caniceus, pixabay.com)

Sankt Martin Darstellung in Uetrecht (Foto: Jeyaratnam Caniceus, pixabay.com)

Impuls zu Sankt Martin

Sankt Martin, ein Heiliger! Seine Geschichte eine Legende, die sich seit Jahrhunderten hält und Kinder und Erwachsene seit Jahrzehnten egal bei welchem Wetter zum Martinsumzug gehen lässt (außer im Coronajahr 2020).

Warum hat Martin den Bettler nicht übersehen, sondern sich von ihm anrühren lassen?
Warum hat Martin seinen Mantel geteilt?
Warum hat er nicht den ganzen Mantel an den Bettler abgegeben?

Martin scheint die Liebe in all ihren Dimensionen gekannt zu haben: Gott einen Platz im eigenen Leben anbieten und sich für ihn Zeit nehmen, das macht sensibel für die Not der anderen:

Er bemerkt den Bettler.
Im anderen Menschen Gott sehen und ihm zur Seite stehen ungeachtet dessen, ob der Zeitpunkt gerade passt oder nicht: Er teilt seinen Mantel.
Sich selbst auch im Blick haben und spüren, welches die eigenen Bedürfnisse sind: Er gibt die Hälfte ab und behält die andere Hälfte.

Sankt Martin ermutigt dazu, die Situationen und Menschen zu erkennen, durch die Gott uns ansprechen möchte und dann beherzt zu handeln im Blick auf Gott, auf den anderen und auf uns selbst. (C.B.)

 


 

Zum Schmunzeln

Wie nennt man einen Bären, der laut „Kugel“ schreit? „Kugel-schrei-bär!“ Wie nennt man einen Keks, der unter einem Baum liegt? „Schattiges Plätzchen!“

 


 

Ermutigungswort

Starke Menschen werden nicht einfach geboren. Sie entwickeln sich aufgrund der Stürme, die sie überstanden haben oder gerade dabei sind zu überstehen. (Quelle unbekannt)

 


 

Jeder Mensch ist einzigartig, hat seine ganz besondere Farbe

Jeder Mensch ist einzigartig, hat seine ganz besondere Farbe

Du musst nicht das Beste geben, du musst nur dein Bestes geben!

Impuls zum 33. Sonntag – 15. November 2020 – Lesejahr A: Mt 25,14-30

von: P. Casimir Kumar, Kooperator

Jeder Mensch ist andersartig. Unser Gott erschafft niemals zwei Mensch, die sich total gleichen. Wir sind alle verschieden, einzigartig, nicht nur von Natur aus, sondern auch durch die unterschiedlichen Gaben, die der Heilige Geist jedem schenkt. Es gibt keinen Heiligen, der einem anderen Heiligen gleicht. Jeder ist einzigartig in seiner ureigenen Heiligkeit, in seinem Anspruch auf Gerechtigkeit, Wahrheit, im Gehorsam,  in allem. 

Unsere Gesellschaft ignoriert dieses Lebensgesetz völlig. Sie will Gleichheit. Alle Unterscheidungen und Unterschiede müssen beseitigt werden. Alles muss eingeebnet werden und uniform sein. Aber der Mensch kommt nicht aus einer Fabrik. Er kommt aus den weisen Händen seines Schöpfers. Jeder Mensch hat die gleiche Würde, da ist Gleichheit gefordert. Aber das will eine a-theistische, a-religiöse, a-philosophische, un-wissenschaftliche Anthropologie nicht wahrhaben.

Das Evangelium dieses Sonntags erzählt, dass ein Mann fünf Talente an seinen Diener gab, einem anderen zwei und einem dritten ein Talent. Nicht aus Laune oder aus gutem Willen, sondern nach den Fähigkeiten eines jeden. Es wäre unfair vom Herrn, von allen dreien die gleiche Menge „Früchte“ oder Gewinn zu verlangen. Unterschiedliche Kapazitäten, unterschiedliche Früchte. Heute wird diese Wahrheit leider nicht beachtet. Jeder Mensch soll Höchstleistungen erbringen, ohne auf seine Kraft, seine Fähigkeiten, seine momentane Situation zu achten.

Noch ein anderes Problem rückt das Evangelium in den Mittelpunkt der Überlegungen: Wieso wird jener dritte Diener bestraft: Er war auf seine Weise sehr sorgsam. Damit er es nicht verliert, vergräbt er sein einzelnes Talent und bringt es in Sicherheit. Sollte er vielleicht hoch pokern, Grenzen überschreiten, alles verlieren, in die Schuldenfalle tappen, wie wir das gegenwärtig rundherum erleben? Sicher nicht. Jesus wirft ihm Angst vor und mangelndes Vertrauen in sich, das Fehlen von Zivilcourage, das Verspielen einer neuen Lebensperspektive. Der Diener beschreibt seine passive Haltung mit den Worten: „Herr, ich hatte Angst vor dir!“  Dieser „Angst“ will Jesus entgegen treten. Hier geht es nicht um die Angst als Schutzmechanismus, den jeder gesunde Mensch in sich trägt. Gemeint ist hier mangelndes Vertrauen in die Fähigkeit, sich weiter zu entwickeln. Jesus weiß, dass wir manches verschleudern und verspielen. Doch er wird heil machen, was wir nicht oder nur schlecht zustande bringen. Es zu versuchen und nicht schon vorher aufzugeben, das ist gefordert. Das Evangelium ist ein großer Trost, dass wir mit dem auskommen, was wir mitbekommen haben. Niemand wird zu Unmöglichem angehalten. Ich muss nicht das Beste, sondern mein Bestes geben. Dieser Grundsatz erleichtert unser Leben, auch bei allen Niederlagen, die wir durchmachen müssen. „Komm, nimm teil an der Freude, am Festmahl deines Herrn!“ Dieses Versprechen ist uns sicher, wenn wir uns bemühen, mit Gottes Hilfe Talente dazuzugewinnen.

 


 

 


Rabbi Sussja erzählt:

In der kommenden Welt wird man mich nicht fragen: „Warum bist du nicht Mose gewesen?“ Man wird mich vielmehr fragen: „Warum bist du nicht Sussja gewesen?“
Man wird mich nicht fragen: „Warum hast du nicht das Maß erreicht, das der größte und gewaltigste Glaubende unserer Religion gesetzt hat?“
Sondern man wird mich fragen: „Warum hast du nicht das Maß erfüllt, das Gott dir ganz persönlich gesetzt hat? Warum bist du nicht das geworden, was du eigentlich hättest werden sollen?“

nach Martin Buber


 

Zum Schmunzeln

Die Mutter zum Kind: „Schlaf gut, der liebe Gott passt auf dich auf!“
Kind: „Muss er denn nicht auch schlafen?“
Die Mutter: „Nein!“
Das Kind: "Dann ist er wohl nachtaktiv!“

 


 

Ermutigung für die Woche

„Denkt daran, wo immer ihr euch niederlasst: Gott ist schon da! Der euch in Ungeahntes, Neues führt: Er ist schon dort! Geht - ihr seid niemals verlassen.  (Bernhard von Clairvaux)


Allerheiligen – Die Würde, zu Gott DU zu sagen (Bild: geralt, pixabay.com)

Allerheiligen – Die Würde, zu Gott DU zu sagen

Impuls zu ALLERHEILIGEN - 31. Sonntag im Jahreskreis - 1. November 2020, Lesejahr A: Mt 5,1-12a

von: Joachim Fey, Pfarrverwalter

Ein griechischer Tempel, jeder kann sich darunter etwas vorstellen: Akropolis, Sizilien, Säulengang und Giebel, Römerfilme … Hinter dem Säulengang gibt es im Inneren eine kleine Kammer, zu der nur der Priester Zugang hat, das Allerheiligste.

Während sich drum herum und davor das öffentliche Leben abspielt, gibt es den reservierten, abgesperrten Bereich, das Fanum, Wohnstätte der Götter, außerhalb, draußen: für alle erreichbar, das Profane. Wir kennen das Wort „profan“:  weltlich, öffentlich.

Als sich das Christentum von der verbotenen, verfolgten Religion von wenigen, zur öffentlichen staatlich verordneten Volksreligion entwickelte, ergab sich ein Problem. Wohin mit den vielen Menschen? In den alten Religionen hat einzig der Priester oder die Priesterin das Recht, das Allerheiligste zu betreten, und dies auch nur an bestimmten Festtagen. Im Christentum haben alle Anteil am Heiligen, seitdem Jesus den Himmel geerdet und das allzu Menschliche „gehimmelt“ hat.

Wo sind wir hingekommen, wenn plötzlich alle in das Allerheiligste eintreten dürfen? Darüber denken wir heute gar nicht mehr nach, wenn wir eine Kirche betreten.

Plötzlich musste man etwas Neues erfinden: religiöse Räume für Menschenmassen. Man erinnerte sich an eine sehr praktische römische Bauform, die Markthalle, die Versammlungshalle: die Basilika, heute ein frommer, kirchlicher Begriff, früher ein Wort für große Mehrzweckhallen der Römer.

Sie merken die entscheidende Veränderung: Im Christentum haben alle die Würde und das Recht ins Heiligtum einzutreten. Nicht nur ein paar Auserwählte, Reine oder Superfromme. Das meint heilig: du hast die Erlaubnis, das Recht und die Würde mit Gott im Kontakt zu sein, direkt, von Angesicht zu Angesicht, und du darfst Du sagen. Heilig sind wir als Kirche und als einzelne Christen, nicht weil wir so toll wären, sondern weil wir zu Gott gehören und von seiner Heiligkeit zehren.

Zehren, das hat was von verzehren, von Wegzehrung, das heißt: wir erhalten etwas als Nahrung, als Energie, als Atem von Gott, gefeiert in Taufe und Firmung, in der Messe, in jedem Gebet.

Heiligkeit ist also zuerst ein Geschenk und dann auch eine innere Haltung oder Aufgabe. „Unser täglich Brot gib uns heute“, beten wir ja immer, aber wir brauchen auch eine tägliche Portion Heiligkeit von Gott. Das ist sozusagen die „Wurst auf dem Brot“.

Wenn wir Heiligkeit nicht als den Endzustand moralischer Hundertprozentigkeit verstehen, sondern als eine bewegliche Größe, also etwas Dynamisches, dann dürfen wir danach streben, ja sie erbitten, sie auch erleben und erahnen darin etwas von der Lebensfülle, die Gott ganz am Anfang für uns erträumt hat.

In Coronazeiten, wo viele nicht zur Kirche kommen können, dürfen wir dieses Allerheiligste auch in uns wahrnehmen, denn Gott hat in unserem Herzen seine Wohnung genommen.

Bleiben Sie zuversichtlich und gesund.


Impuls-Karte


Zum Schmunzeln

Mama fragt: „Was ist grün, glücklich und hüpft über´s Gras?“
Charlotte überlegt kurz und ruft dann freudig: „Eine Freuschrecke!“


Impulskarte: Jeder ist zur Heiligkeit berufen


Impulskarte: Heilige sind Menschen, durch die  die Sonne scheint

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