Impuls
zum 2. Advent

„Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!“ (Mk 1,3)

von:
Andreas Barzen
Gemeindereferent

„Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!“ (Mk 1,3)

„Wir machen den Weg frei!“

Wir machen den Weg frei!“, diesen Slogan kennen viele sicherlich noch aus der Werbung der Volks- und Raiffeisenbanken. Er versprach das Erreichen aller Wünsche und Ziele und somit ein glückliches und gelingendes Leben.

Genau um dieses Thema geht es am 2. Adventsonntag: Johannes der Täufer macht den Weg frei für die Ankunft Gottes, er macht gerade SEINE Straßen.

Er macht gerade seine Straßen“ darf uns hoffen lassen, dass bereits ein Weg existiert, dass Gott schon eine Straße gebaut hat, zwischen IHM und mir. Nur ist diese Straße nicht mehr eben und durchlässig. Sie ist verschlungen durch Um- und Abwege, auf denen sich der Mensch, im ständigen Auf und Ab seines Lebens, verloren hat.

So gibt es auch in meinem Leben einiges, was mir im Weg steht und mir den Blick auf Gott verstellt.

  • Aber was genau ist es, was die Straße zwischen IHM und mir so schwer befahrbar macht?
  • Was hat sich verändert, dass die Straße zwischen IHM und mir nur schwer oder gar nicht mehr passierbar ist?
  • Was liegt im Weg zwischen IHM und mir?

In der Adventszeit ist es oft das verstärkte Konsumdenken; der Stress, dass alles perfekt sein muss für das Weihnachtsfest. Dann sind da meine Ichbezogenheit, mein Egoismus und meine Gier, die den Weg zwischen Gott und mir überwuchern. Steine von Selbstsucht und Rechthabereit versperren mir den Weg. Akte der Lieblosigkeit, Streit, Unversöhntheit, haben die Brücken zerstört, auf denen Gott zu mir kommen will. Ja und letztlich haben auch unnötige Zeitfresser und vordergründige Heilsbringer die Straße zwischen Gott und mir so verlängert, dass ich IHM nicht mehr nahekomme.

Am 2. Advent, sind wir eingeladen, bewusst auf DEN zu schauen, der uns entgegenkommt. Mitten im Advent können wir die Chance nutzen SEINE Straßen zu begradigen und IHM den Weg zu bereiten: Indem wir bewusster leben und dadurch die Beziehung mit Gott wieder verlebendigen; uns mit Menschen versöhnen – den ersten Schritt auf jemanden zu machen, mit dem es vielleicht schwierig ist; indem wir den Blick von uns selbst wieder auf unsere Mitmenschen und somit auf Gott richten.

Auch wenn es uns nicht gleich gelingt, alles auf einmal aus dem Weg zu räumen und das ein oder andere vielleicht liegen bleibt. Der gute Wille zählt. Wir dürfen darauf vertrauen: Es ist Gott selbst, der sich seinen Weg zu uns bahnt.

Nutzen wir also die Chance, Ihm zu begegnen.

Andreas Barzen

Wir machen den Weg frei (Foto Weg in den Alpen: pexels, pixabay)

Wir machen den Weg frei (Foto Weg in den Alpen: pexels, pixabay)