Impuls zu Weihnachten
Wort in die Woche
von
Andreas Barzen
Gemeindereferent
Ein Licht scheint in der Finsternis
In diesem Advent waren wir mit einer besonderen Aktion auf dem Koblenzer Weihnachtsmarkt unterwegs: „Mach’s wie Gott – werde (Mit-)Mensch.“ Zwischen Glühweinduft, Lichterglanz und Menschentrubel stand im Mittelpunkt eine lebensgroße Krippenfigur – das Jesuskind. Vorbeigehende Menschen wurden eingeladen, dieses Jesuskind auf den Arm zu nehmen, ihm für einen Moment Heimat zu schenken und es ins Herz zu schließen. Viele taten es – vorsichtig, berührt, nachdenklich.
Und dabei entstanden Fragen, die uns alle betreffen: Wo würde Jesus heute geboren werden? Wo braucht unsere Welt sein Heil? Wo ist sein Kommen dringend nötig?
Die Antworten waren so vielfältig wie die Menschen selbst: „In der Ukraine.“ – „In Gaza.“ – „In die Einsamkeit meiner Mutter.“ – „In die Klinik, wo mein Kind behandelt wird.“ – „In die Hoffnungslosigkeit vieler junger Menschen.“ – „In unsere zerstrittene Familie.“
Mitten auf dem Weihnachtsmarkt wurde spürbar: Weihnachten – die Menschwerdung Gottes – ist nicht nur eine Geschichte. Sie ist eine Einladung. Angelus Silesius bringt es auf den Punkt: „Wird Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, du bleibst doch ewiglich verloren.“
Er meint: Die Geburt Jesu bleibt ein Ereignis der Vergangenheit, wenn sie nicht auch heute unter uns und in uns geschieht. Wenn sie nicht Gestalt annimmt in unserem Tun, in unserer Haltung, in unserem Mitgefühl und in unserem Mut, Menschlichkeit zu leben.
Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft dieses Festes: Gott wird Mensch, damit auch wir menschlicher werden. Gott kommt in die Welt, damit wir dorthin gehen, wo Menschen auf Trost, Frieden, Zuwendung und Hoffnung warten.
Und vielleicht beginnt Weihnachten genau dort, wo wir uns trauen, jemandem – so wie auf dem Weihnachtsmarkt – ein Stück Heimat, Wärme oder Nähe zu schenken.
Vielleicht beginnt Weihnachten dort, wo wir uns fragen: Wo möchte Christus in mir geboren werden? Und wohin kann ich ihn tragen?
Andreas Barzen
Gemeindereferent
Der Verkündigungsengel der Vallendarer Weihnachtskrippe ist repariert und kann in der Heiligen Nacht sein Amt, den Frieden auf Erden zu verkünden, übernehmen (Foto: Laskewicz)
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