Impuls zum Evangelium des 3. Sonntags im Jahreskreis: Mt 4 12-23
Wort in die Woche
von
Dirk Mettler
Diakon
Die Last mittragen
Liebe Schwestern und Brüder,
mit dem Esel ist das so eine Sache. In den ganzen Erzählungen rund um Weihnachten wird er gar nicht erwähnt und doch taucht er überall auf. Keine Krippe ohne Ochs und Esel, und die Darstellungen der Flucht nach Ägypten wollen auch nicht auf den Esel verzichten. Meist reitet Maria mit dem Jesuskind in den Armen auf ihm. Eine tragende Rolle wird ihm aber erst beim Einzug Jesu in Jerusalem zugedacht, womit die Prophezeiung aus dem Buch Sacharja in Erfüllung geht.
Der Esel gilt gemeinhin als dumm und störrisch, andererseits aber auch als genügsames Lasttier, ohne das man sich die Reisetätigkeiten der Heiligen Familie offensichtlich nicht vorstellen kann. Es braucht halt irgendjemanden, der die Last mitträgt.
Eine solche Art der Unterstützung hat wohl auch Jesus in den Aposteln gesehen, von deren Berufung im Sonntags-Evangelium die Rede ist. Es waren einfache Männer, die Jesus in seine Nachfolge berufen hat, keine Heiligen. Die Evangelien machen aus ihren Unzulänglichkeiten kein Geheimnis. Zu Heiligen sind sie erst auf dem Weg gereift, den sie mit Jesus zusammen zurückgelegt haben. Letztlich ist es die Konsequenz, mit der sie in die Nachfolge Jesu eingetreten sind, die uns heute als Vorbild dienen kann.
Auch heute braucht es engagierte Christen, die die Botschaft des Evangeliums in eine Welt tragen, die vor Erlösungsbedürftigkeit nur so strotzt. Der heilige Vinzenz Pallotti war der Überzeugung, dass jeder Getaufte zum Apostel berufen sei. Auch hier ist Heiligkeit keine Voraussetzung, es reicht schon die Bereitschaft, die Last mitzutragen. Deshalb muss man sich noch lange nicht wie ein Esel fühlen.
Dirk Mettler
Diakon
Bepackter Esel (Foto jakubcejpek, depositphotos.com)
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