Impuls zur bevorstehenden Fastenzeitaktion
Wort in die Woche
von
Andreas BarzenGemeindereferent
Rien ne va plus – Nichts geht mehr? Wirklich?
Im Moment fühlt sich mein Alltag ungewohnt begrenzt an. Nach einer Operation an der Schulter bin ich körperlich stark eingeschränkt. Vieles, was sonst selbstverständlich war, geht gerade nicht. Aufgaben müssen liegen bleiben. Abläufe verändern sich. Manche Dinge laufen langsamer – andere gar nicht.
Es ist eine Zeit, in der ich oft denke: So habe ich mir das nicht vorgestellt. Dieses Ausgebremst-Sein fordert mich heraus. Es macht mich ungeduldig. Und es führt mich zu Fragen, die vielleicht auch sie kennen: „Was bleibt, wenn nichts läuft wie geplant?“ „Wie gehe ich mit Grenzen um – mit meinen eigenen und denen des Lebens?“
In dieser Situation wird mir bewusst, wie lebensnah das Thema unserer diesjährigen Fastenaktion ist: „Rien ne va plus – Nichts geht mehr? Wirklich?“ Der Satz benennt ein Gefühl, das wir oft erleben – im Kleinen wie im Großen. Persönlich, in Beziehungen, mit Blick auf unsere Welt.
Gerade jetzt merke ich:
- Vielleicht geht nicht alles.
- Aber vielleicht geht doch etwas.
- Ein kleiner Schritt.
- Ein Annehmen dessen, was gerade ist.
- Ein Vertrauen darauf, dass Stillstand nicht das Ende sein muss.
- Vieles mache ich zurzeit mit Links und es läuft mir besser von der Hand als gedacht.
Und so wächst in mir jetzt schon die Hoffnung auf Ostern, dass selbst dort, wo sich alles festgefahren anfühlt, Bewegung möglich bleibt.
„Nichts geht mehr“ ist vielleicht nicht das letzte Wort. Vielleicht beginnt Hoffnung genau dort, wo wir nichts mehr müssen.
Andreas Barzen
Gemeindereferent
Teaser quer: Fastenzeitaktion "Ren ne va plus! - Nichts geht mehr. Wirklich?