Impuls
Wort in die Woche
von
Diakon Dirk Mettler
Nah und fern
Liebe Schwestern und Brüder,
es gibt da eine Erfahrung, um die ich die Astronauten der Artemis 2-Mission wirklich beneide: Es muss unbeschreiblich eindrucksvoll sein, wenn die Erde wieder hinter dem Mond auftaucht und man unseren Planeten aus dieser Perspektive bestaunen darf. So ähnlich klingen auch die Beschreibungen, die wir von den Astronauten erhalten haben. Durch den Flug hinter den Mond wurde zugleich ein neuer Rekord aufgestellt, da noch nie ein Mensch so weit entfernt von der Erde war. Vielleicht brauchen wir eben manchmal eine große Distanz, um etwas in seiner ganzen Pracht zu erfassen.
Gott macht es genau umgekehrt. In Gestalt seines Sohnes Jesus Christus ist er uns so nahe auf den Pelz gerückt, wie es nur eben geht. Er hat menschlichen Leib angenommen und ist uns damit quasi „unter die Haut gegangen“. Noch näher geht nicht. Das feiern wir jedes Jahr an Weihnachten, dabei geht es aber nicht bloß um die Erinnerung an eine lange zurück liegende Episode, die spätestens mit Christi Himmelfahrt zu Ende gegangen ist. Die Feste und auch die „normalen“ Sonntage im Kirchenjahr wollen uns immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass Gott stets unsere Nähe sucht. Vielleicht sollten wir einmal eine Mission starten, um ihn zu finden, statt um den Mond zu kreisen.
Den wissenschaftlichen Nutzen der Mondumrundung möchte ich gar nicht in Abrede stellen. Aber, so wichtig und spektakulär das auch sein mag, ist die Nähe Gottes zu uns Menschen nicht das viel größere Wunder? Und ist das nicht auch von wesentlich größerer Bedeutung für unser Leben?
Dirk Mettler
Diakon
Die Erde gehr hinter dem Mond auf (Foto (c) NASA)
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