Impuls zum Osterfest

Wort in die Woche

von
Pfarrer Martin Laskewicz

Rien ne va plus! Nichts geht mehr!
Wirklich?

Doch!

Liebe Geschwister im Glauben!

Wie die Evangelien berichten, betete Jesus vor seinem Tod am Kreuz den 22. Psalm, von dem allerdings nur der Anfang zitiert wird. Der Vers lautet komplett: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bleibst fern meiner Rettung, den Worten meines Schreiens?“ (Ps 22, 2) Dieses verzweifelte Beten wird entfaltet durch Sätze wie diese: „Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:“ (Ps 22, 8) oder „Die Zunge klebt mir am Gaumen, du legst mich in den Staub des Todes.“ (Ps 22, 16) Jesus hing einsam am Kreuz, fühlte sich von Gott und von seinen Freunden verlassen. Rien ne va plus. Nichts geht mehr.

Wirklich? Hat Jesus vielleicht den Psalm weiter gebetet? Dann hätte er auch Verse gebetet, die ganz anders klingen:

  • „Dir haben unsere Väter vertraut, sie haben vertraut und du hast sie gerettet.“ (Ps 22, 5),
  • „Die ihr den HERRN fürchtet, lobt ihn. (…) Denn er hat nicht verachtet, nicht verabscheut des Elenden Elend. Er hat sein Angesicht nicht verborgen vor ihm; er hat gehört, als er zu ihm schrie. (…) Den HERRN sollen loben, die ihn suchen. Aufleben soll euer Herz für immer.“ (Ps 22, 24-27)
  • und schließlich: „Seine Heilstat verkündet man einem Volk, das noch geboren wird: Ja, er hat es getan.“ (Ps 22, 32)

Selbst in diesem Psalm, in dem der Beter so offensichtlich am Ende ist, gibt es eine Perspektive. Schwach zunächst, aber dann immer deutlicher formuliert.

Rien ne va plus. Nichts geht mehr? — „Doch”, dürfen wir im Glauben an den Auferstandenen antworten. Am „Dritten Tag” wurde die Erfahrung der Alten, wie sie in den Hoffnungsversen von Psalm 22 formuliert ist, bestätigt und zugleich übertroffen. Deshalb feiern wir Ostern, den Sieg des Lebens über den Tod.

Ihr Pastor
Pfarrer Martin Laskewicz

Rien ne va plus? DOCH! (Foto: (c) Depositphotos.com)

Rien ne va plus? DOCH! (Foto: (c) Depositphotos.com)

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