Impuls
Wort in die Woche
von
Andreas Barzen
Gemeindereferent
Rien ne va plus – und doch ist da mehr
„Rien ne va plus – nichts geht mehr.“ Dieser Satz begleitet uns nun schon in der fünften Woche durch die Fastenzeit.
In einer unserer DenkPAUSEN lag ein großes, weißes Blatt in der Mitte – mit einem schwarzen Fleck darauf. Und wie so oft blieb mein Blick genau daran hängen. Nicht am vielen Weiß. Sondern am Dunklen. Ich habe mich darin wiedererkannt. Wie schnell ein Gedanke alles bestimmt. Wie eine Sorge größer wird, je länger ich sie anschaue. Wie sich dann alles anfühlen kann wie: Nichts geht mehr.
Und doch: Der Fleck war nicht das Ganze. Das Weiß war größer. Es hat den Fleck nicht verdrängt – aber getragen.
Vielleicht ist das genau die Frage unserer Fastenaktion: „Rien ne va plus – Nichts geht mehr? Wirklich?“ Gerade in dieser Zeit spüre ich: Vielleicht geht nicht alles. Aber vielleicht geht doch etwas. Ein kleiner Schritt. Ein anderes Hinschauen. Ein bisschen Vertrauen. Der schwarze Fleck bleibt. Aber er verliert seine Macht, wenn ich den Raum darum wieder entdecke.
Und vielleicht ist genau das der Glaube: nicht, dass alles gut wird – sondern zu vertrauen, dass Gott größer ist. Größer als das, was mich gerade beschäftigt. Größer als das, was mich festhält. Und dass selbst dort, wo ich denke: „Nichts geht mehr“ der Raum offen bleibt für einen neuen Anfang.
Ich wünsche Ihnen und euch, dass sich dieser Blick weiten darf – und dass zwischen allem Dunklen immer wieder Raum sichtbar wird für Hoffnung. Und vielleicht finden Sie am 28. März 2026 einen besonderen Moment: Bei der Performance in der Pfarrkirche „Die 7 letzten Worten Jesu am Kreuz“ (Beginn: 16 Uhr) einen Raum, in dem Dunkel, Fragen und Hoffnung gemeinsam leise miteinander sprechen.
Andreas Barzen
Gemeindereferent
Der schwarze Fleck und die weiße Fläche (Foto (c): depositphotos.com)
Ihr Anliegen
Gemeindebrief
Pfarrei Vallendar
56179 Vallendar
Telefon: 0261 963190
E-Mail: pfarrei.vallendar@bistum-trier.de