Impuls
Wort in die Woche
von Dirk Mettler
Diakon
Ein Glaube, der trägt
Liebe Schwestern und Brüder,
in diesem Sommer habe ich es einmal ausprobiert: mich wie ein toter Mann auf dem Meer treiben zu lassen – natürlich nur in Ufernähe. Es ist eigentlich ganz einfach. Alles, was es braucht, ist Körperspannung und ein wenig Luft in der Lunge. Ob Körperspannung auch reicht, um zu Fuß über das Wasser zu gehen? Da fällt mein Optimismus schon deutlich geringer aus.
Auch Petrus, der auf Jesu Aufforderung hin aus dem Boot stieg und auf ihn zulief, war zwar zunächst euphorisch, bekam aber Zweifel, als er den Wind bemerkte, und begann augenblicklich zu sinken. Hinter dem Wunder, dass Jesus mühelos übers Wasser gehen kann und Petrus immerhin ein paar Schritte, steckt die Frage nach der Belastbarkeit unseres Glaubens.
Trägt er mich nur in „guten Zeiten“, wenn in meinem Leben alles rund läuft, und schwindet mir gleichsam der Boden unter den Füßen, sobald mir – wie Petrus – der Wind ins Gesicht bläst? Oder kann ich mich auch dann noch auf meinen Glauben stützen, wenn das Leben es gerade nicht so gut mit mir meint und Zweifel an Gottes Güte und Verlässlichkeit aufkommen?
Dabei sind Zweifel an sich gar nichts schlechtes, für mich gehören sie sogar zu einem gesunden Glauben dazu. Sie sind in meinen Augen wie ein Trainingsprogramm, das meinen Glauben sogar stärken kann. Wenn ich mich ihnen ehrlich stelle und mir, gerade in den stürmischen Zeiten meines Lebens, bewusst mache, warum ich trotzdem an Gott glauben kann, dann können sie nicht so leicht Überhand über meinen Glauben gewinnen. Das ist – wie jedes anständige Trainingsprogramm – durchaus anstrengend, aber lohnend.
Dirk Mettler
Diakon
Jesus und Petrus (armenische Ikone)
Ihr Anliegen
Gemeindebrief
Pfarrei Vallendar
56179 Vallendar
Telefon: 0261 963190
E-Mail: pfarrei.vallendar@bistum-trier.de