Marzellinusmusik (Teaser)

„TOCCATA – TOCCATISSIMO!“

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„TOCCATA – TOCCATISSIMO!“

„Toccata – Toccatissimo!“

Die Marzellinusmusik am 06. September 2026 präsentiert vier Toccaten und Fugen von Johann Sebastian Bach

Unter der Überschrift „Toccata – Toccatissimo!“ lädt die Vallendarer „Marzellinusmusik“ am Sonntag, 06. September 2026, um 18:00 Uhr zu einem besonderen Orgelabend in die Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus ein. An der Orgel spielt Kantor und Organist Johann Schmelzer vier Toccaten und Fugen von Johann Sebastian Bach.

Die Toccata gehört zu den traditionsreichsten Formen der Orgelmusik. Ihr Name leitet sich vom italienischen „toccare“ – „berühren“ – ab. Vermutlich entwickelte sich die Form aus der freien Improvisation, mit der Organisten ein ihnen unbekanntes Instrument zunächst erkundeten. Läufe, Akkorde, fugierte Passagen und spontane Einfälle verbinden sich dabei zu einer musikalischen Form, die bis heute für Virtuosität, Fantasie und klangliches Spektakel steht.

Wie unterschiedlich Bach diese Möglichkeiten nutzte, zeigt das Programm mit vier Werken aus verschiedenen Schaffensphasen. Die Toccata und Fuge d-Moll BWV 565 gilt als Jugendwerk und entstand vermutlich zwischen 1703 und 1707 in Arnstadt. Mit ihrem berühmten Eröffnungsmotiv wurde sie zur wohl bekanntesten Orgelkomposition Bachs und für viele zum Inbegriff virtuoser Orgelmusik.

Die Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564 entstand vermutlich in Bachs früher Weimarer Zeit. Ihre dreisätzige Anlage verbindet virtuose Elemente des norddeutschen Orgelstils mit einem innigen Adagio und einer tänzerisch bewegten Fuge.

In der Toccata und Fuge F-Dur BWV 540 zeigt sich wiederum ein gereifter, formal konzentrierterer Bach. Kanon, Pedalsoli, Triopassagen und kraftvolle Akkordkaskaden prägen den Toccata-Teil.

Den Abschluss bildet die Toccata und Fuge d-Moll BWV 538, die wahrscheinlich aus Bachs später Weimarer Zeit stammt. Bach konzipiert die Toccata mit ihrem durchgehenden Sechzehntelfluss als virtuosen Dialog zwischen zwei Manualen. Die anschließende Fuge setzt dazu einen bewusst ruhigen und meditativen Kontrast.

Die vier Werke tragen zwar denselben Gattungsnamen, eröffnen jedoch vier ganz unterschiedliche musikalische Welten. Zugleich lassen sie die Entwicklung des Komponisten von den frühen Jahren bis zu seiner Reifezeit unmittelbar hörbar werden. Der Orgelabend der „Marzellinusmusik“ verspricht damit nicht nur bekannte Meisterwerke, sondern auch einen eindrucksvollen Einblick in Bachs stilistische Entwicklung und seine außergewöhnliche Kenntnis der Möglichkeiten der Orgelmusik.

Pfarrer Martin Laskewicz wird mit einem spirituellen Impuls die musikalischen Eindrücke vertiefen.

Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird um eine freiwillige Spende gebeten.

Johann Schmelzer (Foto: privat)

Johann Schmelzer

Organist Johann Schmelzer wurde 1969 in Koblenz geboren. In seiner Heimatgemeinde St. Peter in Neuendorf erhielt er den ersten Orgelunterricht. Weitere Ausbildungsstationen waren die Bischöfliche Kirchenmusikschule in Trier und die Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz; während des Studiums besuchte er diverse Interpretationskurse sowie Improvisationswettbewerbe. Schmelzer war von 1991 bis 1996 Kirchenmusiker an St. Peter in Koblenz; von November 1997 bis April 2010 war er Kantor an St. Johannes in Troisdorf-Sieglar und gleichzeitig Seelsorgebereichskirchenmusiker im Dekanat Troisdorf. Seit April 2010 ist er als Kantor in Vallendar tätig und Leiter der regelmäßig stattfindenden Reihe „Marzellinusmusik“. Die Veranstaltungen finden jeweils am ersten Sonntag im Monat statt und widmen sich verschiedenen kirchenmusikalischen Themen; außerdem laden sie ein, sich Zeit für Musik und Besinnung zu nehmen.

Marzellinusmusik (Plakat)