Ermutigungswort

"Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ (Francis Bacon)

 


 

"Drinnen oder draußen?" (Anja, pixabay.com)

„Drinnen oder Draußen?“

Von Pater Casimir Kumar

Impuls zum 27. Sonntag im Jahreskreis - 4. Oktober 2020, Lesejahr A: Mt 21,33-44

Haben Sie eine Mitgliedskarte für einen Club? Oder einen Verein? Viele Menschen sind stolz, wenn sie mehrere solche Karten im Geldbeutel haben. Denn sie wissen: Mitgliedschaft ist mit Privilegien verbunden. Mitglieder in einem Club genießen die gediegene Einrichtung und die gepflegte Gesellschaft. Vereinsangehörige freuen sich über Feiern und Vorteile, die nur Mitgliedern zuteil oder wenigstens günstiger angeboten werden. Schön also, wenn man „drin“ ist. Natürlich sollte man nicht vergessen, dass die privilegierte Mitgliedschaft nicht nur Rechte mit sich bringt, sondern auch einige Pflichten.

Die Winzer im Weinberg des heutigen Evangeliums sind auch „drin“. Sie haben allerdings nicht beachtet, dass das, was sie nutzen dürfen, tatsächlich noch einem anderen gehört. Sie verhalten sich wie Eigentümer, setzen sich über alle Regeln hinweg und töten sogar jeden, der ihnen das vermeintlich Eigene wegnehmen möchte. Das tun sie offenkundig auch noch, als der Sohn und Erbe des Gutsbesitzers auftaucht und sie tun es vollkommen bewusst.

Nun, unabhängig davon, ob wir Mitglieder oder sonst Dazugehörige sind, wir sind immer auch zugleich diejenigen, die mit dem umgehen, was uns als Schöpfung anvertraut ist. Wir leben alle in dieser Welt und nicht selten leben wir auch von dieser Welt.

Der Gutsbesitzer in dem Gleichnis des heutigen Evangeliums ist Gott. Seine Knechte sind die Propheten, sein Sohn ist Jesus. Der Weinberg ist das Reich Gottes, das wir – ermächtigt durch unsere Taufe und unseren Glauben  – aufbauen wollen und sollen.

Was aber ist, wenn Jesus tatsächlich wie versprochen zu uns kommt? Was, wenn das Wort Gottes jeden Tag zum Leben erweckt werden soll? Dann gibt es jeden Tag natürlich auch unzählige Chancen, anstatt Gottes Wort zu brechen, seine Ermutigungen zu finden und anzunehmen. Dann gilt es, eine Ahnung vom Reich Gottes für andere erlebbar zu machen, anstatt sie „umzubringen“. Jeder von uns nutzt diese Chancen auf seine Weise...

Was Jesus im Gleichnis ankündigt, ist die Gnade Gottes und seine barmherzige Liebe. Das Gleichnis fordert uns auf, uns unserer Wurzeln immer wieder bewusst zu werden und einander in dem zu begegnen, was Gott uns zusagt: Du bist mein Kind und Erbe!

Der Apostel Paulus schreibt „…ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden...“

Mit Jan Bots gesprochen stellt uns das Evangelium also die Frage: „Betrachte ich alles wie mein Eigentum, aus dem ich herausschlage, was nur herauszuschlagen ist, oder sehe ich in allem auch etwas von IHM, dem ich gehöre?“

Sind wir also „drinnen“ oder „draußen“?
Einen gesegneten Sonntag und reiche Frucht wünscht Ihnen


Pater Casimir Kumar
Kooperator

 


 

Faule Trauben, böse Winzer (Foto: Pexels, Pixabay.com)

Faule Trauben, böse Winzer (Foto: Pexels, Pixabay.com, Gestaltung: H. Brehm)

 


 

Ohne Dankbarkeit würden mir die Farben des Lebens wenig intensiv erscheinen (Nahamm Kim) (Foto: mariella1972,  Pixabay.com )

Erntedank

Einmal im Jahr feiern Christen das Erntedankfest. Ein Tag, um mal nicht zu meckern, zu nörgeln und unzufrieden zu sein. Ein Tag, um die vielen kleinen Dinge in den Blick zu nehmen, die in der Summe ein ganz, ganz großes Geschenk sind. Ein Tag, um Gott mal dafür zu danken, dass es uns so gut geht. Ein Tag, um zu danken für Früchte, Brot, die Ernte aus dem Garten und die Fähigkeiten, die Gott in jeden von uns hineingeschaffen hat.

 


 

Ich bin dankbar

  • für die Steuern, die ich zahle, weil das bedeutet, ich habe Arbeit und Einkommen.
  • für die Hose, die ein bisschen zu eng sitzt, weil das bedeutet, ich habe genug zu essen.
  • für das Durcheinander nach der Feier, das ich aufräumen muss, weil das bedeutet, ich war von lieben Menschen umgeben.
  • für den Rasen, der gemäht, die Fenster, die geputzt werden müssen, weil das bedeutet, ich habe ein Zuhause.
  • für die laut geäußerten Beschwerden über die Regierung, weil das bedeutet, wir leben in einem freien Land und haben das Recht auf freie Meinungsäußerung.
  • für die Parklücke, ganz hinten in der äußersten Ecke des Parkplatzes, weil das bedeutet, ich kann mir ein Auto leisten.
  • für die Frau in der Gemeinde, die hinter mir sitzt und falsch singt, weil das bedeutet, dass ich gut hören kann.
  • für die Wäsche und den Bügelberg, weil das bedeutet, dass ich genug Kleidung habe.
  • für die Müdigkeit und die schmerzenden Muskeln am Ende des Tages, weil das bedeutet, ich bin fähig, hart zu arbeiten.
  • für den Wecker, der morgens klingelt, weil das bedeutet, mir wird ein neuer Tag geschenkt.

Detlef Kranzmann

 


Mein Dankebuch

Neben meinem Bett liegt seit Jahren ein kleines Büchlein. Jeden Abend überlege ich für welche drei Dinge ich an diesem Tag dankbar bin. Diese notiere ich mir. Je länger ich das mache, desto mehr Punkte finde ich, desto mehr Gelegenheiten tun sich auf, für die ich dankbar bin. Dankbarkeit bringt Leichtigkeit in mein Leben.

Wie wäre es, wenn

ich mir überlegen würde, wem ich viel verdanke. Für sie kann ich beten oder sie anrufen oder es ihnen direkt mitteilen: „Danke, du mich angesprochen hast, als ich alleine war. Danke für dein Lächeln damals, das mich aufgemuntert hat und mir Mut zurückgab. Danke für …


Dankgebet (Foto: JacLou DL,  Pixabay.com; Gestaltung: H. Brehm)

Dankgebet (Foto: JacLou DL, Pixabay.com; Gestaltung: H. Brehm)


Zum Schmunzeln

Der vierjährige Mattis kommt in die schön geschmückte Kirche und staunt:
„O, sieht das hier toll aus! Aber wo sind die Enten?“
„Welche Enten?“,
wird er gefragt.
„Na, die Enten. Heut ist doch Ente-Dankfest!“


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